Im Hochtaunuskreis geht es im neuen Jahr um viele Themen, die auch die Hessen insgesamt beschäftigen. Die Listen für die Kommunalwahl am 15. März stehen, die Pläne für neue Schulen, Feuerwehrhäuser, Kitas, Sporthallen, Bahnhöfe und Plätze ebenfalls. An vielen Stellen wird schon gebaut. Und zum Feiern bekommen die Einwohner im Kreis ebenfalls immer wieder Gelegenheit. Nicht nur am Europatag, den am 9. Mai diesmal Steinbach ausrichtet, sondern auch auf einer besonderen Kerb.

Aber der Reihe nach. In der Kreisstadt Bad Homburg wird 2026 „das Planungsjahr für das neue Kurhaus“, wie es aus der Verwaltung heißt. Als Ankermieter soll das Casino einziehen. Auch die Maritim-Gruppe hat signalisiert, dass sie sich vorstellen kann, das Hotel in den Neubau zu integrieren. Vor wenigen Wochen haben zudem die Bauarbeiten für die Verlängerung der U2 begonnen. Es wird aber noch viele Jahre dauern, bis die U-Bahn zum Bad Homburger Bahnhof fährt. Zunächst einmal heißt die Endstation jetzt vorübergehend Ober-Eschbach. Denn der bisherige Endpunkt Gonzenheim wird aufwendig unter die Erde verlegt.

Die zweitgrößte Stadt Oberursel setzt weiter darauf, mit Fördergeld des Landes Hessen und des Bundes die Innenstadt zu verschönern. Eine besondere Rolle spielt dabei das Rathaus, das dringend saniert werden muss. Auf anderen Plätzen arbeitet die Stadt daran, mehr Wasser und mehr Grün zu schaffen. Das ist auch das Ziel eines Großvorhabens in Königstein. Dort wird die Konrad-Adenauer-Anlage samt neuer Tiefgarage und Busbahnhof neu gestaltet.

Busbahnhof mit Fahrradgarage

In Friedrichsdorf nennt Bürgermeister Lars Keitel (Die Grünen) als erstes wichtiges Ereignis des neuen Jahres, dass nach jahrelangem Warten die Bauarbeiten am Bahnhof endlich fertig werden. Oder sollte es besser heißen, fertig werden sollen? Viele Einwohner der drittgrößten Stadt im Kreis haben längst aufgehört, die Verzögerungen an der Großbaustelle zu zählen oder allzu viel auf neue Fertigstellungstermine zu geben.

Zuletzt hatte die Deutsche Bahn Anfang Dezember gemeldet, dass die Aufzüge aus der neuen Personenunterführung erst im neuen Jahr montiert werden könnten. Wenn das klappt, wird die Stadt ein „modernes und vor allem barrierefreies Entree“ haben, wie es der Bürgermeister nennt.

Bauarbeiten am Bahnhof sind auch den Kronbergern vertraut. Ende Oktober war Spatenstich für einen Busbahnhof mit Fahrradgarage. Die Anlage wird in einen maroden Steilhang hineingebaut, der bei der Gelegenheit neu modelliert wird. Das auf gut zwei Jahre angelegte Vorhaben kostet insgesamt 13 Millionen Euro. Die Hoffnung der Stadtspitze ist, dass Pendler, Besucher und Einwohner künftig gerne auf das Auto verzichten. Auch beim Stromerzeugen möchte Kronberg vorbildlich sein: Die im September begonnene Photovoltaikanlage am Waldschwimmbad wird in den nächsten Monaten fertig.

Will wiedergewählt werden: Der Kronberger Bürgermeister Christoph König tritt bei der Direktwahl im September abermals an.Will wiedergewählt werden: Der Kronberger Bürgermeister Christoph König tritt bei der Direktwahl im September abermals an.Lando Hass

Außerdem wählen die Kronberger im September einen neuen Bürgermeister, wobei der neue der bisherige sein könnte: Amtsinhaber Christoph König (SPD) hat angekündigt, dass er gerne im Rathaus bliebe. Im November 2020 hatte sich König in der Stichwahl gegen den CDU-Kandidaten Andreas Becker durchgesetzt. Für die Wahl am 6. September hat sich außer König noch niemand beworben, wie es aus dem Rathaus heißt. Falls es wieder eine Stichwahl gibt, findet sie drei Wochen nach der ersten Runde statt.

