Ihnen ist zu kalt? Dann ab in die Philharmonie, wo Dirigent Petr Popelka sein Debüt mit Schumanns „Frühlingssinfonie“ gibt. Auch in der Mendelssohn-Remise wird mit Schuberts „Forellenquintett“ Hoffnung auf wärmere Tage verbreitet.

Aber vielleicht passt die Uraufführung von Matthias Pintschers Oper „Das kalte Herz“ am besten zur Jahreszeit. Zudem präsentiert das RSB selten gespielte Werke von Rachmaninow und Bruckner. Neues können Sie beim Ultraschall Festival kennenlernen.

Sie merken: Berlin hat einmal mehr für jeden Klassik-Fan etwas im Angebot.

1 Philharmoniker mit Petr Popelka Dirigent Petr Popelka Dirigent Petr Popelka gibt sein Debüt bei den Philharmonikern

© Baalbaki, Khalil

Seine „Frühlingssinfonie“ komponierte Robert Schumann innerhalb weniger Tage im Winter 1841. Glücklich und frisch verheiratet mit Clara, habe er die Sinfonie „in jenem Frühlingsdrang, der den Menschen wohl bis in das höchste Alter hinreißt“, geschrieben. Die Uraufführung am 31. März 1841 in Leipzig dirigierte Felix Mendelssohn. Die Philharmoniker spielen unter der erstmaligen Leitung von Petr Popelka.

Zuvor erklingen Dvořáks sinfonische Dichtung „Die Waldtaube“ und Alban Bergs berührendes Violinkonzert „Dem Andenken eines Engels“ (Solist: Gil Shaham). Berg widmete es Manon Gropius. Die Tochter von Walter Gropius und Gustav Mahlers Witwe Alma war mit 18 Jahren gestorben. 

Philharmonie

Herbert-von-Karajan-Str. 1, Tiergarten

Do/Fr 8./9.1., 20 Uhr, Sa 10.1., 19 Uhr

Tickets: 30-89 Euro

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2 Kammermusikalischer Schubert-Abend Pianist Vladimir Stoupel, Geigerin Judith Ingolfsson mit ihrem Sohn Alan - PR-Foto Mendelssohn-Remise Familiensache: Pianist Vladimir Stoupel (links) und Violinistin Judith Ingolfsson (rechts) mit ihrem Sohn Alan (Viola, Mitte) spielen Schubert

© Manfred Fuß

Franz Schuberts berühmtestes Kammermusikwerk war das Resultat glücklicher Sommermonate im oberösterreichischen Steyr im Jahr 1819. Das heitere und lichte Forellenquintett wurde zunächst wahrscheinlich nur privat aufgeführt und erst 1829 nach seinem Tod offiziell veröffentlicht. Die Besetzung mit Kontrabass ist ungewöhnlich.

Im Gegensatz dazu steht sein kontrastreiches und tiefes Klaviertrio Nr. 2, eine seiner letzten Kompositionen. Es spielen Pianist Vladimir Stoupel und Violinistin Judith Ingolfsson mit ihrem Sohn Alan (Viola) sowie Friedemann Ludwig (Violoncello) und Maria Krykov (Kontrabass).

Mendelssohn-Remise

Jägerstr. 51, Mitte, Do 8.1., 19 Uhr

Tickets: 30 Euro, erm. 20 Euro

3 Das kalte Herz STAATSOPER BERLIN Premiere: 11.01.2026 DAS KALTE HERZ • Musikalische Leitung: Matthias Pintscher • Inszenierung: James Darrah Black • Bühne: Adam Rigg • Kostüme: Molly Irelan • Licht: Yi Zhao • Video: Hana S. Kim • Co-Regie: Anderson Nunnelley • Dramaturgie: Olaf A. Schmitt BESETZUNG • Peter: Samuel Hasselhorn • Mutter: Katarina Bradić • Anubis: Rosie Aldridge • Clara: Sophia Burgos • Azaël: Sunnyi Melles • Alte Frau: Adriane Queiroz • Kind: Solist des Kinderchors der Staatsoper Uraufführung an der Staatsoper: „Das kalte Herz“ von Matthias Pintscher

© Bernd uhlig

Die Idee, das Märchen „Das kalte Herz“ zu einer Oper zu machen, kam Matthias Pintscher bei einem Spaziergang vor einigen Jahren im Schwarzwald. Zu der Zeit fragte ihn Daniel Barenboim, damals noch Generalmusikdirektor der Staatsoper, ob er nicht ein neues Bühnenwerk komponieren wolle. „In der Atmosphäre des Waldes kam mir Hauffs Märchen ‚Das kalte Herz‘ in den Sinn. Als Kind hatte ich es mir immer wieder auf Hörspielkassetten angehört, die dunkle Abgründigkeit dieser Geschichte faszinierte mich.“ Das 1827 entstandene Märchen handelt von dem Köhler Peter, der sich ein besseres Leben erträumt. Er schließt einen Handel mit dem skrupellosen Holländer-Michel, der ihm Reichtum schenkt und dafür ein Herz aus Stein in seine Brust setzt. Peter ist fortan zu keinen Gefühlen mehr fähig.

