Seit mehr als zehn Jahren kämpft die Bürgerinitiative Hafenalarm gegen einen großflächigen Ausbau des Reisholzer Hafens. In der Dezember-Sitzung hatte die Verwaltung den aktuellen Stand eines vor Ort geplanten Groß-Projektes von Aurelis vorgestellt. Im August hatte es zu diesem Thema einen Bürgerdialog gegeben. Das Immobilienunternehmen hatte dort bereits vor mehr als drei Jahren mehrere Grundstücke mit einer Gesamtfläche von rund 310.000 Quadratmetern erworben, darunter auch die RWE-Brache.
Aurelis will nun auch in Rücksprache mit der Stadt klären, was dort planerisch überhaupt möglich ist. Denn, wie es die Verwaltung in einer aktuellen Vorlage für die politischen Gremien ausführt, stehe das formulierte Ziel der neuen Eigentümerin, dort eine gewerblich/industrielle Nutzung für diesen Teilbereich zu realisieren, dem auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände vorhandenen Planungsrecht als Sondergebiet Umspannwerk beziehungsweise Versorgungsfläche entgegen.
Diese Vorlage hat nun auch die Initiative Hafenalarm zum Anlass genommen, noch einmal ihre Sichtweise zu erläutern. Vor allem richtet sich deren Kritik gegen den befürchteten weiteren Zuwachs an Verkehr. Der Untersuchungszeitraum des in einer 2023 veröffentlichten Machbarkeitsstudie enthaltenen Verkehrsgutachtens endete 2019/2020, seitdem, so die Initiative, entstanden neue Großprojekte im Umfeld des Reisholzer Hafens oder sind in der Planung. So entwickelt die Firma BEOS den Gewerbepark „Werft 68“ auf 64.000 Quadratmeter an der Reisholzer Werftstraße und die Eventlocation „The Frame“ an der Reisholzer Werftstraße 29-43 floriere und ziehe bei Terminen starken Parkverkehr an, heißt es in einer Pressemitteilung der Initiative. Ihre daraus resultierende Befürchtung bei der Umsetzung eines Großprojektes: „Der gesamte Verkehrsabfluss des von Aurelis geplanten Gewerbeparks muss über den Trippelsberg geführt werden. Die Straße ist Teil des Internationalen Rheinradwegs und Schulweg für Kinder und Jugendlichen aus Itter/Himmelgeist zu den Benrather Schulzentren.“ Die an und im Hafengebiet liegenden Straßen Am Trippelsberg, Reisholzer Werftstraße, Paul-Thomas-Straße, Münchener Straße und alle Autobahnzubringer seien nach Angaben von Hafenalarm jetzt schon am Anschlag. Einen weiteren Gewerbepark verkrafte das Gebiet nicht.
In ihrer Pressemitteilung erneuert die Initiative ihre Idee für das 310.000 Quadratmeter große Areal: So könnte auf den Brachflächen ein Solarpark errichtet werden. Das sei nachhaltig, störe die Flora und Fauna, die sich dort inzwischen etabliert habe, am wenigsten, und generiere keinen neuen Verkehr.