Solingen. Es war ein erfolgreiches und bewegtes Jahr für den Bergischen HC und damit auch für Geschäftsführer Jörg Föste. Der 65-Jährige zieht nun in der Löwenzeit, dem gemeinsamen BHC-Podcast von Tageblatt und Radio RSG, Bilanz. Er spricht über sportliche Großtaten, aber auch große administrative Hürden. Kippt das Trainingszentrum an der Kanalstraße? Darum und mehr geht es in der neuen Ausgabe – hier mit einem Auszug:
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Jörg Föste über……die Entscheidung, nicht mehr als Vizepräsident des Deutschen Handballbundes zu kandidieren
„Die Zeit war gut genutzt. In den vergangenen vier Jahren haben wir dort Strukturen aufgebaut. Es hat auf allen Ebenen eine Professionalisierung stattgefunden. Es ist erkannt worden, dass die beiden A-Nationalmannschaften die Aushängeschilder sind und man alles dafür tun muss, um sie zu stärken. Diese Teams motivieren die Jugend, dem Sport nachzugehen. Diese und andere Aufgaben sind gelöst worden. Es war ein guter Zeitpunkt, es zu beenden.“
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…über die erneute Wahl von Hassan Moustafa als Präsident des Handball-Weltverbandes IHF
„Beim DHB haben wir entschieden, die Kandidatur von Gerd Butzeck zu unterstützen – wohlwissend, dass die Chancen sehr gering sind. Nach meiner Auffassung ist es so, dass Hassan Moustafa im Prinzip alleine entscheidet, ob er Präsident bleibt oder nicht. Das Wahlergebnis hat mich nicht im Geringsten überrascht.“
…sein BHC-Highlight des Jahres 2025:
„Es war das erste Spiel des Jahres beim TuSEM Essen. Philipp Tychy (ebenfalls BHC-Geschäftsführer) und ich haben uns in der Halbzeit mit leeren Augen bei fünf Toren Rückstand angesehen und uns gefragt, ob wir in die Kabine gehen sollten. Um die Stimme zu erheben und wachzurütteln. Das haben wir noch nie gemacht, aber in dem Moment haben wir darüber nachgedacht. Ich bin heilfroh, dass wir uns dagegen entschieden haben, weil die Mannschaft uns das abgenommen hat – in einer Art Selbstreinigungsprozess. Alles, was wir 2025 gesehen haben, basiert darauf, was in dieser Halbzeit gesprochen, geschehen, reflektiert und begriffen worden ist. Der Sieg in diesem Spiel, die Serie danach und auch die Besinnung auf die eigentlichen Stärken, die wir nach der Selbstfindungsphase am Anfang dieser Saison hatten, basieren darauf. Deshalb ist das Spiel in Essen das Highlight.“
…die sportliche Entwicklung in der laufenden Saison
„Wir haben kurz vor Weihnachten gegen den Tabellendritten mit einem Tor zu Hause verloren – in einer Partie, in der wir Gerdas Babarskas nach einer Roten Karte schmerzlich vermisst haben und nur 48 Stunden zuvor schon gespielt hatten. Das macht deutlich, wie wettbewerbsfähig diese BHC-Mannschaft ist. Wir sind zuversichtlich, dass wir den einen oder anderen Punkt gegen die Teams holen, die uns in dieser Saison noch besuchen müssen. Das ‚müssen‘ sage ich ganz bewusst: Denn die Gegner kommen nicht mehr gerne hierher. Gegen den Bergischen HC ist es sehr schwer und unangenehm zu spielen. Diesen Ruf haben wir uns erarbeitet.“
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…seine größte Enttäuschung des Jahres 2025
„Das Infragestellen, dass wir das Trainingszentrum an der Kanalstraße benutzen können. Es war sehr ernst, vor allem auf Vertrauensebene. Es gibt seitdem keinen Kontakt mehr zu Michael Kölker (Hallenbetreiber beziehungsweise Inhaber). Es wird über Kanäle kommuniziert, von denen wir wissen, dass sie gut funktionieren. Wir stehen jetzt in Verhandlungen, was die weitere Nutzung über Mai 2026 hinaus angeht. Wir müssen aber auch davon ausgehen, dass diese Verhandlungen scheitern können. Deshalb haben wir einen Brief an die Oberbürgermeister von Wuppertal und Solingen geschrieben, um auf die mögliche Situation ab Juni hinzuweisen. Wir haben darum gebeten, dass man uns beim Finden einer Ausweichstätte behilflich ist.“
