Kurz vor Jahresschluss unterzeichneten der Vorstand des Fördervereins der Rheinhalle Bornheim-Hersel und Bornheims Bürgermeister Christian Mandt die Verlängerung des Nutzungsvertrages der Mehrzweckhalle für weitere zehn Jahre. Für den seit drei Jahrzehnten bestehenden Förderverein bedeutet dies für die kommende Dekade Planungssicherheit und für die Besucher aus Bornheim und der Region weiterhin viele tolle Veranstaltungen.

In den nächsten Monaten wird sich daher auch jede Menge tun, wie Hans-Dieter Günther, Geschäftsführer des Fördervereins, im Gespräch mit der Bonner Rundschau ankündigt. Auch neue Veranstalter konnten gewonnen werden.

Foyer, Terrasse und Toilettenanlagen werden erneuert

Bis 2027 heißt es kräftig in die Hände spucken. Vieles an der 1980 eröffneten Halle ist in die Jahre gekommen und soll angegangen werden, immer wieder investierte der Förderverein Geld und Muskelkraft, um die Halle zu modernisieren und in Stand zu halten. Mit dem Foyer, das laut Günther rundum erneuert wird, geht es los. In einigen Monaten wird es anders aussehen. Ein Maler wurde bereits beauftragt.

In den 70er Jahren war die Halle noch in Bau.

In den 70er Jahren war die Halle noch in Bau.

Die Toilettenanlagen werden weiter modernisiert. Vor zwei Jahren wurden Kloschüsseln und Waschbecken bereits erneuert, nun kommen Wände und Böden an die Reihe: „Die grüne Farbe war früher einmal schön, aber jetzt gefällt uns das nicht mehr, also wollen wir farblich etwas verändern.“

Die Terrasse vor der Halle wird ausgebessert. Dort haben sich Risse gebildet, außerdem soll sie moderner und schöner werden. Günther rechnet für Foyer und Terrasse jeweils mit 20.000 Euro. Dafür gibt es noch Rücklagen von Seiten der Stadt, die Eigentümerin der Halle ist. Diese Gelder stammen aus Corona-Zeiten. Während der drei Pandemiejahre gab es finanzielle Unterstützung aus dem Rathaus, damit der Förderverein über die Runden kommen konnte.

1978 war gerade mal die Bodenplatte fertig.

1978 war gerade mal die Bodenplatte fertig.

Ansonsten übernimmt die Stadt lediglich die Kosten für das Niederschlagswasser und die Grundsteuer, die sie selbst erhebt. Für alle anderen Kosten muss der Förderverein selbst aufkommen. Mit rund 6000 Euro schlägt die Unterhaltung der Rheinhalle im Monat zu Buche, die Heizkosten kommen noch obendrauf. Vieles können die Mitglieder aber auch selbst stemmen: „Wir sind fast alle Handwerker, ich bin beispielsweise Feinmechanikermeister, und unser neuer Vorsitzender, Jan Halft, ist Sanitärmeister“, erklärt Günther. Gearbeitet wird in der Regel in den Oster- und Sommerferien, dann finden in der Halle keine Veranstaltungen statt.

Terminkalender 2026 ist bereits prall gefüllt

Ansonsten erwirtschaftet der Förderverein den Betrieb der „Halle met Hätz“ durch Vermietungen, Eintrittsgelder oder dem Verkauf von Speisen und Getränken während der Veranstaltungen. Der Terminkalender für 2026 ist bereits prall gefüllt. Am 1. Januar gab es das traditionelle Neujahrskonzert der Jungen Philharmonie aus Köln, es folgte die bestens besuchte Karnevalsbörse, organisiert vom Tambour Corps Germania Hersel und dessen Vorsitzenden Margit Günther. Bis Aschermittwoch finden in der Rheinhalle zahlreiche Karnevalssitzungen und -partys statt.

Die Rheinhalle ist eine Hochburg des Karnevals in der Stadt Bornheim. Hier ein Auftritt der „Paveier“.

Die Rheinhalle ist eine Hochburg des Karnevals in der Stadt Bornheim. Hier ein Auftritt der „Paveier“.

Ein weiteres Highlight ist der Auftritt der Magier „Golden Ace“, die mit ihrer „Zirkel der Magie“-Tour am 7. März erneut in Hersel Station machen. Das Konzertprogramm „Große Musik für kleine Ohren“ für Kinder ist im Angebot, das Krimidinner des Theatervereins „Edelweiß“ Hersel-Uedorf ebenso, am 30. Mai steigt die WDR4-Party „Disco 44“, der Heimerzheimer Konzertveranstalter Jürgen Nettekoven organisiert im Dezember wieder ein Konzert mit dem „Livin‘ Gospel Choir“.

