Verschneite Bäume stehen in einem Wald in Sieversen.

AUDIO: Wetterexperte: Auf noch mehr Schnee und Sturmböen folgt Eisregen (3 Min)

Stand: 08.01.2026 12:09 Uhr

Wetterexperten wie ARD Meteorologe Martin Gudd warnen vor Schnee- und Glätte in Niedersachsen. Heute soll im Südwesten eine Wetterlage einsetzen, die an frühere Schneestürme erinnert.

Martin Gudd vom ARD Wetterkompetenzzentrum prognostiziert Neuschnee und Sturmböen für Niedersachsen. Aber so wie im Winter 1978/79 wird es nicht werden, sagt Gudd. Ab Mitte kommender Woche droht dann laut dem Wetterexperten Eisregen.

Martin Gudd, worauf müssen wir uns in Niedersachsen einstellen?

Martin Gudd, Wetter-Experte.

Martin Gudd ist Meteorologe im ARD Wetterkompetenzentrum.

Martin Gudd: Auf noch mehr Schnee. Denn es liegt zwar jetzt schon einiges an weißer Pracht – es ist auch in den letzten Stunden schon einiges heruntergekommen, aber der nächste Schwung an Schnee kündigt sich dann ab Donnerstagabend an. Und das Zentrum dieses nächsten Schwunges an Schnee, das wird wahrscheinlich in der zweiten Nachthälfte zum Freitag bei uns in Niedersachsen stattfinden. Und nicht nur das. Es ist dann auch mit starkem Wind und Sturmböen zu rechnen. Und man kann sich das vorstellen: Schnee und Wind zusammen, das ist eine blöde Kombination. Und daher dürften bis Freitagfrüh, Freitagvormittag an manchen Orten deutlich mehr als 10 oder 20 Zentimeter an Neuschnee zusammenkommen.

Gibt es denn bestimmte Regionen, die besonders betroffen sein werden?

Gudd: Generell von dieser Kombination aus Schnee und Wind ist hauptsächlich das Dreieck so ganz grob zwischen Bremen, Hannover und Hamburg etwa mit dem Schwerpunkt Lüneburger Heide betroffen. Aber auch im Harz oder auch im Teutoburger Wald dürften die Schneemengen ganz erheblich sein. Und da darf man sich dann nicht wundern, wenn es auf Straßen und Wegen ein bisschen erschwert wird. Weil zu diesem Schnee – da dürften stellenweise über 20 oder auch 30 Zentimeter Neuschnee dazukommen – kommen natürlich auch die Verwehungen. Und die können noch einmal um ein Vielfaches höher sein.

Schnee am Strand bei Norden.

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Wie gefährlich kann es denn grundsätzlich in den nächsten Tagen werden? Einige werden sich da vielleicht noch an die Schneekatastrophe im Winter 1978/79 erinnern.

Gudd: Ja, es ist eigentlich nur ein bedingter Vergleich mit der damaligen Schneekatastrophe. Damals gab es ja in Schleswig-Holstein an der Ostküste acht Meter Schneewehen, das erwarten wir jetzt nicht. Aber es ist einfach mal ein verschärfter Wintervorgang. Und wir vergessen alle, dass solche Winter in der Tat in der Mitte des 20. Jahrhunderts speziell auch in den 1960er- und 1970er-Jahren häufiger vorkamen. Auch da – 1966 zum Beispiel oder 1978/79 eben das Beispiel -, gab es häufig solche Tiefdruckgebiete, die mit Ostwind und starken Schneefällen verbunden waren und eben mit tagelangen Verkehrsbehinderungen. Und das erleben wir jetzt in ja zumindest bedingtem Maße auch mal wieder.

Schnee liegt am Strand von Norderney.

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Wie lange bleibt es so winterlich bei uns in Niedersachsen?

Gudd: Mindestens mal bis Dienstag, Mittwoch, dass ist der neueste Stand der Berechnung. Und dann kommt noch einmal ein Paukenschlag: Wir erwarten dann zur Wochenmitte – vielleicht sogar schon am Dienstag – Eisregen mit Glättegefahr. Und das dürfte also, nachdem wir ja jetzt den Schnee dann überwintert haben, auch niemanden mehr überraschen. Wenn es dann Dienstag, Mittwoch noch einmal glatt wird, bevor sich der Frost und der Schnee dann allmählich verziehen.

Viel Neuschnee da freut sich natürlich vor allem jeder Wintersportler. Im Harz war in den vergangenen Tagen richtig viel los. Bleiben die Wintersportbedingungen da weiter so gut?

Gudd: Erst einmal ja, wenn nicht diese Milderung in der nächsten Woche wäre. Dann dürften allerdings diese Schneefälle auch langsam aufhören, in Nieselregen übergehen. Und was dann mit den großen Schneemengen vor allen Dingen in den Mittelgebirgen – im Harz beispielsweise – passiert, das steht noch so ein bisschen in den Sternen. Sie werden langsam schmelzen. Aber ob diese Milderung in der Lage ist, den Schnee ganz zu schmelzen, da lassen wir uns einfach einmal überraschen.

Das Interview führte Constance Beisert.

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