Berlin – Ein Obdachloser (43), der an Neujahr gefasst worden war, als er den dritten Kältebus der Stadtmission in Brand setzen wollte, äußert sich nach wie vor nicht über sein Motiv. Inzwischen ist die Berliner Staatsanwaltschaft sicher: Er ist auch für die erste Brandstiftung verantwortlich, bei der zwei Fahrzeuge durch Brandstiftung zerstört wurden.
Rückblick: Kurz nach Weihnachten war der erste Kältebus der ehrenamtlichen Helfer an der Seydlitzstraße (Berlin-Moabit) in Brand gesetzt worden. Der Wagen brannte komplett aus und war nicht mehr zu retten. Das Feuer griff auf den zweiten Kältebus über – nicht mehr einsatzfähig!
Obdachloser soll alle Kältebusse angezündet haben
An Neujahr wurde der Obdachlose aus Budapest (Ungarn) schließlich von Mitarbeitern der Stadtmission gefasst und bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten, als er auch den dritten und letzten Kältebus abfackeln wollte. Auch dieser Transporter wurde so stark beschädigt, dass er nicht mehr eingesetzt werden konnte. 1,6 Promille hatte der Verdächtige bei seiner Festnahme. Er bekam einen Haftbefehl.

Zwei Kältebusse nach der ersten Brandstiftung. Ein Bus ist komplett ausgebrannt, der zweite wurde im Frontbereich zerstört und war ebenfalls nicht mehr fahrbereit
Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Zunächst war unklar, ob der Ungar auch für die erste Brandstiftung der Kältebusse verantwortlich ist, bei der zwei Fahrzeuge zum Teil massiv beschädigt wurden. Doch jetzt geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass er auch die Tat am 28. Dezember begangen hat.
Brandstiftung in zwei Fällen
„Wir ermitteln wegen des Verdachts der Brandstiftung in zwei Fällen“, sagt Michael Thomas Petzold, Sprecher der Staatsanwaltschaft, der BILD. Eingelassen zu den Vorwürfen habe sich der Verdächtige bisher nicht.

Nach dem ersten Brandanschlag ist ein Kältebus komplett ausgebrannt
Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa
Die Brandanschläge auf die Kältebusse lösten laut Stadtmission eine „große Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft“ aus. Mehrere Unternehmen stellten dem Verein kostenlos drei Fahrzeuge zur Verfügung. Die Busse, die Obdachlose bei der lebensbedrohlichen Kälte in sichere Unterkünfte bringen, konnten ohne Unterbrechung weiterfahren.