Notunterkunft im Rathaus Zehlendorf bleibt bis Sonnabend geöffnet
„Wir haben vorgesehen, bis Samstag zu öffnen, vielleicht auch länger“, sagt Tim Richter, stellvertretender Bezirksbürgermeister und Sozialstadtrat Steglitz-Zehlendorfs. Die Strukturen im Rathaus Zehlendorf seien aufgebaut und funktionierten, „die Leute kommen ja nicht in eine warme Wohnung“, sagt der CDU-Stadtrat im Foyer des Rathauses dem Tagesspiegel. Außerdem würden zum Wochenende die Temperaturen fallen, wohnungslose Menschen seien eingeladen, sich im Rathaus zu wärmen und dort zu übernachten.
Auch sei er vorsichtig, ob das Stromnetz ohne Probleme wieder anspringt. „Wenn etwas passiert, haben wir hier das Angebot.“
Während die Notunterkünfte in der Zinnowald-Schule, in Teltow und Kleinmachnow abgebaut würden, bleiben auch das Cole-Sports-Center am Hüttenweg und die Dreilinden-Schule vorerst geöffnet. „Wir entscheiden das alle zwei, drei Stunden lageabhängig“, sagt Tim Richter.
Nach dem Ende des großflächigen Blackouts taucht neuer Handlungsbedarf auf. „Zum Beispiel die Frage, wie Bedürftige, die nicht mobil sind, aus den Unterkünften wieder zurück in ihre Wohnungen kommen.“ Auch wenn die Krise vorüber zu sein scheint, werde man die Folgen noch für Tage spüren können, meint er. „Den Normalfall werden wir erst wieder in den nächsten Wochen erreichen.
„Im Foyer des Rathauses, im Bürgersaal und den Fraktionszimmern sind am Mittwochnachmittag noch um die Hundert Menschen zu Gast. Vor dem Rathaus kocht die Bundeswehr Spaghetti mit vegetarischer Bolognese. Und auch im Haus stehen belegte Brote, Hühnereintopf und Snacks sowie Getränke bereit.
Außerdem wurden vor den S-Bahnhöfen Mexikoplatz, Wannsee und Sundgauer Straße sowie an zwei Standorten in der Ladiusstraße und in der Seehofstraße weitere Feldküchen aufgebaut. Anwohnerinnen und Anwohner konnten sich dort kostenlos warme Suppe und Snacks abholen.
Ausrüstung und Logistik stellte der Unterstützungsbereich der Bundeswehr bereit. Die Verpflegung kam vom Verpflegungsamt der Bundeswehr, das die Truppenküchen in den Kasernen betreibt. Kurzfristig herangezogene Reservisten des Heimatschutzregiments unterstützten die Essenausgabe.
Das Deutsche Rote Kreuz, so heißt es auf dem Gang, bereitet sich intern bereits darauf vor, die Notunterkunft im Rathaus Zehlendorf noch bis Montag am Laufen zu halten. Hier fühlt es sich nicht so an, als ob der große Stromausfall schon Geschichte sei.
(Boris Buchholz, Christoph M. Kluge)