Bundestrainer beim Junior-Cup: Als Julian Nagelsmann im Glaspalast coachte Engagiert an der Bande: Julian Nagelsmann vor zehn Jahren in Sindelfingen. Foto: Pressefoto Baumann

Der heutige Nationaltrainer hätte vor zehn Jahren um ein Haar das renommierte Jugendturnier in Sindelfingen gewonnen – und machte wenige Wochen später einen großen Karriereschritt.

Man weiß es ja im Vorfeld nie so genau. Aber wenn am Samstag die 34. Auflage des Junior-Cups in Sindelfingen startet, wird mit einiger Wahrscheinlichkeit wieder der eine oder andere spätere Profi auf dem Kunstrasen dabei sein. Vielleicht sogar ein kommender Star wie einst Manuel Neuer und Joshua Kimmich – oder ein sehr prominenter Trainer. Das renommierte Jugendturnier für U-19-Teams war nämlich in der Vergangenheit mitnichten nur eine Bühne für angehende Bundesliga-Spieler, sondern auch für spätere Übungsleiter. Christian Streich gewann den Cup 2011 mit dem SC Freiburg, der aktuelle VfB-Trainer Sebastian Hoeneß machte 2018 mit dem FC Bayern Station – und auch der heutige Bundestrainer stand schon an der Bande.

Vor genau zehn Jahren, im Januar 2016, gastierte Julian Nagelsmann mit der U19 der TSG Hoffenheim im Glaspalast. Genau genommen schon zum zweiten Mal. Auch ein Jahr zuvor war er mit den Kraichgauern dabei gewesen, aber nicht so richtig und in einer eher passiven Rolle: Der Chefcoach weilte aufgrund einer kurzen Auszeit – Sohn Maximilian war am 19. Dezember zur Welt gekommen – erst am zweiten Turniertag in der Halle und überließ auch dort seinen Co-Trainern die Verantwortung.

Wenige Wochen nach dem Turnier ist Nagelsmann Bundesliga-Trainer

2016 war das anders. Mit einem aktiv coachenden Nagelsmann, der um ein Haar den Turniersieg bejubelt hätte. Erst im Finale verlor die TSG mit 0:1 gegen Rapid Wien durch ein Tor des späteren Kölner Bundesliga-Profis Dejan Ljubicic kurz vor Schluss. Zufrieden war Nagelsmann dennoch – mit dem Auftritt seiner Mannschaft und der Stimmung in der Halle: „Insgesamt war es ein gutes Turnier für uns. Und die Atmosphäre in der Halle hat mir sehr gefallen“, bilanzierte er seinerzeit im Anschluss.

2018: der heutige VfB-Trainer Sebastian Hoeneß im Glaspalast Foto: Pressefoto Baumann

Übrigens: Dass es sein vorerst letzter Auftritt im Glaspalast sein würde, stand schon damals fest: Nagelsmann war bereits als kommender Trainer der Hoffenheimer Bundesliga-Mannschaft ab Sommer präsentiert worden, wo er Huub Stevens ablösen sollte. Aus dem halben Jahr wurden letztlich nur wenige Wochen: 36 Tage nach dem Turnier in Sindelfingen übernahm das 28-jährige Trainertalent die Profis vorzeitig, nachdem Stevens aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war.

Es folgte der Schritt ins große Rampenlicht für Nagelsmann: Champions League mit Hoffenheim und RB Leipzig, Meister mit dem FC Bayern, inzwischen Bundestrainer mit der WM im Blick. Eine steile Karriere – die ja vielleicht auch der eine oder andere Protagonist des kommenden Junior-Cups am Wochenende vor sich hat.