Angesichts des angekündigten Winterwetters hat Berlin-Neukölln vorsorglich alle Sporthallen und -anlagen des Bezirks für den Vereinssport gesperrt. Erst am Mittwoch waren zehn Hallen nach mehrtägiger Sperrung wieder freigegeben worden. Auch da hatte der Bezirk mit der Schneelast auf den Dächern argumentiert.
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In Neukölln sei keine der insgesamt 80 Hallen einsturzgefährdet, schreibt das Bezirksamt. Allerdings sei nicht vorhersehbar, wie sich der Schnee durch die angekündigten Winde und Verwehungen auf den Dächern verteile. Bei einzelnen Hallen könne daher nicht ausgeschlossen werden, dass sich das zusätzliche Gewicht auf die Statik auswirke. Da nicht alle Hallen einzeln überprüft werden könnten, würden präventiv alle bis Sonntag gesperrt.
Die Sperrung soll laut Bezirksamt nur den Vereinssport betreffen. Der Schulsport sei erst einmal nicht betroffen, hieß es. Nach Angaben eines Bezirkssprechers werden die Hallen am Freitagmorgen noch kontrolliert, weshalb Schulsport möglich sei, später seien aber keine Hausmeister mehr im Dienst. Jedoch könne es sein, dass Turnhallen kurzfristig gesperrt werden müssen, hieß es vom Bezirk. Allerdings hat Berlin die Schulpflicht für Freitag ausgesetzt. Montagfrüh sollen die Hallen erneut geprüft werden.
Auch alle bezirklichen Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen werden ab Freitagfrüh gesperrt. Montagfrüh tagt der bezirkliche Krisenstab und prüft, welche Gebäude wieder freigegeben werden können.
Schon zu Wochenbeginn hatte der Bezirk zehn der 80 Sporthallen präventiv gesperrt, „bis der Schnee beräumt wurde“. Dass Sporthallen gesperrt werden müssten, sei „im Kern ein ganz übliches Verfahren“, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Es falle nur deswegen nicht auf, weil in Berlin selten Schnee falle und liegen bleibe. Alle Turnhallen in Neukölln seien statisch darauf überprüft worden, welche Schneelast für eine sichere Nutzung möglich ist.
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Ein paar Zentimeter gefrorener Schnee wögen schnell 20 Kilogramm oder mehr pro Quadratmeter, sagte der Sprecher weiter. Bei einer Dachgröße von 1000 Quadratmetern lasten also schnell 20 Tonnen zusätzliches Gewicht auf den zumeist Flachdächern der Hallen. Das sei vor allem für ältere Hallen womöglich zu viel. „Bei Sanierungen oder Neubauten wird das natürlich berücksichtigt – allerdings ist der Sanierungsbedarf in den Berliner Bezirken ja hinreichend bekannt“, so der Sprecher.