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Die Wege der Promenade werden deutlich schmaler, dafür werden zusätzliche Bäume gepflanzt und Rasenflächen angelegt. © Stadt Frankfurt
Der Europagarten in Frankfurt erhält eine umfassende Sanierung. Auch eine umstrittene Seilbahn könnte auf dem Gastronomie-Gelände entstehen.
Absterbende Bäume, vertrocknete Rasenflächen bei Hitze und riesengroße Pfützen bei Dauerregen sollen im Europagarten bald Geschichte sein. Die Grünanlage wird deshalb für 9,3 Millionen saniert und umgestaltet, die Stadtverordneten müssen der entsprechenden Magistratsvorlage nur noch zustimmen.
Für die Wasserbecken ist eine neue Nutzung vorgesehen. Unter anderem soll das kleinste mit Fontänen ausgestattet werden, die kühles Nass versprühen. Das bringt Abkühlung. © rüfferSchattige Plätzchen
„Insbesondere die vermehrt auftretenden Hitzesommer in Frankfurt haben deutlich gezeigt, dass die derzeitige Gestaltung des Europagartens den Herausforderungen des Klimawandels nicht standhält“, wird die Notwendigkeit der Maßnahme begründet. Hauptziel ist es, den stark verdichteten Boden aufzulockern und mit Nährstoffen anzureichern. Für mehr Aufenthaltsqualität sollen außerdem zusätzliche Sitzgelegenheiten geschaffen und auf der Wiese Bäume gepflanzt werden, unter deren Kronen Besucher ein schattiges Plätzchen finden. Auch einen Trinkwasserbrunnen soll es geben und die Wegeflächen der Promenade deutlich reduziert werden. Geplant sind in den kommenden vier Jahren zwei Bauabschnitte.
Bäume müssen gefällt werden
In einem ersten Schritt wird sich der inneren Parkmitte gewidmet. Von den 73 auf den Rasenflächen verteilten Bestandsbäumen müssen voraussichtlich 66 gefällt werden. Sie sind krank. Die gesunden Bäume werden an andere Standorte versetzt. Damit sich der aufgelockerte Boden erholen kann, ist nach der Auflockerung eine einjährige Zwischenbepflanzung vorgesehen. Erst dann wird Baumersatz in mindestens gleicher Anzahl gepflanzt und die Landschaftsbauarbeiten können beginnen, heißt es in dem aktuellen Magistratsbericht.
Klimaresistente Baumsorten wie die Ungarische Eiche, die Silberlinde oder der Südliche Zürgelbaum werden auch an den bereits baumbestandenen umlaufenden Promenaden gepflanzt. Die Flaniermeile wird grundlegend umgestaltet. So werden die versiegelten Flächen auf 7600 Quadratmeter fast halbiert, die Wege sind künftig statt 17 nur noch 6 Meter breit. In den Promenaden und auf der zentralen Wiese entstehen Pergolen mit Sitzgelegenheiten, unter denen Parkbesucher ein schattiges Plätzchen zum Verweilen finden. Schattenplätze sind an insgesamt zwölf Stellen verteilt im Europagarten vorgesehen – all diese Maßnahmen werden umgesetzt, um das hitzebedingte Gesundheitsrisiko von Parkbesuchern während der immer heißer werdenden Sommern zu reduzieren.
Fontänen sorgen für Abkühlung
Dazu trägt auch ein Trinkbrunnen bei, der in der Nähe der umgestalteten Wasserbecken installiert wird, denn für die Wasserbecken sind künftig andere Nutzungen vorgesehen. Das nördliche wird mit standortgerechten Gehölzen bepflanzt, das östliche bekommt einen Holzbelag und wird mit Beschattungselementen ausgestattet. Die Wasserflächen im Westen schließlich werden mit Fontänenfeldern ausgestattet. Und es sind Tischtennisplatten und Boulespielflächen im Park geplant.
Die von Kinder gewünschte, bei Anwohnern aber kritisch gesehene Seilbahn könnte auf dem Gastronomie-Gelände innerhalb des Europagartens entstehen. Der Bewirtungsbetrieb ist laut Magistrat an einen neuen Eigentümer verkauft worden. Nach Verhandlungen mit der Stadt dulde dieser die Grunderneuerung und den Seilbahn-Standort. Abgesprochen ist auch, dass Parkbesucher die Toiletten des Restaurants benutzen dürfen.