Die jüngsten Web-Traffic-Muster von ChatGPT und Gemini zeigen, wie eng das KI-Rennen geworden ist. - Copyright: Jaque Silva/NurPhoto via Getty Images Die jüngsten Web-Traffic-Muster von ChatGPT und Gemini zeigen, wie eng das KI-Rennen geworden ist. – Copyright: Jaque Silva/NurPhoto via Getty Images

OpenAIs jüngster „Code Red“ wegen Gemini erscheint sehr nachvollziehbar, wenn man sich die Zahlen ansieht.

Obwohl der ChatGPT-Hersteller weiterhin das KI-Rennen dominiert, holen seine Konkurrenten aber auf. Im November brachte Google Gemini 3 Pro auf den Markt, die erste Version seiner Gemini-3-Modellreihe.

Seitdem ist der Web-Traffic von Gemini gestiegen, während der Traffic von ChatGPT laut Similarweb-Daten, die zuerst von Menlo-Ventures-Partner „Deedy Das“ hervorgehoben wurden, zurückging. Im Dezember stieg Gemini laut den Daten im Monatsvergleich um 28,4 Prozent, während ChatGPT um 5,6 Prozent nachließ.

Die Daten im Diagramm erzählen jedoch nur einen Teil der Geschichte, da sie nur die Besuche auf chatgpt.com und gemini.google.com erfassen. Die Nutzung von Apps oder anderen Anwendungen, wie Googles KI-Features in der Google-Suche, bleibt unberücksichtigt.

Zwar gibt es keine Garantie, dass ein Trend direkt auf den anderen zurückzuführen ist, die Zahlen verdeutlichen jedoch die sich verschiebenden Kräfte im KI-Rennen.

Der Web-Traffic von ChatGPT und Gemini liegt bei beiden über dem Vorjahresniveau, die geschätzten Wachstumsraten sind jedoch enorm unterschiedlich: ChatGPT-Traffic stieg um 49,5 Prozent, Gemini-Traffic um 563,6 Prozent, so Similarweb.

ChatGPT liegt weiterhin klar vorn. Im Dezember zog ChatGPT 5,5 Milliarden Besucher an, Gemini kam auf 1,7 Milliarden; DeepSeek, Grok, Character.AI, Perplexity und Claude lagen alle darunter und erreichten jeweils weniger als 400 Millionen Besucher.

Nach dem Launch wurde Gemini 3 als potenziell marktführendes Modell gelobt. Es sei visuell und kreativ stärker als frühere Versionen und habe beim Programmieren besser abgeschnitten.

Google spielt zudem seinen wichtigsten Vorteil gegenüber OpenAI aus: die Möglichkeit, seine KI nahtlos in die stark genutzten Suchprodukte zu integrieren. Praktisch jeder nutzt Google – OpenAI hingegen muss die Nutzer davon überzeugen, ChatGPT statt der Suchprodukte des Internetgiganten zu nutzen.

OpenAI und Google konkurrieren auch im Bereich der Bildgenerierung. Weniger als einen Monat nach der Veröffentlichung von Googles Nano Banana Pro AI-Bildmodell kündigte OpenAI ChatGPT Images an.

Gemini 3 löste Berichten zufolge einen „Code Red“ bei OpenAI aus. In einer internen Slack-Nachricht soll CEO Sam Altman den Mitarbeitern mitgeteilt haben, dass OpenAI ChatGPT priorisieren und andere Produktpläne zurückstellen werde.

Im Dezember sagte Altman im „Big Technology“-Podcast, dass der Notfallstatus „nicht mehr lange“ andauere und „Code Red“-Phasen normalerweise sechs bis acht Wochen dauern. Altman fügte hinzu, dass Gemini 3 nicht „den Impact hatte, den wir befürchtet hatten“.