Der Winter macht weiter! Nachdem der Schnee in Düsseldorf bei schönem Sonnenwetter am Mittwochmittag (7. Januar) schon fast wieder verschwunden war, zog ab dem Mittag eine neue Schneefront über die Stadt. Straßen, Parks und Bürgersteige waren innerhalb von Minuten mit der weißen Schicht bedeckt. Das wirkte sich auch auf den Verkehr aus.

Die Polizei registriert allein bis zum Nachmittag (15.45 Uhr) 60 Unfälle auf den Autobahnen rund um Düsseldorf und im innerstädtischen Verkehr. „Zum Glück blieb es aber in allen Fällen bei einem Sachschaden“, so eine Sprecherin.

Wintereinbruch in Düsseldorf: Diese Rheinbahnlinien sind aktuell betroffen

Derweil vermeldet die Rheinbahn am Mittwochnachmittag Ausfälle auf einigen Linien aufgrund der extremen Wetterlage. Die Linie U72 kann aktuell zwischen Hubertushain und Ratingen nicht fahren, ebenso fällt die U 71 zwischen Uhlandstraße und Rath S-Bahnhof aus. Betroffen ist auch die 708 zwischen Worringer Platz und Heinrichstraße. Auch einigen Buslinien sind vom Schnee betroffen und fahren nur eingeschränkt.

Winterwetter in Düsseldorf

Die Räumfahrzeuge der Awista sind im Großeinsatz in der Stadt.
© Wolf von Dewitz/dpa | Wolf von Dewitz

Bis zum Donnerstagmorgen kann es laut dem Deutschen Wetterdienst verbreitet Schnee mit Höhen von ein bis fünf Zentimetern geben, in manchen Lagen auch bis zu zehn Zentimetern geben, so die Meteorologen. Die Feuerwehr teilte am Mittwochnachmittag auf NRZ-Anfrage mit, dass es bisher noch keine größeren Einsätze aufgrund der Wetterlage gab. Gleichzeitig sind die Räumfahrzeuge der Awista im Großeinsatz in der Stadt.

Der Schnee hatte Düsseldorf schon ab dem Montagnachmittag (5. Januar) und in der Nacht auf Dienstag (6. Januar) in ein weißes Kleid gehüllt. Im Straßenverkehr blieben jedoch größere Unfälle aus. Und auch die Rheinbahn meldete bisher keine großen Ausfälle. Am Montagabend gab es allerdings Probleme bei den Buslinien 733 und 738. „Die Fahrzeuge kamen den Gallberg im Stadtteil Ludenberg nicht rauf und blieben deswegen am Gerresheimer Krankenhaus stehen“, so ein Sprecher des Verkehrsunternehmens auf NRZ-Anfrage. Dienstagfrüh gab es „aufgrund der Wetterlage ein paar Verspätungen, aber insgesamt verlief alles ruhig und ziemlich problemlos“.

Feuerwehr Düsseldorf rückte in den Stadtteil Urdenbach aus

Auch die Feuerwehr hatte keine größeren Einsätze zu vermelden. Im Stadtteil Urdenbach am Baumberger Weg kam ein Auto von der Straße ab. „Zunächst bekamen wir die Meldung, dass der Fahrer in seinem Wagen eingeklemmt sei, aber als wir zur Unfallstelle kamen, war alles halb so schlimm“, so ein Feuerwehrsprecher. Ansonsten sei es bis zum Dienstagmittag „für die Wetterlage sehr ruhig“ geblieben.

Aber: Der Winter behält Düsseldorf in dieser Woche weiter fest im Griff. Der Deutsche Wetterdienst warnt weiterhin vor verbreiteter Glätte durch Schneefälle und überfrierende Nässe. Insgesamt kann es, schätzen die Meteorologen, bis dahin bis zu 70 Zentimeter Neuschnee geben. Außerdem gibt es Dauerfrost bei Temperaturen bis zu minus sieben Grad.

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Nicht nur Autofahrer müssen sich bei solchen Wetterlagen auf die besonderen Gegebenheiten einstellen. Auch die Rheinbahn hat die Wetteraussichten ständig im Blick. Von Anfang November bis Ende April können dann beim Düsseldorfer Verkehrsunternehmen bis zu vier Stufen des Winterdienstplans ausgerufen werden. In den ersten beiden Stufen sind zusätzliche Mitarbeitende in der rund um die Uhr besetzten Leitstelle tätig. Technikwagen von der Rheinbahn sind zusammen mit Funkwagen unterwegs und überwachen regelmäßig die Lage. Zudem wird das Schienennetz regelmäßig abgefahren.

