Donald Trump

Stand: 07.01.2026 06:51 Uhr

Venezuela wird den USA bis zu 50 Millionen Barrel Öl liefern – das kündigte zumindest US-Präsident Trump an. Und er selbst werde die Einnahmen überwachen. Die neue Führung in Caracas schweigt dazu bislang.

Nur wenige Tage nach dem US-Militäreinsatz in Caracas greift Präsident Donald Trump laut eigenen Angaben direkt in die Ölindustrie Venezuelas ein und sichert sich die Kontrolle über Einnahmen aus dem Verkauf des Rohstoffs. Das südamerikanische Land werde den USA zwischen 30 und 50 Millionen Barrel (je 159 Liter) an sanktioniertem Öl liefern, kündigte er an. Er selbst werde die Einnahmen aus dem Ölverkauf kontrollieren, schrieb Trump weiter. 

In welchem Zeitraum die von Trump genannte Menge Rohöl von Venezuela zur Verfügung gestellt werden soll, ist noch unklar. Bei dem Volumen handelt es sich ungefähr um die gesamte Produktion der venezolanischen Ölindustrie von ein bis zwei Monaten.

Das Ölgeschäft ist für Venezuelas Regierung die wichtigste Einnahme- und Devisenquelle. Die neue Führung in Caracas äußerte sich nicht unmittelbar zu Trumps Ankündigung. 

Öl soll zum Marktpreis verkauft werden

Das Öl werde mit Schiffen direkt in US-Häfen gebracht, schrieb Trump. Energieminister Chris Wright sei angewiesen, diesen Plan „sofort“ umzusetzen. „Dieses Öl wird zu seinem Marktpreis verkauft, und das Geld wird von mir als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika kontrolliert, um sicherzustellen, dass es zum Wohl des venezolanischen Volkes und der Vereinigten Staaten verwendet wird“, schrieb Trump weiter. 

Für Venezuela wäre das Wegbrechen der Einnahmen sehr schmerzhaft. Für die USA wären die absehbaren Einnahmen hingegen eine geringe Summe. Auch die Ölmenge ist für die USA bestenfalls von begrenzter Bedeutung: Das Land produziert Regierungsangaben zufolge selbst knapp 14 Millionen Barrel pro Tag. 

US-Konzerne sollen nach der Vorstellung des Republikaners Trump nun kräftig investieren und die marode Ölindustrie in Venezuela wieder aufbauen. Viele Demokraten werfen dem Präsidenten vor, Venezuela nur wegen seiner Ölreserven angegriffen zu haben. Die Gefangennahme von Staatschef Nicolás Maduro wegen angeblicher Drogendelikte sei nur ein Vorwand gewesen.