Die Industrienetzwerke America Makes und das National Center for Defense Manufacturing and Machining haben die Empfänger eines neuen Forschungsprogramms bekanntgegeben, das mit insgesamt 1,1 Millionen US-Dollar gefördert wird. Finanziert durch das Manufacturing Technology Office des US-Verteidigungsministeriums zielt das Projekt darauf ab, additive Fertigungsprozesse zwischen den Lieferketten des US-Verteidigungsministeriums und des britischen Verteidigungsministeriums vergleichbar und austauschbar zu machen. Im Mittelpunkt steht das Laser Powder Bed Fusion-Verfahren für sicherheitsrelevante Metallbauteile.

Der Hintergrund ist die wachsende Bedeutung additiver Fertigung für die militärische Instandhaltung und Ersatzteilversorgung. Kürzere Lieferzeiten, digitale Lagerhaltung und die Fertigung komplexer Geometrien gelten als Vorteile, stoßen jedoch in der Praxis auf regulatorische und technische Hürden. Insbesondere die Qualifizierung von Maschinen, Materialien und Prozessen stellt nach wie vor einen Engpass dar, wenn Bauteile standortübergreifend gefertigt werden sollen.

„Die Instandhaltung im Verteidigungsbereich stützt sich weiterhin auf ältere Materialien und Prozesse, die den heutigen operativen Anforderungen nicht gerecht werden. Dieses Vorhaben ermöglicht es Teams, einen Qualifizierungsrahmen für Anbieter metallischer additiver Fertigung sowohl in den USA als auch im Vereinigten Königreich vorzuschlagen und zu demonstrieren und so eine konsistente Teilequalität über verbündete Nationen hinweg sicherzustellen“, sagte Ben DiMarco, Technology Transition Director bei America Makes.

Das Programm adressiert diese Herausforderung, indem es Kriterien für die Prozessäquivalenz zwischen US-amerikanischen und britischen LPBF-Systemen definiert. Dabei werden nicht nur Maschinenparameter und Pulverchargen betrachtet, sondern auch Datenformate, Designfreigaben und Sicherheitsanforderungen entlang der Lieferkette. Ziel ist es, identische Bauteile unabhängig vom Produktionsort reproduzierbar herstellen zu können, ohne jede Fertigungsstätte separat qualifizieren zu müssen.

„Wir fühlen uns geehrt, mit führenden globalen Experten zusammenzuarbeiten, um die Gleichwertigkeit und Interoperabilität additiver Fertigung nachzuweisen. Durch die Weiterentwicklung der Qualifizierung für Laser Powder Bed Fusion und die Beschleunigung der praktischen Einführung zeigen wir, wie Zusammenarbeit technische, regulatorische und lieferkettenbezogene Hürden überwinden kann, um greifbare Ergebnisse für Einsatzkräfte und verbündete Verteidigungsoperationen zu liefern.“

Additive Fertigung könne diese Strukturen ergänzen, erfordere jedoch belastbare Qualifizierungsrahmen. Das Projekt solle zeigen, wie Metall-AM-Lieferanten in beiden Ländern nach einheitlichen Maßstäben bewertet werden können.

Langfristig soll die Zusammenarbeit dazu beitragen, eine verteilte, international vernetzte Fertigungsbasis aufzubauen, die auch unter komplexen Einsatzbedingungen funktioniert. Für die industrielle Nutzung von LPBF im Verteidigungsumfeld könnte dies ein wichtiger Schritt hin zu standardisierten und interoperablen Prozessen sein.