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Schneechaos legt Europa lahm. Sechs Menschen sterben in Frankreich, in Großbritannien schließen Schulen. Und Deutschland droht ein harter Wintereinbruch.

Update vom 7. Januar, 19:10 Uhr: Aufgrund des Schnee-Chaos sagt die erste Stadt in Deutschland Beerdigungen ab. Betroffen ist nach Informationen von Bild der Parkfriedhof im Hamburger Stadtteil Ohlsdorf. Friedhofssprecher Lutz Rehkopf sagte der Boulevardzeitung: „Wir informieren gerade die Angehörigen. Am Freitag und Sonnabend können keine Beerdigungen stattfinden.“ Insgesamt betreffe das 33 Beisetzungen und 13 Trauerfeiern. Ohlsdorf und viele weitere Friedhöfe in Hamburg werden von Freitag (9. Januar) bis Montag (12. Januar), 6 Uhr, auch für Besucherinnen und Besucher geschlossen.

Winter-Chaos in Europa: Von Paris (l.) bis Frankfurt (Oder) (r.) versinken Regionen im Schnee.Winter-Chaos in Europa: Von Paris (l.) bis Frankfurt (Oder) (r.) versinken Regionen im Schnee. © Christophe Ena/dpa; Patrick Pleul

Update vom 7. Januar, 18:40 Uhr: Auch bei der Deutschen Bahn wirkt sich das Winter-Wetter stark auf den Verkehr aus. Ab Donnerstag (8. Januar) seien Fernzüge auf einigen Schnellfahrstrecken vorsorglich langsamer unterwegs als gewohnt, teilte die Bahn mit. Zwischen Wolfsburg und Berlin, Hannover und Würzburg sowie Frankfurt und Köln müssten Fahrgäste daher mit Verspätungen und verpassten Anschlüssen rechnen.

Ab Donnerstag soll es im Fernverkehr dann verstärkt zu Verspätungen und Zugausfällen kommen. Wer sich bereits ein DB-Ticket für Donnerstag, Freitag oder Samstag gekauft hat, könne dies auch an einem späteren Tag oder noch am Mittwoch verwenden, erklärte die Bahn. Die Zugbindung sei aufgehoben, reservierte Sitzplätze könnten zudem kostenfrei storniert werden.

Winter-Wetter sorgt für Chaos in Europa

Auch andere europäische Länder hält der Winter im Griff. In Tschechien sackte mancherorts die Temperatur in den zweistelligen Minusbereich ab. In Brünn (Brno) wurde ein obdachloser Mann tot aufgefunden, der wahrscheinlich an Unterkühlung gestorben war. Hilfsorganisationen riefen dazu auf, Schlafsäcke, warme Kleidung und Decken für Menschen auf der Straße zu spenden. Auch im Osten der Slowakei waren zahlreiche Straßen blockiert. In Kosice, der zweitgrößten Stadt des Landes, konnten die öffentlichen Verkehrsmittel mehrere Haltestellen nicht anfahren. Auch die Müllabfuhr konnte Teile der Großstadt nicht erreichen.

Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen solltenPolarlichter, auch als Aurora Borealis (Nordlicht) oder Aurora Australis (Südlicht) im Bundesstaat New York.Fotostrecke ansehen

In Ungarn fielen zahlreiche lokale Züge im Großraum Budapest und in einigen anderen Regionen aus. Ungeräumte Straßen führten fast im ganzen Land zu Verkehrsbehinderungen. Am Flughafen Budapest kam es wegen Verzögerungen bei der Enteisung der Flugzeuge zu zahlreichen Verspätungen.

Starke Schneefälle und orkanartige Stürme unterbrachen indes in Kroatien die Verkehrsverbindungen zwischen dem Binnenland und der dalmatinischen Küste. Dutzende Reisende saßen in der Nacht zum Mittwoch im Schnellzug von Zagreb nach Split fest, weil die Lokomotive im Bahnhof Knin im gebirgigen dalmatinischen Hinterland nicht mehr weiterfahren konnte. Zugleich sperrten die Behörden die Autobahn, die die Hauptstadt Zagreb und die Adriametropole Split verbindet. 

