Stand: 07.01.2026 16:32 Uhr

Glatteis und Schnee haben Niedersachsen im Griff: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt heute vor glatten Straßen und erwartet neuen Schneefall. Wegen zahlreicher Knochenbrüche verschiebt das Klinikum Lüneburg geplante Operationen.

Heute erwartet der DWD von Westen her Schneefall, der sich ausbreitet. Im Westen Niedersachsens seien Schneeverwehungen möglich, so die Wetterexperten. An der See wird mit starkem und in Böen stürmischem Wind aus südlichen Richtungen gerechnet. Auch für Donnerstag und Freitag erwarten die Meteorologen Schneefall im Nordwesten erwartet.

Bis zu 20 Zentimeter Neuschnee – Sturm im Norden möglich

Am Freitag soll es im ganzen Norden neben den teils kräftigen Schneefällen auch stürmen. Intensive Schneefälle unter anderem in Hannover erwartet dabei Wetterexperte Frank Böttcher. Im Flachland seien zwischen 15 und 20 Zentimeter Neuschnee möglich, so Böttcher gegenüber dem NDR. Im Weserbergland und im Harz könnte noch deutlich mehr Schnee hinzukommen.

Viele Knochenbrüche: Klinikum Lüneburg verschiebt OPs

Das Wetter bekommt auch das Klinikum Lüneburg zu spüren. Durch die rutschigen Straßen gibt es viele Knochenbrüche, teilte das Krankenhaus mit. Hinzu kämen zahlreiche Lungenentzündungen, die ebenfalls behandelt werden müssen. Das Klinikum Lüneburg verschiebt deshalb vorerst geplante Operationen, die nicht zeitkritisch sind. Patienten müssten sich zudem auf lange Wartezeiten in der Notaufnahme einstellen, heißt es vom Klinikum.

Öffentlicher Busverkehr eingestellt – Schulverkehr betroffen

Im Landkreis Wittmund wurde der öffentliche Personennahverkehr mit Bussen nach Behördenangaben am Mittwoch um 14 Uhr komplett eingestellt. Aufgrund des winterlichen Wetters sei es zuvor auf allen Buslinien zu massiven Verspätungen und Ausfällen gekommen, so der Landkreis. Betroffen war auch der Schulbusverkehr in Wittmund sowie in den Nachbarlandkreisen Aurich und Leer. Aus Sicherheitsgründen waren alle Schülerinnen und Schüler an allgemein- und berufsbildenden Schulen nach der sechsten Unterrichtsstunde nach Hause befördert worden, wie die Landkreise mitteilten. In Oldenburg wurden wegen der Schneelast auf den Dächern zwei Schulsporthallen gesperrt.

Ein großer abgebrochener Ast liegt im Schnee neben einem Waldweg in Kirchgellersen.

Es handelt sich laut Verwaltung um eine vorsorgliche Maßnahme. Die Landesforsten mahnen zudem Spaziergänger zur Vorsicht.

Wilhelmshaven rechnet mit Verkehrsproblemen

Bei Lüneburg haben Schnee und Glätte zu ersten Schäden auf den Straßen geführt. Auf der B4 ist im Bereich der Umgehungsstraße an einigen Stellen der Asphalt aufgebrochen. Nach Angaben der zuständigen Straßenbaubehörde von Mittwoch sind die Schäden provisorisch geflickt, es gilt aber jetzt ein Tempolimit. In Wilhelmshaven wird in den kommenden Tagen wegen des Wetters mit Verkehrsproblemen gerechnet. Vor allem bei starken Schneefällen kann es laut Stadtverwaltung zu Einschränkungen im Straßenverkehr und somit auch im Busverkehr kommen. Dass dieser dann ganz oder in Teilen vorübergehend eingestellt wird, könne die Stadt nicht ausschließen. Das könne dann auch Folgen für den Schulbetrieb haben, so die Stadtverwaltung.

Sturm: Fähren zu Nordseeinseln könnten ausfallen

Der angekündigte Sturm könnte auch den Betrieb der Fähren zu den Ostfriesischen Inseln beeinträchtigen. Weil der Wind aus östlichen Richtungen kommt, drückt er das Wasser von der Küste weg. Die Reederei Norden-Frisia zum Beispiel rechnet daher mit Ausfällen bei den Fährverbindungen. Die Fahrten von und nach Juist am Freitag und in den darauffolgenden Tagen bezeichnete die Reederei Norden-Frisia auf ihrer Webseite als „gefährdet“ – als Grund nennt sie die Vorhersagen zu Wind und Wasserstand. Die Fähren von und nach Spiekeroog, Wangerooge und Langeoog etwa seien tideabhängig, es bestehe das Risiko, dass zu wenig Wasser unter dem Kiel sei. Eine Ausnahme sind nach Angaben der Reederei die Fähren von und nach Norderney, die auch bei Extremwetter noch fahren könnten. Genaue Infos will Norden-Frisia spätestens am Donnerstag bekannt geben.

