Zwei Explosionen an Wohnhäusern in Krefeld und Düsseldorf sind durch fast baugleiche Sprengsätze verursacht worden. Das hat die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft auf Anfrage mitgeteilt. In beiden Fällen war erheblicher Schaden entstanden. Hinweise auf Bezüge zur Drogenkriminalität lägen bislang nicht vor.
Haus in Düsseldorf gehört Rapper
Einem Gutachten des Landeskriminalamts zufolge handelte es sich bei dem Sprengsatz in Düsseldorf um einen sogenannten Blitzknallsatz. Am 27. November um vier Uhr nachts war der Sprengsatz im Stadtteil Derendorf hochgegangen und hatte die Eingangstür des Mehrfamilienhauses zerstört. Verletzte gab es nicht. Zehn Personen befanden sich zum Zeitpunkt der Explosion in dem Haus. Die Feuerwehr brachte sie über Drehleitern ins Freie.
Das Haus gehört dem bekannten Rap-Musiker Azet. Die Mutmaßung, die Explosion könne ein Racheakt gegen ihn gewesen sein, wies er öffentlich von sich. „Es gab keinen Anschlag auf mich“, schrieb Azet auf seinem Instagram-Account. Ihm gehöre das Haus zwar, er wohne dort aber nicht. „Der Vorfall steht nicht in Verbindung mit mir.“
Explosion in Krefeld am zweiten Weihnachtstag
In Krefeld war am zweiten Weihnachtstag die Tür eines Mehrfamilienhauses durch eine Explosion zerstört worden. Gegen 6 Uhr hatten Anwohner den Notruf gewählt. Durch die Explosion an der Kurfürstenstraße in Uerdingen waren wie in Düsseldorf auch Scheiben des gegenüberliegenden Hauses zersplittert. Verletzte gab es nach Polizeiangaben nicht.
2024 war das Rheinland von einer Explosionsserie mit 22 Tatorten heimgesucht worden. Die meisten Explosionen fanden in Köln und Umgebung statt. Es gab aber auch zwei Fälle in Düsseldorf – an der Berliner Allee und im Medienhafen. Auslöser waren nach Erkenntnissen der Ermittler Auseinandersetzungen zwischen Drogenbanden und der Diebstahl von rund 300 Kilo Cannabis aus einer Lagerhalle in Hürth bei Köln. Die Ermittlungen führten bis Januar 2025 zur Identifizierung von 35 Tatverdächtigen.