Im Dezember kündigte die zuständige Autobahn GmbH eine Vollsperrung der Friedrich-Ebert-Brücke (Nordbrücke) für schwere Fahrzeuge mit einem Gewicht jenseits der 7,5 Tonnen an. Anlass waren die Einschätzungen mehrerer Gutachter, dass die linksrheinische Vorlandbrücke entlastet werden müsse. Angekündigt war die Sperrung ab Mitte Januar. Wie Autobahn-Sprecherin Sabrina Kieback von der Niederlassung Köln auf Anfrage mitteilte, gehe der Bauträger nun davon aus, dass die Sperrung erst Anfang Februar erfolgen wird.
Bis dahin sollen die stationären Schilder für die Umleitungsempfehlungen produziert und aufgestellt werden. Ein genaues Datum nannte Kieback nicht. Nach Schätzungen der Autobahn GmbH fahren täglich etwa 5000 Fahrzeuge, deren Gewicht 7,5 Tonnen übersteigen, über die Autobahnbrücke aus den 1960er Jahren. Dazu zählen neben Lastwagen auch einige Linien-, Schul- und Flughafenbusse. Für sie wird es nach gegenwärtigem Stand im Gegensatz zu Feuerwehr und Rettungsdiensten keine Ausnahmegenehmigung für Brückenfahrten geben können, so die Autobahn GmbH. Es liefen aber noch Gespräche dazu mit den Bonner Stadtwerken (SWB) und der Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft (RSVG), die Ausnahmegenehmigungen beantragt haben. Nach Auskünften der SWB wiegen deren Solobusse etwa zwölf Tonnen, inklusive Fahrer und Fahrgästen seien sie bis zu 17,8 Tonnen zugelassen.
Art der Kontrollen noch nicht geklärt
Eine weiträumige Umfahrung für das Gros der Lastwagen soll über A61, A1 und A4 (Rodenkirchener Brücke in Köln) beziehungsweise über die A3 verlaufen. Die Autobahn GmbH geht davon aus, dass etwa 500 schwere Fahrzeuge entweder aus Bonn oder dem Umland kommen oder vor Ort Ziele ansteuern. Für sie blieben die Südbrücke (A562) oder die Kennedybrücke (Bundesstraße) als Ersatzstrecken, um den Rhein zu queren. Kieback dazu: „Diese kleinräumigen Umleitungen werden baulastträgerübergreifend abgestimmt.“ Das Bonner Presseamt teilte mit, im Austausch mit der Autobahn GmbH über die geplante Sperrung zu stehen.
Die Autobahn GmbH hält es nicht für möglich, wenigstens die Überfahrt über die Rhein bis zur ersten rechtsrheinischen Anschlussstelle Bonn-Auerberg für den Lastverkehr zu erlauben: „Auf Grundlage der fachlichen Bewertung der externen Gutachter ist eine restriktive Vorgehensweise notwendig.“ Möglich bleibe aber die Auffahrt beziehungsweise Abfahrt der Anschlussstelle Auerberg von/zur Graurheindorfer Straße, um beispielsweise Richtung Meckenheim auf die A565 zu gelangen.
In einem ersten Schritt plant die Autobahn GmbH, bis Anfang Februar die Umleitungsschilder zu setzen. Über die „dynamischen Wegweiser mit integrierten Stauinformationen“ (kurz: dWiSta) will man den Verkehrsfluss aufrechterhalten. Darunter sind Digitaltafeln an den Autobahnen zu verstehen, die Staus und zäh fließenden Verkehr berücksichtigen und Umfahrungen empfehlen.
Noch nicht abschließend geklärt ist, wie das Einhalten des Verbots, das voraussichtlich bis zum geplanten Neubau der Nordbrücke in den 2030er Jahren bestehen bleiben wird, kontrolliert werden soll. Die Autobahn GmbH prüft verschiedene Optionen, erklärte Kieback. Dazu zählen eine Weigh-in-Motion-Anlage, bei der überfahrende Fahrzeuge gewogen werden. Zum Einsatz kommen könnte auch ein Silhouetten-Blitzer, der die Konturen von Fahrzeugen erfasst. Ein schwerer Laster belastet das Brückenbauwerk etwa so stark wie 60.000 Autos.