Raoul Hausmann, „Das berichtigte Porträt“ im Château de Rochechouart © VG Bild-Kunst,Bonn 2025,Repro:MACHV–Château de Rochechouart und Berlinische Galerie/​Anja Elisabeth Witte

Wer wissen will, wie radikal „Dada“ wirklich war, der muss sich das Leben von Raoul Hausmann (1886–1971) anschauen – dieser Visionär und Provokateur glaubte nur an das Morgen und hielt alles Gegenwärtige bereits für gestrig. Er hat in Berlin im Ersten Weltkrieg entscheidend dazu beigetragen, die Dada-Bewegung zu etablieren, er hat Collagen von brutaler Härte geschaffen und danach Fotografien von seltsamer Zartheit. Raoul Hausmann ist der große Unbekannte der deutschen Kunst der Zeit zwischen den beiden Kriegen – ihm ist die neueste Folge von Augen zu, dem Kunstpodcast der ZEIT gewidmet.

Die Berlinische Galerie in Berlin widmet Hausmann gerade
(bis zum 16. März) eine exzellente Ausstellung, die – erarbeitet von Ralf
Burmeister – alle Werkphasen und Lebensbereiche des wilden Genies beleuchtet.
Sie und der dazugehörige Katalog sind der Ausgangspunkt dieses Podcasts von Augen zu. Florian Illies und Giovanni di Lorenzo fragen danach,
worin die spezifische kunsthistorische Bedeutung Hausmanns bestand, warum ihn
der große Fotograf August Sander gleich dreimal porträtierte und warum er
seine Partnerinnen regelmäßig fast in den Wahnsinn trieb, etwa Hannah Höch,
mit der er acht Jahre zusammen war, und die in dieser intensiven Phase ihres
Lebens selbst einige ihrer wichtigsten Werke schuf.

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