IHK mietet die Halle für Prüfungen ihrer Auszubildenden

„Auch Vereine aus Bonn oder Köln fragen bei uns immer wieder an, ob sie die Halle mieten können“, sagt Günther. So organisiert mittlerweile der Förderkreis der Großen Kölner von 1862, eine der größten Kölner Karnevalsgesellschaften, in der Rheinhalle sein jährliches Tanzturnier. Ganz neu ist ein kroatisch-serbisches Tanzfestival, das von einer Leverkusener Tanzlehrerin organisiert wird und am 28. Februar erstmals in Hersel über die Bühne geht: „Die Organisatorin ist auf unsere Halle aufmerksam geworden, weil wir so einen schönen Tanzboden haben und hier auch Tanzturniere veranstalten“, erklärt Günther. Das Publikum darf sich auf Volkstänze aus Serbien, Russland, Tschechien oder Kroatien freuen: „Das wird eine große Sache, 15 Busse sind angekündigt, wir erwarten Tänzerinnen und Tänzer aus ganz Europa.“

Möglicherweise wird es demnächst auch noch die eine oder andere Musical-Aufführung geben. Derzeit laufen die Verhandlungen mit einem Veranstalter. Doch allein durch Brauchtums- und Kulturveranstaltungen würde sich die Halle nicht tragen. Daher wird das Gebäude seit Jahren auch vermietet, unter anderem an Firmen oder die Industrie- und Handelskammer, die dort ihre Abschlussprüfungen für ihre Auszubildenden durchführen, denn eine Halle dieser Größenordnung mit guter Verkehrsanbindung und kostenlosen Parkmöglichkeiten ist begehrt. 756 Sitze stehen zur Verfügung, alternativ bis zu 900 Stehplätze.

iDer Förderverein

1997 ist der erste Nutzungsvertrag für die Rheinhalle mit dem Förderverein unterzeichnet worden, und das kam so:

Am 15. März 1980 wurde die Rheinhalle Bornheim-Hersel zunächst als Sporthalle in Betrieb genommen. Zu diesem Zweck wurde sie jedoch nur sporadisch genutzt und entwickelte sich mehr und mehr zu einer Veranstaltungshalle, die jedoch im Laufe der Jahre immer mehr an Attraktivität verlor und dann Mitte der 90er Jahre wegen steigender Kosten und einer immer geringer werdenden Auslastung dem Rotstift der Stadt Bornheim zum Opfer fallen sollte.

Unter diesen Vorzeichen ergriff der damalige Vorsitzende der Vereinsgemeinschaft Hersel-Uedorf (VGS), Adi Hönighausen, 1996 die Initiative zum Erhalt der Rheinhalle und gründete den Förderverein. 1997 wurde schließlich ein Nutzungsvertrag zwischen der Stadt und dem neuen Förderverein geschlossen.

2009 stand die Rheinhalle zur Konsolidierung der Stadtkasse erneut zur Disposition. Politik und Verwaltung erkannten jedoch die Notwendigkeit einer Veranstaltungshalle in dieser Größenordnung auf Bornheimer Stadtgebiet und schlossen 2010 einen erneuten Nutzungsvertrag mit dem Förderverein, der Ende 2025 nun wieder verlängert wurde. An den Gründer des Fördervereins, den Mineralölhändler Adi (eigentlich Adolf) Hönighausen (1930–2009), erinnert seit 2011 ein nach ihm benannter Platz direkt an der Halle.

Info: www.rheinhalle.eu

Als Eigentümerin darf die Stadt für drei Veranstaltungen im Jahr die Halle kostenlos nutzen. Neben dem jährlichen Tollitätentreff, der in diesem Jahr am 3. Februar ab 18.45 Uhr stattfindet, sind dies beispielsweise Bürgergespräche oder wie zuletzt eine Betriebsversammlung mit den städtischen Bediensteten, an der 600 Leute teilnahmen. Die anfallenden Nebenkosten übernimmt allerdings die Stadt.

Was wäre, wenn es den Förderverein nicht mehr gebe? „Dann müsste man sich im Rathaus überlegen, was aus dem städtischen Gebäude wird“, sagt Günther und erklärt, dass das Ensemble ursprünglich aus zwei Gebäudeteilen bestand. Neben der Halle gehörte auch die ehemalige Filiale der Kreissparkasse Köln (KSK) dazu. Diese wurde allerdings nach der Geldautomatensprengung im November 2022 und wegen nachlassender Kundenfrequenz 2023 aufgegeben.

Förderverein ist für die Zukunft gut aufgestellt

Diesen sogenannten „Bauabschnitt 2“ konnte die Stadt jedoch aus finanziellen Gründen nicht von dem Geldinstitut zurückkaufen, woraufhin die KSK den Gebäudeteil an einen Herseler Geschäftsmann veräußerte, der dort nun voraussichtlich Büroräume einrichten wird.

Den Förderverein sieht Günther für die Zukunft sehr gut aufgestellt: „Wir haben uns deutlich verjüngt, und ich sehe keine Probleme“. Der 26-jährige Jan Halft löste als neuer Vorsitzender seinen Vorgänger Jürgen Morche ab, der nun Halfts Stellvertreter ist.

Hans-Dieter Günther blieb Geschäftsführer und Ingo Hemmersbach ist weiterhin Kassenwart. Grundsätzlich bestehe der Förderverein aus den örtlichen Vereinen. Derzeit sind das fünf Vereine. Es waren einmal acht, wobei sich der Männergesangverein und der Fußballverein vor längerem aufgelöst haben.