Niemand lässt sich gern beschimpfen. Die Münchnerinnen und Münchner mögen das laut Benedikt Feiten schon gar nicht. Denn: Zu ihren Eigenschaften gehöre eine „fast schon hündische Lobanfälligkeit“ sowie „die Sorge, bewertet zu werden“, schreibt er in einem neuen Essay-Band und zählt eben jene Eigenschaften zu seinen eigenen. Feiten, 43, ist in und um München aufgewachsen, hat an der Ludwig-Maximilians-Universität Amerikanistik studiert und dort über die Musik und die Transnationalität in den Filmen von Jim Jarmusch promoviert. Er wohnt mit seiner Familie in Giesing und sieht es als Privileg, für seine Arbeit als Autor nicht mehr als einen Schreibtisch zu benötigen. Feiten beschäftigt sich literarisch vornehmlich mit seiner Heimatstadt. Für sein aktuelles Buch „München-Beschimpfung“ (Favoriten Presse) hat Illustrator Jan Steins in den Bayrisch-Münchner Farben Blau-Weiß-Schwarz-Gelb passende Bilder gefunden hat. Feiten betont beim Gespräch im HP8: „Ich bin kein Soziologe, Politiker oder Stadtplaner, aber jemand, der in dieser Stadt groß geworden ist und lebt.“ Und er ist jemand, der genau hinschauen und -hören kann.