Verlieren ist inzwischen die traurige Normalität bei den Veolia Towers Hamburg. In den letzten Wochen zeigt das Kellerkind der Easycredit Basketball Bundesliga zwar ansteigende Form. Doch das schlägt sich viel zu selten in Ergebnissen nieder.

Wie beim 94:98 (44:48) im EuroCup gegen Neptunas Kleipeda im ersten Heimspiel des Jahres 2026. Die Türme spielten gegen den Tabellenvierten der litauischen Liga sehr anständig, waren die ganze Zeit dran – doch am Ende standen sie zum 24. Mal in dieser furchtbaren Saison ohne ein zählbares Ergebnis da.

Mehr zum Thema

Damit jährt sich demnächst der letzte Sieg im zweithöchsten europäischen Wettbewerb. Denn zuletzt konnten die Towers am 5. Februar 2025 gegen Ljubljana gewinnen – vor 336 Tagen …

„Wir haben uns wieder in die Position gebracht, ein Spiel zu gewinnen, wir haben es sehr eng gestaltet“, sagte der sichtlich mitgenommene Trainer Benka Barloschky. „Aber am Ende steht eine Niederlage. Wir sind am Boden zerstört. Wir wollen uns nichts an Verlieren gewöhnen. Das ist nicht einfach nur eine weitere Niederlage, sondern eine, die sehr wehr.“

EuroCup: Hamburg Towers nach 94:98 gegen Kleipeda fast ein Jahr ohne Sieg in Europa!

Schon nach der derben 68:105-Klatsche bei Bahcesehir Istanbul am 30. Dezember stand fest, dass die Hamburger keine Chance mehr auf Play-offs haben. Trotzdem fanden sich noch 1201 Menschen, die sich an diesem frostigen Winterabend auf den Weg auf die vereiste Elbinsel Wilhelmsburg machten. Aus Litauen waren sogar gut 50 stimmkräftige Fans angereist!

Alle zusammen sahen ein unterhaltsames, aber wenig hochklassiges Basketball-Spiel. Beide Teams sind im EuroCup nicht unbedingt für ihre gute Verteidigung bekannt. Dadurch gab’s körbeweise Punkte. Im ersten Viertel lief Towers-Wusel Ross Williams heiß und machte 13 Punkte – im zweiten Abschnitt drehte dann Zane Waterman für Kleipeda frei und legte seinerseits 13 Zähler auf.

Foto: BILD

Weil die Türme jedoch bis zur Halbzeit acht Freiwürfe verballerten und den Ball neunmal zum Gegner schmissen, lagen sie nach 20 Minuten mal wieder hinten.

Aber die Towers machten immer weiter, gaben nie auf. 19 Mal wechselte insgesamt die Führung. Tragische Figur wurde am Ende ausgerechnet Williams. Der überragende Ami stellte mit 32 Punkten eine neue persönliche Bestleistung auf. Vier Sekunden vor Schluss hätte der nur 1,78 Meter „große“ Aufbauspieler sogar per Verzweiflungs-Dreier aus gut acht Metern den ersten Sieg klarmachen können – doch der Wurf ging daneben.

Basketball-Spiel abgebrochen: Unglaubliche Szenen in der Champions League

Quelle: DYN07.01.2026

Für Kleipeda machte der ehemalige BBL-Profi (Oldenburg, Bonn) Rihards Lomazs sogar 33 Punkte – und sicherte seinem Team damit eine Rest-Chance auf die Play-Ins.

Hamburgs Big Man Martin Breunig: „Wir hatten jetzt schon ein paar Mal in der Saison sehr knappe Spiele. Wir müssen am Ende einfach nur zu einem guten Wurf kommen … Es sind Kleinigkeiten momentan, und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir diese ganz kleine Hürde, die uns noch im Weg steht, knacken werden.“

Vielleicht schon am Samstag? Da geht es in der BBL gegen Überraschungs-Aufsteiger Vet-Concept Gladiators Trier weiter (20 Uhr, Dyn). Wegen des erwarteten Winterchaos beginnt der Einlass schon um 18.30 Uhr.