…mögliche Alternativen
„Der Bau an der Kanalstraße ist der Tatsache geschuldet, dass es in den Kommunen versäumt wurde, adäquate Trainingsmöglichkeiten zu generieren. Es ist aus einer Not heraus geschehen. Uns fehlten für die Profimannschaft die benötigten Zeiten. So könnte es im Juni wieder sein. Daher ist man gut beraten, sich für diesen Fall vorzubereiten. Die Diskussion, die in Solingen über die Errichtung einer Sporthalle unabhängig des Schulsports läuft, ist längst überfällig. Das muss jetzt auch kommen, denn der Zeitpunkt ist gut. Es gibt Fördertöpfe, die angezapft werden können. Da muss man von den Städten erwarten, dass sie das beherzt angehen, um schnellstmöglich ans Bauen zu kommen. Es geht ja in anderen Bereichen auch. Warum muss der Sport hinten anstehen? Das ist nicht akzeptabel – und auch nicht machbar. Wenn sich die Situation nicht ändert, haben wir keinen Platz, um auf bergischem Boden zu trainieren.“
…über die Überlegungen, den Stammverein aufzusplitten, so dass die BHC-Frauen unter dem Mantel eines eigenen Vereins antreten
„Das ist eine logische Fortentwicklung der grundsätzlichen Überlegung, die beiden Abteilungen zu trennen. Von Anfang an agieren die Frauen und Männer administrativ und organisatorisch unabhängig voneinander. Es gibt unterschiedliche Konten, es gibt mittlerweile unterschiedliche Spielbetrieb-GmbHs. Der nächste Schritt ist, es in unterschiedlichen Vereinen zu machen, weil es vieles vereinfacht. Man hat nicht die Notwendigkeit der permanenten Absprache, des Einholens von Unterschriften. Es ist viel simpler, wenn sich die BHC-Männer genauso zu den BHC-Frauen stellen wie zum Beispiel zu den Frauen des HSV Solingen-Gräfrath. Das eine hat mit dem anderen überhaupt nichts zu tun. Das ist immer so gelebt worden. Der letzte Schritt der Abkopplung ist in unserem Sinne.“
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…die Arena-Planung in Wuppertal
„Mit den Grundstückseigentümern laufen die Gespräche. Man ist jetzt in der Findungsphase. Es sind vier Eigentümer, zwei stadtnah – das dürfte unkritisch sein – und zwei private. Wenn ich eine Prognose abgeben müsste, tippe ich auf eine Annäherung im Februar.“
…die Revision im Arbeitsrechtsstreit mit Ex-Trainer Jamal Naji am Bundesarbeitsgericht in Erfurt
„Wir werden ein Urteil bekommen – und dann ist das Kapitel beendet. Die Handball-Bundesliga hat auch ein großes Interesse an dem Prozess. Die beiden bisherigen Urteile beziehen sich ja nur auf formale Dinge, nicht aber auf die Sache. Die interessiert aber die Menschen. Ist die Ligaklausel wirksam oder nicht? Sowohl das Arbeitsgericht Solingen als auch das Landesarbeitsgericht Düsseldorf haben sich um die Beantwortung der Frage gedrückt – so muss man es ja sagen. Wir erwarten uns jetzt von Erfurt, dass man diese Frage endlich mal beantwortet. Das ist im Interesse aller Clubs, sogar auf europäischer Ebene.“
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Alle erwähnten Themenbereiche werden in der neuen Folge noch deutlich vertieft. Dazu spricht Jörg Föste über die Entwicklung einzelner Spieler, die Rollen des Trainer-Duos Arnor Gunnarsson/Markus Pütz sowie von Sportdirektor Fabian Gutbrod und blickt sportlich (Liga und Final Four) sowie personell nach vorne. Reinhören lohnt!
ST