Bombenzyklon über Deutschland droht – DWD spricht von „Wetterkrimi“

Update vom 7. Januar, 15:45 Uhr: Weite Teile Deutschlands liegen unter Schnee, und der Winter zeigt vermutlich auch in den nächsten Tagen, was er kann: Deutschland steht eine turbulente Wetterlage bevor. Nach Niederschlägen am Donnerstag (8. Januar) stehen die Nacht zum Freitag und der Freitag tagsüber im Fokus. Dann zieht ein Sturmtief auf direktem Weg nach Mitteleuropa und bringt Schnee und Glatteis mit sich, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. „Sturmtief Elli übernimmt die Regie in einem echten Wetterkrimi“, kündigt Adrian Leyser Sturm vom DWD in Offenbach an. 

Auf Fehmarn empfahl der Bürgermeister den Insulanern, sich mit Lebensmitteln für mindestens drei Tage einzudecken, damit man die Wohnung während der schwierigen Wetterlage nicht verlassen müsse.

Wie Meteorologe Jan Schenk vom Wetter-Portal The Weather Channel berichtet, könnte sich sogar ein Bombenzyklon ankündigen. Dabei handelt es sich um ein meteorologisches Phänomen, bei dem der Luftdruck innerhalb kurzer Zeit stark fällt und das System extremen Wind, Schnee und Kälte erzeugt. Dieser Bombenzyklon werde sich am Mittwoch über dem Atlantik bilden und dann Kurs auf Deutschland nehmen. Es werden starke Schneefälle und zugleich Sturmböen erwartet.

Update vom 7. Januar, 14:05 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gibt für die gesamte Bundesrepublik Warnungen heraus – teils mit Warnstufe Orange. In einem Streifen von Berlin nach München droht strenger Frost. Anwohner sollten „längere Aufenthalte im Freien vermeiden“. Im Westen und Nordwesten, langsam auch in Richtung Osten, fällt Schnee. In den Bergen können bis zu zehn Zentimeter Neuschnee fallen. In der Nacht zum Donnerstag (8. Januar) drohen Regen oder Sprühregen und damit auch Glatteis.

Schneesturm in Europa: Busverkehr in Paris eingestellt

Update vom 7. Januar, 10:36 Uhr: Nicht nur in Deutschland, auch in Paris hat der starke Schneefall für Chaos gesorgt. Der Busverkehr in der gesamten Stadt wurde eingestellt. Laut der Verkehrsgesellschaft RATP könnten Busse erst am Nachmittag wieder fahren. Störungen gab es auch bei Straßenbahnen, der Metro und den RER-Zügen. An den Flughäfen in Paris wurden die Flüge am Morgen reduziert.

Einschränkungen brachte das Wetter auch in anderen Landesteilen Frankreichs. Schulbusse und Lastwagen dürfen in Gebieten mit Schneewarnung der zweithöchsten Stufe Orange nicht fahren. Im nordfranzösischen Lille wurde der Busverkehr ebenfalls eingestellt. Laut der Zeitung Le Parisien belief sich der Stau landesweit auf 1.650 Kilometer.

Update vom 7. Januar, 8:48 Uhr: Autofahrer sowie Fußgänger müssen in großen Teilen Deutschlands weiterhin mit eisigen Temperaturen und rutschigen Straßen rechnen. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) herrscht nahezu landesweit Glättegefahr, an der Nordseeküste und im Harz sind zusätzlich Schneeverwehungen möglich.

In der südöstlichen Landeshälfte erwarten die Meteorologen massiven Frost mit Temperaturen zwischen minus 10 und minus 15 Grad. Auf dem Brocken im Harz sowie auf den Nordseeinseln können Sturmböen auftreten. In der Nacht zu Donnerstag droht im Norden stellenweise auch Glatteis durch gefrierenden Regen. Am Tag soll es im Westen und Nordwesten wieder schneien. Bis zum Abend soll sich der Schneefall bis zum Schwarzwald ausweiten. Meist fallen nach DWD-Angaben ein bis fünf Zentimeter Neuschnee, stellenweise könnten es auch bis zu zehn Zentimeter werden.

