Die Düsseldorfer Rotarier wollen Heranwachsenden in der Landeshauptstadt möglichst ungeschminkte Einblicke in interessante Berufsbiografien ermöglichen. „Wir wollen die Berufsorientierung ehrlich machen und versuchen, echte berufliche Werdegänge direkt in die Schulen zu tragen – offen, persönlich und ohne Werbefilter“, schreiben die Vertreter der Düsseldorfer Clubs.
In der Reihe „Rotary meets school“, die in der kommenden Woche startet, wollen Mitglieder der Clubs mit Schülern jenseits des Unterrichts über ihre Tops und Flops ins Gespräch kommen. Die Studien- und Berufswahl gehöre zu den schwierigsten Entscheidungen im Leben junger Menschen – und werde, so die Organisatoren, oft auf Infotage und Hochglanzbroschüren reduziert. Hier wollten die Rotarier bewusst einen anderen Weg einschlagen.
Geplant sind zwischen 12. Januar und 5. Februar Beratungsabende an zehn Düsseldorfer Gymnasien und Gesamtschulen, die immer um 19 Uhr beginnen und jeweils auf ein bestimmtes Thema fokussiert sind. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Eingeladen sind alle Oberstufenschülerinnen und -schüler, die – jenseits von Rankings und Marketingversprechen – Orientierung suchen.
Dabei soll die Beratung nicht frontal erfolgen, sondern im Dialog. Erfahrene Rotarier aus Medizin, Recht, Ingenieurwesen, IT, Wirtschaft, Naturwissenschaften, Kunst und Handwerk sprechen über ihre Karrieren inklusive der damit einhergehenden Umwege, Fehlentscheidungen und Zweifeln. „Wir erzählen dann nicht nur von Erfolgen, sondern berichten auch über Brüche und Richtungswechsel“, sagt Hanno Brandes, Mitorganisator von „Rotary meets school“. Viele Schüler seien erleichtert, zu hören, dass Lebensläufe selten geradlinig verliefen. Neben fachlichen Anforderungen würden deshalb an den Abenden bewusst auch die weichen Faktoren thematisiert: Motivation, Durchhaltevermögen, Selbstreflexion, aber auch die Frage, welche Fähigkeiten sich im Laufe eines Berufslebens tatsächlich als entscheidend erweisen.