Bahn: „Sehen Sie bitte von nicht notwendigen Fahrten ab“

In ganz Niedersachsen und Bremen kann es nach Angaben der Deutschen Bahn (DB) voraussichtlich noch bis zum 11. Januar zu Beeinträchtigungen kommen. Die Bahn bittet Fahrgäste auf ihrer Webseite, nicht nötige Fahrten ausfallen zu lassen oder zu verschieben. Bei Extremfrost oder starken Schneeverwehungen kämen auch vorhandene Weichenheizungen an ihre Grenzen, sagte eine Bahn-Sprecherin am Dienstag. In diesen Fällen müssten Räumkräfte ausrücken und die Strecke per Hand freimachen. Verspätungen und Ausfälle seien mögliche Folgen des Winterwetters. Reisende sollten, sich vor Reiseantritt über die Verbindungen informieren. Im Bereich Braunschweig war es bereits am Dienstagmorgen zu Einschränkungen im Zugverkehr gekommen. Grund war nach Angaben der Bahn eine gestörte Weiche. Die Züge des Regionalverkehrs mussten demnach in Peine und Lehrte warten. Auch zwischen Hildesheim und Braunschweig kam es zu Einschränkungen.

Sehen Sie bitte von nicht notwendigen Fahrten ab und verschieben diese nach Möglichkeit auf einen späteren Zeitpunkt.

Deutsche Bahn, Webseite (Stand: 07.01.2026)

Hunderte Unfälle durch Schnee und Eisglätte gemeldet

Ein Räumfahrzeug auf einer verschneiten Straße

Ein Linienbus ist von der Bundesstraße 199 nahe Schafflund gerutscht. In Hamburg drohen Rohre wegen der Temperaturen zu bersten.

Polizei und DWD rufen weiter dazu auf, vorsichtig zu fahren. Vor allem auf kleineren Straßen in Städten und Dörfern könne es landesweit weiterhin glatt sein. Seit dem Wochenende hatten Schnee und Eisglätte in Niedersachsen bereits einige spürbare Folgen. Es kam landesweit zu Hunderten Unfällen auf den Straßen. Die Feuerwehr Bleckede (Landkreis Lüneburg) weist zudem darauf hin, dass Löschwasser auch im Winter benötigt wird. Bürgerinnen und Bürger sollten daher beim Schneeräumen darauf achten, Hydranten und Hydrantendeckel nicht mit Schnee zuzuschütten.

Großer Andrang in Wintersportorten und Baumärkten

Während das winterliche Wetter in Niedersachsen für einige Verkehrsbehinderungen auf den Straßen und den Schienen sorgt, freut man sich anderswo über den Schnee. So erwarten die Betreiber im Harz weiter einen starken Ansturm auf ihre Lifte. Auch im Weserbergland soll Skilanglauf und Rodeln im Deister sowie im Solling möglich sein. Skilifte sind dort aktuell aber noch nicht in Betrieb. In mehreren Baumärkten in Niedersachsen sorgt das Winterwetter für große Nachfrage nach Winterequipment. In einigen Geschäften in der Region Lüneburg sind die Regale so gut wie leergefegt.

13:02 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer vorherigen Version dieses Artikels hieß es auf Basis einer Pressemitteilung des Klinikums Lüneburg, dass die Notaufnahme in Geesthacht (Schleswig-Holstein) derzeit geschlossen ist. Dies ist laut dem Krankenhaus in Geesthacht nicht korrekt. Zwar soll die Notaufnahme dort voraussichtlich Ende März 2026 geschlossen werden, derzeit ist sie aber im regulären Betrieb. Wir haben die Stelle entsprechend korrigiert.

Ein Blick auf die Stadt Lüneburg durch zugschneite Äste.

Im Interview mit NDR Niedersachsen spricht Wetterexperte Martin Gudd auch von möglichen Sturmböen in der Nacht zu Freitag.

Ein Mann räumt mit einer Schneefräse in Braunschweig den Gehweg frei .

Hausbesitzer in Niedersachsen müssen Schnee räumen, sonst kann es teuer werden. Ist es doch mal glatt, hilft der „Pinguin-Gang“.

Eine Frau befreit einen Gehweg vor ihrem Wohnhaus vom Schnee.

Bei Schnee und Eis müssen Anlieger tagsüber die Gehwege vor ihrem Grundstück räumen. Die wichtigsten Regeln im Überblick.

Hannover: Eine Eisfläche mit Mustern bedeckt den Maschsee an der Löwenbastion (Luftaufnahme mit Drohne)

Die Eisfläche sei noch lange nicht dick genug. Es bestehe Lebensgefahr, hieß es. Auch die Stadt Osnabrück warnt.

Winterwetter in Niedersachsen: Verschneite Straßen und Glätte sorgen für Verkehrsprobleme und viele Unfälle.

Ab morgen Abend zieht neuer Schneefall über den Norden, dazu wird es stürmisch – und eisig kalt. Aktuell ist im Landkreis Wittmund der Busverkehr eingestellt.

Eine 150 Jahre alte Windmühle bei Schnee in Handorf im Landkreis Lüneburg

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