In der dritten Stufe fahren bis zu 50 Fahrerinnen und Fahrer in den Nachtstunden das gesamte Schienennetz im 30-Minuten-Takt ab („Spurfahren“), um die Schneehöhe in den Gleisbereichen möglichst gering zu halten. In den höchsten Stufen kann es passieren, dass selbst das Spurfahren nichts mehr bringt. Das bedeutet, dass die Bedienung von einzelnen Abschnitten zeitweise aufgegeben und bestimmte Strecken teilweise gesperrt werden müssen.

Rheinbahn Düsseldorf: Manche Strecken sind beim Wintereinbruch besonders anfällig

Es gibt Strecken, die besonders anfällig sind: Die Strecke der U72 nach Ratingen zum Beispiel – die Bahnen fahren teilweise durch Wälder und Felder. Dadurch sei die Linie anfälliger für Vereisungen, teilt die Rheinbahn auf NRZ-Anfrage mit. Daher werde dann die Strecke regelmäßig abgefahren, um das Vereisen der Oberleitung zu verhindern. Die meisten Weichen seien zudem mit Weichenheizungen ausgestattet, die verhindern, dass die Weichen zufrieren.

Nicht der erste Schnee in Düsseldorf

Die ersten (leichten) Wintereinbrüche hat Düsseldorf schon hinter sich. Nachdem es etwa am Samstag (3. Januar) den ersten Schnee gab, reagierte die Stadt und ließ den Wildpark in Grafenberg wegen Glatteis schon an diesem Tag geschlossen. Er öffnete erst einen Tag später wieder.

Aber ab einer gewissen Menge Schnee oder beim Zusammenspiel mehrerer Witterungswidrigkeiten – wie zum Beispiel Tauwetter und erneutes Anfrieren plus Neuschnee – könne das Angebot nicht vollständig aufrechterhalten werden, so die Rheinbahn weiter. „In solchen Ausnahmesituationen, im Fall der höchsten Stufe, setzt die Rheinbahn daher auf ein Basisnetz. Dies besteht aus Ringlinien, die die wichtigsten Stationen abdecken.“

Schneefall in Düsseldorf: Awista und Rheinbahn arbeiten eng zusammen

Die Rheinbahn arbeitet zudem eng mit der Awista zusammen. Im Vorfeld werden die Räum- und Streuprioritäten gemeinsam abgestimmt. „Bei den Bussen ist die Rheinbahn abhängig von den Räumdiensten, denn wie der Pkw- und Lkw-Verkehr sind auch unsere Fahrzeuge auf befahrbare Straßen angewiesen“, teilt die Rheinbahn mit. „Dies gilt insbesondere für Strecken mit Gefälle oder Steigungen, von denen überwiegend die Linien im Kreis Mettmann betroffen sind.“

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Auch die „Awista Kommunal“ teilt mit, auf den Wintereinbruch „personell wie technisch vorbereitet“ zu sein. „Die Einsatzleiter des Winterdienstes beobachten und bewerten die Wetterlage kontinuierlich und ergreifen kurzfristig die erforderlichen Maßnahmen“, so eine Sprecherin. So wurde zum Beispiel für die Nacht auf Dienstag (6. Januar) die Rufbereitschaft für die Mitarbeitenden des Winterdienstes (Streustufe 1+2, Radwegenetz und Überwege) ausgerufen.

Flughafen Düsseldorf: Reisende sollten sich vorab informieren

Am Flughafen mussten am Dienstag vier vorgesehenen Flüge zwischen Düsseldorf und Amsterdam annulliert werden. Die Streichungen standen im Zusammenhang mit den Wetterbedingungen am Flughafen Amsterdam-Schiphol und nicht mit den Verhältnissen am Standort Düsseldorf. Der Betrieb am Düsseldorfer Airport selbst verläuft weiterhin planmäßig, so ein Flughafensprecher. Auswirkungen auf den Flugplan ließen sich bei starkem Schneefall jedoch nicht vollständig ausschließen. Der Airport empfiehlt Reisenden jedenfalls, „sich vor Antritt ihrer Reise grundsätzlich bei ihrer Airline oder ihrem Reiseveranstalter über den Status ihres Fluges zu informieren“.

Der Wildpark Grafenberg bleibt am Dienstag „aufgrund extremer Eisglätte“, wie die Stadt in einer Pressemitteilung schreibt, geschlossen. „Obwohl ein Räumfahrzeug im Einsatz war, ist auf den Wegen festgetrampelter Schnee angefroren, was aktuell zu Glätte und Rutschgefahr führt.“ Der Wildpark öffne wieder, „sobald die Wege wieder gefahrenfrei betreten werden können“.

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In den nächsten Tagen bleibt es dann also erstmal durchgehend winterlich. Erst ab Mitte nächster Woche sollen die Temperaturen allmählich wieder ansteigen.