Ein Verkehrsschild in Schulstraße in Preetz.

AUDIO: Für einen sicheren Schulweg: Schulstraße in Preetz eingerichtet (1 Min)

Stand: 07.01.2026 09:22 Uhr

Eltern und Schüler der Friedrich-Ebert-Schule in Preetz starten nach den Winterferien mit einer neuen Verkehrsregel: Wer sein Kind mit dem Auto bringt, darf zu bestimmten Zeiten nicht mehr direkt bis vor die Schule fahren.

von Hannah Freitag

Zweimal am Tag wird der Abschnitt des Lohmühlenwegs laut Stadt vor der Friedrich-Ebert-Schule in Preetz (Kreis Plön) für Autos gesperrt. Damit sollen Kinder zu Fuß oder auf dem Rad sicherer zu Schule kommen. Das Verbot gilt morgens von 7:30 Uhr für 45 Minuten und mittags ab 11:45 Uhr für eine halbe Stunde. Entsprechende Schilder weisen auf das Fahrverbot hin. Anwohnende dürfen nach Angaben der Stadt Preetz weiterhin einfahren, ebenso Fahrzeuge mit Ausnahmegenehmigung wie Pflegedienste. Am ersten Tag sind Polizeibeamte vor Ort, anschließend soll es stichprobenartig Kontrollen geben.

Erste Schulstraße an Grundschule in Kiel-Mettenhof

Die Schulstraße in Preetz ist die zweite in Schleswig-Holstein – die erste wurde Ende September in Kiel-Mettenhof eingerichtet. Dort wird der Skagenweg vor der Schule am Heidenberger Teich morgens und nachmittags für Autos gesperrt – neben Schildern auch mit einer Schranke. Die Stadt Kiel zieht eine erste positive Zwischenbilanz. „Die Verkehrssituation ist auf jeden Fall besser als das, was wir vorher hatten“, sagt Henning Bergmann vom Tiefbauamt Kiel. Die Stadt beobachte weniger Autos und mehr Kinder, die alleine zur Schule kommen, so Bergmann im Gespräch mit NDR Schleswig-Holstein. Der Verkehr habe sich auf die breitere Straße vor dem Skagenweg verlagert.

Eltern kritisieren: Lerneffekt ist gleich null

Doch nicht alle sehen das so. Catharina Potreck, Elternbeiratsvorsitzende der Schule am Heidenberger Teich, sieht keine Verbesserung: „Sobald die Schranke nicht bedient wird, fahren viele Eltern trotzdem in die Straße hinein. Der Lerneffekt ist gleich null.“ Außerdem hätten sich nur wenige Eltern für die Schrankenkontrolle gemeldet. Deshalb sei die Schranke nicht immer besetzt. Derzeit wird geprüft, ob die Schranke durch einen externen Dienstleister bedient werden kann. Eine Schulstraße nur mit Schildern, ohne Schranke, ist aus Sicht von Catharina Potreck „direkt zum Scheitern verurteilt.“

Auswertung der Schulstraßen nach einem Jahr

Sowohl in Preetz als auch in Kiel handelt es sich um Pilotprojekte. Die Schulstraßen werden ein Jahr lang getestet und dann jeweils von den Kommunen ausgewertet. Dabei soll zum Beispiel laut der Stadt Preetz geprüft werden, ob die Schulstraßen tatsächlich die Sicherheit der Schulkinder erhöhen – und ob sich Probleme wie Verkehrsverlagerung in andere Straßen ergeben. Erst danach wird entschieden, ob die Schulstraßen dauerhaft umgesetzt werden.

Eine Schranke über eine Schulstraße in Kiel Mettenhof.

Damit soll es vor einer Grundschule in Kiel kein Verkehrschaos mehr geben. Zwei Mal am Tag wird die Straße gesperrt.

Ein Mann macht eine Schranke an einer Schulstraße in Kiel-Mettenhof auf.

Zweimal am Tag ist der Skagenweg für Elterntaxis gesperrt. Schüler sollen so sicher und eigenständig zur Schule kommen.