Auch in der Gemeinde Schmitten dürfen die Wahlberechtigten entscheiden, wen sie künftig als Bürgermeister haben wollen. Oder als Bürgermeisterin. CDU-Politikerin Julia Krügers, seit Februar 2021 im Amt, möchte am 23. August ebenfalls wieder antreten. Auch in der Feldberg-Gemeinde ist über weitere Kandidaten noch nichts bekannt. Vermutlich warten manche erst die Kommunalwahl ab.

In der kleinen Stadt Steinbach machen manche Mitarbeiter der Verwaltung zurzeit vermutlich Überstunden. Die Kommune will die Altkönighalle sanieren, eine Sporthalle von 1983. Für ein Förderprogramm des Bundes muss bis Mitte Januar der Antrag stehen. Die Gemeinde Glashütten ist beim Bau eines Sport- und Kulturzentrums schon weiter. „Bisher läuft es dort auf der Baustelle sehr gut“, berichtet Bürgermeister Thomas Ciesielski (CDU). Im Spätherbst soll die Einfeldsporthalle im Ortsteil Schloßborn fertig sein, die Kulturhalle im Herbst 2027.

Bagger rollen für Feuerwehrhäuser

In Glashütten und Steinbach sollen auch neue Feuerwehrhäuser entstehen, wie in vielen Orten, weil die Gebäude meist aus den Siebzigern stammen. Die Gemeinde Wehrheim sammelt mit einem Realisierungswettbewerb Ideen für den Neubau. Bürgermeister Gregor Sommer (CDU) könnte sich das zusammen mit einem Bürgerhaus vorstellen. Im Bad Homburger Stadtteil Ober-Erlenbach könnten kurz vor Ostern die Rohbauarbeiten für den Feuerwehr-Neubau beginnen.

Auf einer großen Fläche in Usingen rollen schon seit ein paar Monaten die Bagger. Dort entsteht ein Technikgebäude. Vier hauptamtliche Gerätewarte sollen dort künftig die Ausrüstung der Feuerwehrkameraden aus Usingen, der Nachbarstadt Neu-Anspach und den Gemeinden Wehrheim und Grävenwiesbach überprüfen. Das sind allein 2300 Schläuche im Jahr. Gleichzeitig entsteht eine Atemschutzstrecke des Hochtaunuskreises.

Grund zur Freude gibt es im nördlichen Hochtaunuskreis auch wegen eines Großereignisses im September. Denn dann findet wieder der Laurentiusmarkt statt. Das ist eine Erwähnung wert, weil die beliebte Kerb auf der Kippe stand. Der Schützenverein konnte sie nicht mehr stemmen, aber viele andere Vereine haben sich zusammengeschlossen, um den Jahrmarkt zu retten. Das bedeutet viel Einsatz im Ehrenamt.

Ansonsten wird im Kreis trotz knapper Kassen in Kinderbetreuung investiert. Zum 1. August beginnt der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler. Der Kreis sieht sich „gut vorbereitet und kann für alle Schulen ein Betreuungsangebot sogar bis zur vierten Klasse vorlegen“, wie es heißt. Auch das Schulbauprogramm wird fortgesetzt. An der Astrid-Lindgren-Schule in Usingen sind noch Restarbeiten zu erledigen. Die Erweiterung der Geschwister-Scholl-Schule in Steinbach soll bis Ende des Jahres fertig sein.

Umrüstung: Die Bahnsteige der Taunusbahn, zum Beispiel der in Usingen, sollen in der zweiten Jahreshälfte Anzeigetafeln mit moderner Technik bekommen.Umrüstung: Die Bahnsteige der Taunusbahn, zum Beispiel der in Usingen, sollen in der zweiten Jahreshälfte Anzeigetafeln mit moderner Technik bekommen.Anjou Vartmann

Und noch eine Nachricht aus dem Landratsamt dürfte manche im Kreis freuen. Zumindest die, die noch Vertrauen in die Taunusbahn haben. Der Verkehrsverband Hochtaunus investiert nämlich in die Modernisierung der Fahrgastinformation. In der zweiten Jahreshälfte sollen an allen Bahnstationen dynamische Anzeigetafeln „entsprechend dem aktuellen Stand der Technik“ aufgestellt werden. Auch die akustischen Ansagen werden auf den neuesten Stand gebracht. Insofern: Gute Reise durch das Jahr 2026!