Nach den letzten beiden verlorenen Begegnungen gegen die Top-Teams um den Rekordpokalsieger ALBA BERLIN und den Deutschen Meister FC Bayern München stehen unsere Basketball Löwen Braunschweig an diesem Wochenende vor der nächsten großen Herausforderung: Headcoach Kostas Papazoglou und sein Team machen sich am Freitag auf den langen Weg Richtung Süden, wo es am Samstagabend gegen den Vizemeister und aktuellen Tabellensechsten ratiopharm ulm geht. Tip-Off der Partie in der ratiopharm arena ist um 20:00 Uhr – Dyn überträgt live ab 19:45 Uhr.

Wenn die Löwen sich morgen mit dem Bus auf den Weg gen Ulm machen, dann bleibt zu hoffen, dass das angekündigte Sturmtief Elli und seine Auswirkungen die insgesamt über 1.000 Kilometer lange Fahrt (hin und zurück) nicht zu sehr beeinträchtigen. Im Normalfall sind pro Strecke 6,5 Stunden Fahrtzeit eingeplant – die Ankunft sollte am Freitag demnach gegen 19:30 Uhr am Hotel erfolgen, ehe es am nächsten Mittag zum Shoot-Around in die ratiopharm arena geht. Ein paar Stunden später beginnt hier vor wahrscheinlich ausverkaufter Kulisse die Partie gegen die „Uuulmer“, die in dieser BBL-Saison angefeuert von ihren Fans bislang vier von sechs BBL-Heimspielen gewonnen haben. Zwei dieser Siege hat die Mannschaft von Headcoach Ty Harrelson im Dezember geholt – es war aber ohnehin ein Monat, in dem es für den Tabellensechsten mit fünf von fünf gewonnenen BBL-Spielen richtig gut lief. Das war eine wichtige Reaktion auf die schwierigen Vorwochen, in denen die Ulmer fünf Ligaspiele in Folge plus das Pokal-Achtelfinale verloren hatten.

Ulm schnappt sich ligaweit zweitmeisten Ballgewinne
Christopher Ledlum ist Ulmer Topscorer. Foto: Eibner-Pressefoto/Alexander Neis

Seit kurz vor Weihnachten durfte auch wieder Ulms Topscorer Christopher Ledlum mitwirken, der mehrere Wochen verletzungsbedingt gefehlt hatte. Der 1,98 Meter große und physische Frontcourt-Spieler steht in der BBL derzeit bei 17 Punkten im Schnitt und hat nur einmal nicht zweistellig gepunktet. Zudem sammelt der US-Amerikaner 6,5 Rebounds pro Spiel ein und ist der effektivste Ulmer (16,6). „Er ist offensiv Ulms wichtigster Spieler und bei jeder Aktion sehr aggressiv“, so Löwen-Assistant Coach Ferried Naciri über Ledlum. Neben dem vielseitigen Forward punkten zudem der zuletzt in Japan spielende Guard Mark Smith (13,5 PpS), der frühere Braunschweiger und Nationalspieler Christian Sengfelder (11,2 PpS) und der defensivstarke Tobias Jensen zweistellig (11,1 PpS). Apropos Verteidigung: Die ist bei den Ulmern generell sehr gut und nimmt der gegnerischen Offensive viel weg. Dazu trägt auch Allrounder Justin Simon bei, der nachverpflichtet wurde und 2022 schon die Auszeichnung als bester BBL-Defensivspieler des Jahres erhalten hat. Simon gehört ligaweit zu den besten Balldieben (1,7 SpB). Aber hier sind die Ulmer generell stark, was durchschnittlich 8,6 Ulmer Steals verdeutlichen – das ist der zweitbeste BBL-Wert.

Auf den Ball aufzupassen, wird dementsprechend eine wichtige Löwen-Aufgabe für das Samstagsspiel sein, in dem das Papazoglou-Team aber auch gegen die kräftigen Ulmer Körper gefordert sein wird. Die enorme Physis des Gegners haben die dezimierten Löwen zuletzt im Spiel gegen den FC Bayern München zu spüren bekommen. „Da haben wir sehr gut und mit viel Energie sowie Intensität begonnen. Aber wir wurden auch ziemlich früh müde, was Gründe hatte“, so Ferried Naciri. Das führte zu schwächeren Trefferquoten, weniger Intensität in der Verteidigung und mehr Fehlern. Aber auch wenn das Spiel am Ende sehr deutlich zu Gunsten der Bayern ausging, so gab es dennoch etwas Positives. Luka Ščuka zum Beispiel, der nach seiner Verletzungspause stark zurückgekommen ist und gegen die Münchner mit 18 Punkten Topscorer war. Der slowenische Forward hatte auch schon in den beiden Spielen zuvor überzeugt und in den vergangenen drei Partien durchschnittlich 15 Punkte sowie 7,6 Rebounds aufgelegt. Ebenfalls aus dem Spiel gegen München hervorzuheben ist der Auftritt von Youngster Nikola Tomic, der mit sieben Punkten seine persönliche BBL-Bestleistung aufstellte und viel Energie brachte.

Wird die Energie entscheidend?

Diese werden die Löwen gegen die Ulmer über einen längeren Zeitraum brauchen und laut Naciri im Vergleich zum Bayern-Spiel deshalb gewisse Veränderungen vornehmen. Die Belastung und Energie dürften auch bei den Ulmern eine Rolle spielen, die zuletzt wettbewerbsübergreifend (EuroCup und BBL) drei Spiele in Folge verloren haben. So gab es am 4. Januar unter anderem eine Niederlage (89:100) beim Überraschungsteam und Aufsteiger Trier, bei der Ty Harrelson allerdings auch auf einige Spieler wie Nelson Weidemann oder Tommy Klepeisz verzichten musste und im Wesentlichen sieben Spieler einsetzte. Ein ähnliches Kaderbild bot sich vor zwei Tagen auswärts bei Besiktas Istanbul, wo die Ulmer mit 76:97 unterlegen waren.