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Kalifornien – Der Machtkampf um „Warner Bros.“ geht weiter: Der Medienkonzern hat ein Übernahmeangebot von Paramount erneut zurückgewiesen. Die Konzernführung hält das überarbeitete Angebot noch immer für schlechter als den bestehenden Deal mit Netflix und vor allem für zu riskant.
Paramount hatte sein feindliches Gebot nachgebessert und sogar eine persönliche Finanzierungsgarantie von Oracle-Milliardär Larry Ellison (81) vorgelegt. Doch das überzeugte Warner nicht. Nach Einschätzung der Manager wäre der Deal nur mit mehr als 50 Milliarden Dollar Schulden zu stemmen – die größte fremdfinanzierte Übernahme der Geschichte.
„Warner Bros.“ warnt zudem davor, dass der Deal scheitern könnte. Zu viele Unsicherheiten, zu viele Bedingungen und zu wenig Planungssicherheit für das laufende Geschäft. Selbst alltägliche Investitionen könnten in der Übergangsphase blockiert werden.

Larry Ellison (81) hat ein geschätztes Vermögen von 242,4 Milliarden Dollar
Foto: TORU YAMANAKA/AFP
Mehr zum Thema„Warner Bros.“ will weiter den Netflix-Deal
Darum empfiehlt „Warner Bros.“ seinen Aktionären weiterhin, dem bereits vereinbarten Deal mit Netflix zuzustimmen. Netflix will die Studios- und Streaming-Sparte übernehmen, darunter auch HBO, während das klassische Fernsehgeschäft abgespalten wird. Ein weiterer Punkt gegen Paramount: Ein Ausstieg aus dem verhandelten Netflix-Deal wäre teuer. „Warner Bros.“ müsste rund 4,7 Milliarden Dollar zahlen – allein 2,8 Milliarden Dollar als Vertragsstrafe an Netflix.
Allerdings ist auch der Netflix-Deal noch nicht in trockenen Tüchern, bis die Wettbewerbsbehörden in den USA und Europa zugestimmt haben. In den USA könnte auch die Politik eine Rolle spielen – schließlich steht das Kartellrecht unter Präsident Donald Trump (79) wieder deutlich stärker im Fokus.