Berlin – Der Strom in der Hauptstadt ist wieder da. Aber die Folgen des vier Tage langen XXL-Blackouts werden noch lange Zeit spürbar sein. So wie etwa für Gastronom Hoai Anh Nguyen (42). Ihn kostete der Stromausfall mehr als 25.000 Euro.
Am Samstag, kurz bevor das Licht in Berlin für rund 100.000 Menschen ausging, war der Inhaber des Restaurants „Hikari Sushi“ im Stadtteil Zehlendorf noch in der Metro einkaufen. Ware für über 5000 Euro.
„Ich habe viel Fisch gekauft, darunter 50 Kilo Thunfisch, 25 Kilo Garnelen, 25 Kilo Lachs“, erzählt der Vietnamese. Dazu Reis, Obst, Gemüse.

Die prall gefüllte Kühltruhe vor dem Blackout. Am Tag des Stromausfalls hatte der Gastronom noch frische Ware für 5000 Euro gekauft
Foto: Ufuk Ucta
Dann fiel der Strom aus. Damit die Kühlung. Seine frischen Waren verdarben. Doch das ist nicht alles. Nguyen: „Dazu kommen der Umsatzverlust und die Gehälter für meine fünf Angestellten“, sagt er. Insgesamt mache das einen Schaden von rund 25.000 Euro!

Alle Lebensmittel aus seiner Kühlung musste der Berliner Gastronom wegwerfen. Die Fächer sind leer
Foto: Ufuk Ucta
Lebensmittel verdorben
Am Montag mietete der Gastronom, der das Restaurant in der Machnower Straße seit drei Jahren betreibt, einen Generator. Leider vergeblich. „Da waren die meisten Lebensmittel schon hinüber.“ Er heizte noch ein wenig seinen Laden, in der Hoffnung, dass Gäste vorbeikommen. Aber es kam keiner: „Die Gegend von Berlin war wie ausgestorben.“
Dass der Stromausfall, der auf das Konto eines linksextremistischen Anschlags geht, schon heute, also einen Tag eher als zunächst angenommen, vorbei ist, rettet ihn ein bisschen. Er räumt auf, geht neuen Fisch kaufen. Aber als er den Reportern seine leeren Tiefkühltruhen zeigt, hat er Tränen in den Augen: „Ich bin versichert. Aber ich weiß nicht, wann die Versicherung zahlt. Oder ob überhaupt …“
Endlich wieder Strom: „In ganz Berlin ist ein großes Aufatmen zu hören“
Quelle: BILD07.01.2026