10- und 11-Jähriger tatverdächtig

Auf einem Video seien zwei Tatverdächtige identifiziert worden. Es handele sich um einen 10-jährigen Russen und einen 11-jährigen Südsudanesen, sagte ein Polizeisprecher. Die beiden Kinder seien als Intensivtäter bekannt. Die Polizei hat Ermittlungen wegen Sachbeschädigung, gefährlicher Körperverletzung und Volksverhetzung aufgenommen.

Café-Mitarbeiter: Kein vergleichbarer Angriff zuvor

Nach dem Terrorangriff auf Israel durch die Hamas, habe es mehrere bedrohliche Situationen gegeben, sagte Café-Mitarbeiter Lukas Kind auf Anfrage von MDR SACHSEN. Zudem sei bereits schon einmal versucht worden, die Israel-Flagge zu stehlen. „Einen Angriff in diesem Ausmaß haben wir aber zuvor nicht erlebt“, erklärte Kind.

Wie differenziert die Jugendlichen selbst ihre Sicht aufs jüdische Volk und auf Israel beschreiben würden, können wir nicht einschätzen. Wir kennen sie nicht, würden sie aber gerne zu einem Gespräch über jüdisches Leben und Israel einladen.

Lukas Kind
Café-Mitarbeiter

Er spricht von einem „gewalttätigen Angriff“ . „Das Erscheinungsbild zeigte ausgesprochenen Hass gegen den Jüdischen Staat und Jüdisches Leben und ist damit sicherlich antisemitisch einzuordnen“, so Kind. Er zeigte sich dennoch offen, die Jugendlichen aufzuklären. „Wie differenziert die Jugendlichen selbst ihre Sicht aufs jüdische Volk und auf Israel beschreiben würden, können wir nicht einschätzen. Wir kennen sie nicht, würden sie aber gerne zu einem Gespräch über jüdisches Leben und Israel einladen“, sagte Kind.

Die Café-Mitarbeitenden fühlten sich ausreichend geschützt, erklärte Kind. Es gebe regelmäßige Absprachen und Streifen vor Ort durch die Polizei. Werden nach dem Vorfall bestimmte Vorkehrungen getroffen? Verschiedene Vorkehrungen seien schon immer getroffen worden, erklärte Kind. Das war ihm zufolge vor allem seit dem 7. Oktober 2023 erfolgt, in der sich das Klima von Judenhass beziehungsweise Israelhass in Deutschland zunehmend verschärft hatte