Döner ist das wahrscheinlich beliebteste Fast-Food in Deutschland – aber es ist schwer, ihn zu essen. Ein Knigge-Guru verrät, wie es klappt.
Döner Kebab gehört zu den Fast-Food-Gerichten, die in Deutschland am häufigsten gegessen werden. Die Kombination aus krossem Fladenbrot, Fleisch, Salat und Soßen hat es zu einer Beliebtheit gebracht, die sich bei der Gründung des ersten Döner-Imbiss wohl niemand hätte vorstellen können. Der Döner ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen.
Allerdings hat das auch wortwörtlich seinen Preis. Denn während immer mehr ausgefallene Döner-Varianten den Markt überschwemmen – mit ungewöhnlichen Fleischsorten und allerhand Extras – müssen Kunden immer tiefer in die Tasche greifen. Sogar über eine Dönerpreisbremse wird in der Politik nachgedacht. Ob traditionell oder modern – mit einem Problem müssen sich alle Döner-Fans seit Anbeginn herumschlagen: Der Döner ist schwer zu essen.
Döner mit Würde essen: Laut Knigge-Experte beginnt das schon bei der Bestellung
Wer kennt es nicht? Ein herzhafter Biss und der Mund ist voller Knoblauchsoße, während Fleisch, Salat, Gurken und Tomaten auf dem Boden landen. Abhilfe dagegen schafft etwa der Off- oder Ufodöner, bei dem das Fladenbrot mit einem speziellen Toaster an allen Seiten verschlossen wird. Allerdings ist dieser nur in wenigen Dönerläden erhältlich – und ähnelt eher einer gefüllten Teigtasche. Um das Problem zu lösen, hat sich Spiegel-Reporter Alexander Kühn an den bekannten Knigge-Experten und Tiktok-Influencer Clemens Maximilian Stefan Graf von Hoyos Freiherr zu Stichsenstein gewandt.
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In einem Münchner Dönerladen zeigt der „Knigge-König“ die typischen Fehler. Das beginnt schon mit der Frage, ob man eigentlich Zwiebeln auf den Döner bestellen sollte. „Man darf Zwiebeln essen, aber Sie sitzen ja später noch im Zug. Insofern würde ich aus Rücksicht auf meine Mitmenschen eher darauf verzichten“, erläutert Hoyos, der seinen Döner selbst ohne Zwiebeln bestellt. Abseits davon sollte man bei der Bestellung darauf achten, die „Servicekräfte nicht wie Leibeigene zu behandeln“, mahnt der Graf. Bedeutet: Ein freundlicher Gruß und ein „bitte“ sollten drin sein.
Wenn man den Döner bekommen habe, solle man auf den Ausspruch „lecker“ verzichten, so der Experte. „Das sagt man nicht. Lecker ist die Zunge des Rehs“, laute nämlich die ursprüngliche Bedeutung. „Tatsächlich kann man auch Döner würdevoll essen“, betont Hoyos und zeigt, wie es geht. Wichtig ist es demnach, nicht mit vollem Mund zu sprechen und heruntergefallene Servietten nicht mehr zu benutzen. Beim Essen geht er mit System vor. Zunächst klappt Hoyos die Enden des Dönerpapiers um. Danach „identifiziere“ er, was als Erstes droht, herunterzufallen oder zu kleckern. Nach diesem Prinzip verspeist der Knigge-Experte den gesamten Döner.