In den Automaten der Mensa der HfMT Köln am Standort Wuppertal werden die Mensa-Essen in Mehrweggeschirr von Relevo herausgegeben. Nutzer:innen müssen sich vor dem Kauf eines Mittagessens in der dazugehörigen App registrieren und nach dem Bestellvorgang am Touchscreen des Automaten einen Barcode der App einscannen. Erst danach wird die Mahlzeit ausgegeben.

Studierende wichen auf die Barmer Innenstadt aus

Dies klappte beim blickfeld-Besuch bei der ersten Studentin, die ihr Essen anschließend – nach einem erneuten Scan des QR-Codes – in der Mikrowelle aufwärmte. Probleme gab es jedoch beim folgenden Studenten. Das Behältnis mit seinem Essen steckte im Automaten fest. Ein, zwei Schläge auf den Automaten lösten das Problem nicht. Erst, nachdem der Automat offenbar eine eigene Fehlerbehebung versuchte, kamen anstelle eines Essens gleich drei heraus – zum Preis von einem. Die zwei folgenden Studierenden freuten sich. Es war jedoch die letzte Mahlzeit für mindestens eine halbe Stunde (so lange blieb blickfeld vor Ort), denn der Automat kam aus dem Status, dass das Behältnis entnommen werden könne, nicht mehr heraus. Etwa ein Dutzend Studierende, die ab da kamen, wichen auf Angebote in der Barmer Innenstadt aus.

Studierende schätzen vegane und vegetarische Essensauswahl

In Gesprächen mit Studierenden im Aufenthaltsbereich der Mensa wurde gegenüber blickfeld berichtet, dass es wöchentlich oder in noch kürzeren Abständen zu Störungen im Automaten komme und diese oftmals nicht zeitnah behoben würden. In puncto Qualität und Auswahl wurde positiv erwähnt, dass es nun fast immer sowohl eine vegane als auch vegetarische Mahlzeit gebe. Jedoch seien nicht alle Mahlzeiten für die Erwärmung in der Mikrowelle geeignet, beispielsweise Kartoffel-Wedges, die dann sehr weich werden würden.

blickfeld fragte beim Studierendenwerk Wuppertal (STWWTAL) hinsichtlich der Probleme und Erfahrungen mit den Mensa-Automaten an der Musikhochschule nach.

Mensa-Automatenstation an der HfMT Köln (Standort Wuppertal) – Foto: mw

Drohte der Mensa der HfMT die Schließung?

Wiega Schürmann, Sprecherin des STWWTAL, erklärt, dass der Wuppertaler Standort der HfMT Wuppertal ein kleiner, nur eingeschränkt wirtschaftlich tragfähiger Standort sei: „Entsprechende Analysen zeigen deutlich: Ohne einen neuen Ansatz zur Versorgung, hätte eine Schließung perspektivisch kaum vermieden werden können.“ Die neue Automatenlösung sei zunächst als Test und lernender Prozess angelegt und erfolge im engen Austausch mit der HfMT-Standortleitung.

Durch die Automaten könne – im Gegensatz zu früher – ein täglich verfügbares Angebot zur Verfügung gestellt werden, auch am Wochenende und unabhängig von festen Öffnungszeiten. Das schätzt auch Prof. Dr. Florence Millet, geschäftsführende Direktorin am Wuppertaler Standort der HfMT: „Vor Proben oder Konzerte noch rasch einen Salat oder eine warme Suppe zu holen ist unheimlich praktisch.“ Dabei betont sie, dass die Automaten eine abwechslungsreiche Versorgung über die gesamte Woche und zu jeder Uhrzeit ermöglichen.

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HfMT-Beschäftigte sollen im Hinblick auf die Automaten geschult werden

Bezüglich der von blickfeld beobachteten technischen Probleme räumt die STWWTAL-Sprecherin ein: „In der Anfangsphase kam es zu technischen Einschränkungen, wie es bei neuen Systemen nicht untypisch ist. Vereinzelt besteht noch technischer Verbesserungsbedarf.“ Für die Zukunft sollen Mitarbeitende der HfMT geschult werden, „um Abläufe weiter zu verbessern und die Zusammenarbeit am Standort noch enger zu gestalten.“

Rückmeldungen zu den Speisen würden in die laufende Anpassung des Angebotes einfließen. „Einzelne Gerichte wurden testweise aufgenommen, um Akzeptanz und Eignung auch hinsichtlich der Erwärmung zu prüfen. Hierbei versuchen wir stets, Qualität, Vielfalt und Umsetzbarkeit gut auszubalancieren“, so Schürmann.

Florence Millet berichtet, dass die Gerichte sowohl beim Personal als auch bei den Studierenden gut ankämen. Sie stehe dazu auch im engen Austausch mit dem Studierendenwerk.

Kommen die Mensa-Automaten auch an den Campus Freudenberg der Bergischen Universität?

Ist die Automatenlösung an der HfMT eine „Blaupause“ für das Angebot am Campus Freudenberg? Diese Frage erreichte die blickfeld-Redaktion aus dem universitären „Flurfunk“. Dazu erklärt Wiega Schürmann: „In persönlichen Gesprächen mit Studierenden vor Ort wurde der Wunsch nach zusätzlichen ergänzenden Angeboten geäußert. Die Rückmeldungen möchten wir gerne in zukünftige Überlegungen einbeziehen. Derzeit handelt es sich dabei um perspektivische Ansätze, wie Automaten – orientiert am Bedarf vor Ort – das bestehende Angebot vor Ort sinnvoll ergänzen könnten.“ »mw«