– Nach dem Brand im Schweizer Crans Montana wird ein Opfer im Nürnberger Zentrum für Schwerbrandverletzte intensivmedizinisch behandelt. Das hochspezialisierte Team sorgt für umfassende Versorgung.
Nach der verheerenden Feuer-Katastrophe in einer Bar im Schweizer Skiort Crans Montana hat das Klinikum Nürnberg ein Brandopfer aus der Schweiz aufgenommen. Bei dem Unglück in der Silvesternacht starben 40 Menschen, weitere 119 wurden zum Teil schwer verletzt. Da die Kapazitäten der umliegenden Kliniken nicht ausreichten, wurden Patienten auch ins Ausland verlegt, darunter nach Nürnberg.
„Unser Zentrum für Schwerbrandverletzte ist eines von drei auf schwere Brandverletzungen spezialisierten Zentren in Bayern“, erklärt Dr. med. univ. Moritz Billner, leitender Oberarzt der Klinik für Plastische, Wiederherstellende und Handchirurgie in einer Pressemitteilung. Mit acht Betten und einem eigenen Operationssaal zählt das Nürnberger Zentrum zu den größten und modernsten in Deutschland.
„Wir sind interdisziplinär aufgestellt und arbeiten mit einem hoch qualifizierten Team aus plastischen Chirurgen, Anästhesisten, Pflegekräften, Psychologen sowie Ergo- und Physiotherapeuten zusammen“, sagt Prof. Kubitz von der Klinik für Anästhesiologie. „Sowohl aufgrund unserer personellen als auch der technischen Ausstattung sind wir bei solch schlimmen Großschadensereignissen wie jetzt in der Schweiz immer eine wichtige Anlaufstelle – auch wenn es um internationale Hilfe geht“, erklärt Kubitz weiter. Das Klinikum Nürnberg hat deshalb auch weitere Kapazitäten zur Unterstützung angeboten.

Spezialisierte Zentren für Schwerbrandverletzte
Dr. Billner betont, dass bei großflächigen Verbrennungen eine schnelle Wundversorgung und intensive medizinische Betreuung entscheidend ist. „Die schwerbrandverletzten Patienten schweben in der Regel in akuter Lebensgefahr und sind intensivbehandlungsbedürftig. Daher liegen sie auf unserer Schwerbrandverletzten-Intensivstation – das ist eine operative Intensivstation eigens für Verbrennungspatientinnen und -patienten“, erklärt Dr. Billner in der Pressemitteilung des Klinikums Nürnberg.
Bei den Operationen wird laut Billner zunächst die betroffene, tiefgradig verbrannte Haut entfernt, bevor die Areale durch Hauttransplantate gedeckt werden. Auch die Nachbehandlung sei aufwendig: „Sie benötigen tägliche und aufwendige Verbandswechsel, sie sind lange auf der Intensivstation und brauchen schließlich auch viel Zeit und Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben – denn auch später sind oft Korrektureingriffe nötig. Die dauerhafte Anbindung an ein Schwerbrandverletztenzentrum ist unabdingbar“, so Billner.