Nach dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz hält ARD-Terrorismusexperte Michael Götschenberg einen linksextremistischen Anschlag durch die sogenannte „Vulkangruppe“ für sehr wahrscheinlich. Dass es sich um ein falsches Bekennerschreiben und stattdessen um eine russische Geheimoperation handele, sei für die Sicherheitsbehörden nicht glaubwürdig. Sie hielten die Bekennerbotschaft für authentisch.
„Erfahrungsgemäß lässt sich die linke Szene keine Taten unterschieben“, sagte Götschenberg MDR AKTUELL. Wäre die Bekennerbotschaft nicht echt, hätte sich Widerspruch aus der linken Szene geregt. Das sei alles nicht passiert. „Insofern kann man meines Erachtens auch sicher davon ausgehen, dass die Vulkangruppe diesen Anschlag verübt hat.“
Großer Aufwand bei Authentifizierung
Grundsätzlich werde ein großer Aufwand betrieben, um die Echtheit einer Botschaft zu prüfen, so Götschenberg. Sie werde unter anderem mit früheren Bekennerbotschaften abgeglichen und auf vergleichbare Formulierungen geprüft. Auch der Inhalt einer Botschaft werde von Sicherheitsbehörden daraufhin begutachtet, ob er linksextremistischer Ideologie entspreche.
Die Vorgehensweise der Täter spielt ebenfalls eine Rolle, erklärte Götschenberg weiter. „Man schaut sich an: Wie ist die Tat begangen worden, passt das zu den Tatbegehungen in der Vergangenheit.“ Das scheine im aktuellen Berliner Fall so zu sein – bis hin zu dem Punkt, dass „die Bekennung auch Täterwissen enthielt“.