Der Pianist und Lyriker Daniel Arkadij Gerzenberg schrieb daraufhin ein Libretto, das Hauffs Märchen mit unserer Gegenwart verbindet. Im Laufe ihrer intensiven Zusammenarbeit kamen beide zu der Erkenntnis, dass der Austausch des Herzens aus heutiger Sicht besonders spannend sei. „In dieser Metapher hat sich noch etwas anderes aufgeblättert, nämlich die Abwesenheit von Emotion“, sagt Gerzenberg. „Wir haben dieses Bild neu gedeutet und daraus eine eigene Geschichte entwickelt. Das Märchen ist Grundlage und Inspirationsraum.“

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Auf der musikalischen Ebene ließ sich Pintscher von der Frage leiten, warum Menschen auf der Bühne singen, welche Emotionen dadurch zum Ausdruck kommen. „Ich habe ein Werk geschrieben, das sich an dem langsamen Glühen von Wagner-Opern orientiert und zugleich eine Mikrokomplexität in der Klangsprache aufweist. Alles wird mit einem großen Pinsel auf eine große Leinwand aufgetragen.“ Regie führt James Darrah Black. 

Staatsoper

Unter den Linden 7, Mitte

So 11.1., 18 Uhr (Uraufführung), Mi 14.1., Fr 16.1., Di 20.1., Fr 23.1., 19:30 Uhr

Tickets: 11-115 Euro

4 Rundfunk-Sinfonieorchester und Anna Vinnitskaya spielt Rachmaninows 1. Klavierkonzert Die Pianistin Anna Vinnitskaya. Foto: Marco Borggreve Anna Vinnitskaya spielt Rachmaninows 1. Klavierkonzert

© Marco Borggreve

Dass sein 1. Klavierkonzert im Schatten der legendären Nummern 2 und 3 stand, gefiel dem Meister nicht. So überarbeitete Sergei Rachmaninow 1917 das Werk, das er mit 17 Jahren komponiert und dessen ersten Satz er 1892 beim Klavierexamen am Moskauer Konservatorium gespielt hatte. Das 1. Klavierkonzert wird eher selten gespielt, dabei fand Rachmaninow hier zu seiner eigenen Sprache.

„Bei diesem Konzert versteht man den künstlerischen Werdegang von Rachmaninow. Es hat noch viele Einflüsse von Edvard Grieg, Franz Liszt und selbst von Claude Debussy“, sagte Pianistin Anna Vinnitskaya einst der PNN. Sie spielt mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester, bei dem kurzfristig Valentin Uryupin für Eva Ollikainen am Pult einspringt.

Im zweiten Teil erklingt Bruckners in einer Lebenskrise entstandene 2. Sinfonie. Sie wird auch als „Pausensinfonie“ bezeichnet, da Bruckner die Themen klar trennt, seine Zerrissenheit deutlich macht. Dennoch ergibt die Sinfonie ein großes Ganzes.

Philharmonie

Herbert-von-Karajan-Str. 1, Tiergarten

So 11.1., 20 Uhr

Tickets: 15-63 Euro

5 Kammermusik von Messiaen bis Strauss Carolin Widmann Violinistin Carolin Widmann

© Lennard Ruehle/Lennard Ruehle

Einen Abend mit frühen Werken von Messiaen, Fauré, Zimmermann und Strauss präsentieren Violinistin Carolin Widmann und Pianist Alexander Lonquich. Olivier Messiaen schrieb seine „Fantaisie“ für Violine und Klavier für seine Frau, die Geigerin Claire Delbos. Gabriel Fauré widmete sich mit seiner Violinsonate zum ersten Mal der Kammermusik.

Bernd Alois Zimmermann wandte 1951 in der Sonate für Solovioline erstmals Schönbergs Zwölftontechnik konsequent an. Für Richard Strauss dagegen war die Sonate für Klavier und Violine Es-Dur mit 23 Jahren der Abschied von der Kammermusik. 

Pierre-Boulez-Saal

Französische Str. 33D, Mitte

Di 13.1., 19:30 Uhr

Tickets: 10-45 Euro

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© Juan March Foundation

Auch in seiner 28. Ausgabe bietet das Ultraschall Festival für Neue Musik von Deutschlandfunk Kultur und radio3 vom rbb jungen Komponierenden eine Bühne für ihre Werke. Interpretiert werden sie von renommierten Ensembles und Orchestern wie dem SWR Experimentalstudio, dem Ensemble Mosaik, dem RSB oder dem DSO. Darunter sind zahlreiche Ur- und Erstaufführungen.

Ein Fokus liegt in diesem Jahr auf der Stimme in verschiedenen Konstellationen. Es sind aber auch György Kurtágs „Kafka-Fragmente“ oder ein Porträtkonzert von Hèctor Parra zu hören. Veranstaltungsorte für die zwölf Konzerte sind das Haus des Rundfunks, der Heimathafen Neukölln und das Radialsystem.

Zur Eröffnung (Haus des Rundfunks, Mi 14.1., 20 Uhr) spielt das Deutsche Symphonie-Orchester unter Marc Albrecht Werke von Talib Rasul Hakim, Zeynep Gedizlioğlu und Hermann Keller, dessen „Verwandlungen“ im Archiv der Komischen Oper entdeckt wurden und nun ihre Uraufführung feiern. Das Piano-Duo GrauSchumacher interpretiert Claudio Ambrosinis „Plurimo“, ein Konzert für zwei Klaviere und Orchester aus dem Jahr 2007. 

Ultraschall Festival für Neue Musik

Haus des Rundfunks, Heimathafen Neukölln und Radialsystem

Mi 14.1. bis So 18.1.,

18-20 Euro, erm. 12-14 Euro, Kombi-Tickets für einzelne Tage

Programm: ultraschallberlin.de