Wer verdient am besten, wer am schlechtesten
Das bundesweite Bruttomediangehalt beträgt laut Stepstone 53.900 Euro. Das Mediangehalt ist ein statistischer Wert, der das „typische Einkommen“ zu ermitteln versucht. Verzerrungen durch sehr hohe oder niedrige Gehälter werden herausgerechnet.
Nach dieser Methode verdienen Ärzte mit über 100.000 Euro pro Jahr brutto am besten. KI-Spezialisten sind derzeit händeringend gesucht. Topleute kommen auf Jahreseinkommen von über 89.000 Euro. In den untersten Gehaltsgruppen finden sich Ausbildungsberufe wie Bäcker mit 39.750 Euro oder Zahnarzthelfer mit 41.500 Euro. Grundsätzlich gilt: ein Hochschulabschluss steigert das Gehalt.
Das sind die Topbranchen
Trotz vieler Krisen zahlen die Banken noch am meisten. Das Mediangehalt liegt hier bei 70.250 Euro. 30 Prozent über dem Durchschnitt. Das ist auch einer der Gründe, warum Hessen mit der Banken- und Börsenstadt Frankfurt im Ranking der Bundesländer auf Platz drei rangiert.
Die Rüstungssparte gilt als Zukunftssparte. In erster Linie, weil die Staaten wegen des Krieges in der Ukraine ihre Militäretats kräftig aufgestockt haben und noch werden. Davon profitiert auch die Luft- und Raumfahrt, die ihren Beschäftigten rund 68.000 Euro bezahlt.
Diese Branchen zahlen am wenigsten
Die geringsten Gehälter sind in der Hotellerie und Gastronomie mit 45.500 Euro zu verdienen. In der Logistikbranche, Freizeit, Touristik, dem Handwerk und der Landwirtschaft sind es ebenfalls weniger als 50.000 Euro.
In sozialen Berufen, in Gesundheits- und Pflegeberufen werden Einkommen von rund 53.000 Euro bezahlt. Also in etwa auf dem Niveau des bundesweiten Mediangehaltes.
München: Stadt der Topverdiener
Bayern steht im Ranking der Bundesländer nur auf Platz vier. Die Landeshauptstadt München übertrifft aber mit 64.750 Euro alle anderen Hauptstädte deutlich. Also auch Hamburg, das im Länderranking die Nummer eins ist. In München treffen sich die Topverdiener aus der Medienbranche, von Banken und Versicherungen. Der Freistaat ist aber auch ein Flächenland mit Landwirtschaft, Tourismus, Handwerk und anderen Branchen, die deutlich geringere Löhne zahlen.
Mecklenburg-Vorpommern als Schlusslicht
Grundsätzlich gilt: Die Westdeutschen verdienen im Schnitt deutlich mehr als die Ostdeutschen. Abzulesen ist das am Länderranking. Während in den westlichen Ländern die Gehälter alle zum Teil sehr deutlich über 50.000 Euro liegen, erreicht kein ostdeutsches Land diese Marke.
Am wenigsten verdienen die Menschen im strukturschwachen Mecklenburg-Vorpommern mit nur 47.750 Euro. Sachsen, das wirtschaftlich erfolgreichste Land im Osten, kommt gerade mal auf 49.000 Euro. Auffällig ist, dass im Osten die Beschäftigten ohne Hochschulabschluss im bundesweiten Vergleich am wenigsten verdienen.
Frauen verdienen deutlich weniger
Noch immer bekommen Frauen deutlich weniger Gehalt als Männer. Frauen verdienen laut Stepstone 50.500 Euro, Männer 55.900 Euro. Die Gehaltslücke, der berühmte „Gender-Pay-Gap“, liegt bei 9,7 Prozent. Rechnet man zum Beispiel die bei Frauen sehr verbreitete Teilzeitarbeit heraus, verkleinert sich die Lücke auf 4,8 Prozent.