Auch am Freitag soll es in weiten Teilen Deutschlands weiter schneien. Wetter-Experte Dr. Karsten Brandt sagte der Bild: „In Hamburg, Schleswig-Holstein, Ostdeutschland und Niedersachsen erwartet uns regelrechter Dauerschneefall mit fünf bis zehn, vereinzelt sogar fünfzehn Zentimetern Neuschnee innerhalb von sechs Stunden. Das ist eine Extremlage.“ Er rät: „Planen Sie um, bleiben Sie zu Hause. Auf den Straßen besteht am Donnerstag und am Freitag Lebensgefahr.“

Europa versinkt im Schnee-Chaos: Sechs Menschen sterben bei Unfällen

Erstmeldung: Frankfurt – Weiße Pracht wird zum winterlichen Albtraum: Eine Kältewelle legt ganz Europa lahm und fordert Menschenleben. Frankreich meldet am Dienstag (6. Januar) sechs Tote durch vom Wetter bedingte Verkehrsunfälle, während von Großbritannien bis Italien der Verkehr zusammenbricht.

Die eisigen Straßenverhältnisse fordern ihren Tribut: Sechs Menschen starben bei wetterbedingten Verkehrsunfällen seit Montag. Besonders dramatisch ist die Lage in der Charente-Maritime, wo bis zu 30 Zentimeter Neuschnee gefallen sind.

Winter-Chaos in Europa: Drei Todesopfer bei Schneesturm in Frankreich

Drei Todesopfer sind im Département Landes zu beklagen, wo der Präfekt berichtet: „Es gab eine Reihe von Unfällen, darunter mehrere schwere Unfälle, insbesondere auf der Autobahn A63“.

26 Départements standen unter Orange-Warnung, die am Dienstagvormittag aufgehoben wurde. Etwa 13.000 Haushalte sind ohne Strom. Verkehrsminister Philippe Tabarot gab zu, dass die Wetterdienste das Ausmaß des Schneefalls nicht richtig eingeordnet hatten. „Das Ereignis wurde von Météo-France etwas unterschätzt“, erklärte er im Fernsehen. Statt der vorhergesagten drei Zentimeter fielen in der Pariser Umgebung bis zu acht Zentimeter.

Großbritannien friert bei Kältewelle: Hunderte Schulen geschlossen

Die britischen Inseln erleben die kälteste Nacht des Winters mit minus 12,5 Grad in Norfolk. Ein Bewohner aus Aberdeenshire berichtet der BBC: „Wir haben seit Jahren keinen Schnee wie diesen gesehen.“

Hunderte Schulen blieben geschlossen: 384 in Wales, 186 in Nordirland, über 100 in England und mehr als 150 allein in Aberdeenshire. Der Zugverkehr ist in England, Wales und Schottland massiv beeinträchtigt.

Verkehrskollaps bei Winter-Wetter in den Niederlanden

In den Niederlanden kollabierte das Verkehrssystem am Montag vollständig. Der gesamte Zugverkehr rund um Amsterdam wurde eingestellt, wie die niederländische Bahn NS mitteilte. Die Probleme erwiesen sich als schwerwiegender als zunächst angenommen – erst am Dienstag um 10 Uhr sollte der normale Winterbetrieb wieder aufgenommen werden.

Am Flughafen Amsterdam-Schiphol wurden rund 400 Flüge gestrichen, was ihn zum am stärksten betroffenen Flughafen Europas machte.

Ungewöhnlich harter Wintereinbruch: Italien erwartet Schnee bis nach Venetien

Auch Italien kämpft mit dem Winter-Wetter. Arktische Luftmassen bringen Schnee bis in die Ebenen von der Emilia-Romagna bis nach Venetien. Besonders betroffen sind die Toskana, die Marken und Umbrien, wo Schnee in ungewöhnlich niedrigen Lagen fällt.

Schneesturm rollt auf Deutschland zu

Deutschland steht das Schlimmste noch bevor. Wetterfachleute warnen vor einem winterlichen Januar mit Temperaturen bis minus 10 Grad und historischen Schneemengen. Besonders der Süden könnte drei Wochen lang im Dauerfrost bleiben.

Die arktischen Luftmassen, die bereits Westeuropa lahmlegen, rollen auf Deutschland zu. Meteorologen rechnen mit erheblichen Verkehrsbehinderungen und möglichen Stromausfällen. Erst im letzten Januardrittel soll sich die Lage entspannen. (Verwendete Quellen: dpa, AFP, BMFTV, BBC, de Volkskrant) (moe)