Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner
(CDU) ist am vergangenen Samstag nicht dauerhaft mit dem Krisenmanagement
nach dem Brandanschlag auf das Stromnetz beschäftigt gewesen. „Ich habe von 13 bis 14 Tennis gespielt,
weil ich einfach den Kopf frei kriegen wollte“, sagte er bei Welt TV. „Ich war die ganze Zeit erreichbar, auch als ich Tennis gespielt habe.“ Danach sei er sofort zurückgefahren und
habe weitergearbeitet. Zuvor hatte der Sender RBB berichtet.
Am Sonntag hatte der
Regierende Bürgermeister noch gesagt: „Ich habe mich gestern weder gelangweilt noch die Füße hochgelegt,
sondern ich war den ganzen Tag am Telefon und habe versucht zu
koordinieren und mich bestmöglich zu informieren, weil ich denke, das
hilft den Menschen noch mehr.“ Er sei am Samstag zu Hause gewesen und
habe sich in sein Büro eingeschlossen.
Gegenüber dem RBB spricht er mittlerweile von ungeschicktem Verhalten. „Rückblickend hätte ich das am Sonntag sagen sollen, was ich am Samstag gemacht habe“, sagte Wegner in der RBB-Abendschau.
Wegner sei am Samstagmorgen um 8 Uhr über den Stromausfall informiert worden, sagte eine Senatssprecherin. Danach habe er Telefonate geführt – unter anderem mit dem Kanzleramt und dem
Innenministerium und verschiedenen Senatsverwaltungen.
Als Wegner zum Tennis ging, deutete sich jedoch bereits an, dass der Stromausfall länger anhalten dürfte. Am Samstagmittag meldete der Betreiber Stromnetz Berlin: „Ein Zeitpunkt für die Wiederversorgung
kann derzeit noch nicht genannt werden“, hieß es.
Kritik an Wegners Krisenmanagement
Aus AfD und FDP gab es Rücktrittsforderungen. Deutliche Kritik äußerten auch
der SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach und die Linke. Wegner stand bereits zuvor wegen seines Krisenmanagements in der Kritik. Die Opposition und der Koalitionspartner SPD werfen dem
CDU-Politiker unter anderem vor, am ersten Tag
des Stromausfalls nicht vor Ort präsent
gewesen zu sein.
© Lea Dohle
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Die Rücktrittsforderungen der Opposition ordnet Wegner als nicht verhinderbar ein. „Ich glaube, das Entscheidende ist, dass wir gezeigt haben, dass wir Krisen können, dass die Berlinerinnen und Berliner in den betroffenen Gebieten jetzt wieder Strom und Wärme haben“, sagte Wegner dazu.
Nach dem Brandanschlag an einer Kabelbrücke im Bezirk
Steglitz-Zehlendorf, zu dem sich eine linksextremistische Gruppierung
bekannte, waren am Samstagmorgen im Südwesten Berlins zunächst 45.000
Haushalte und 2.200 Unternehmen ohne Strom. Mittlerweile ist die Versorgung wieder hergestellt.
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