Bei seiner Vertragsunterschrift dachte mancher Fan schon, Dynamo Dresden habe einen Musik-Star verpflichtet. Neuzugang Robert Wagner (22) hat im ersten Moment tatsächlich große Ähnlichkeit mit Mega-Sänger Ed Sheeran (34).

„Das habe ich bisher an jeder Station gehört. Da habe ich mich dran gewöhnt und finde es ganz lustig“, nimmt der Mittelfeldmann den Vergleich locker. „Tatsächlich höre ich seine Musik sehr selten, wenn dann nicht absichtlich im Radio.“

Für Unterhaltung und neue Beats auf dem Platz soll aber auch Wagner beim Zweitliga-Letzten sorgen. „In der Phase gegen den Ball, wenn wir etwas tiefer stehen und mehr verteidigen müssen. Da kann ich auf der Doppel-Sechs wie ein Staubsauger vor der Kette sein“, beschreibt er, wie er Dresden neues Leben einhauchen will.

Im ersten Moment könnte man Wagner mit ihm verwechseln: Star-Sänger Ed Sheeran

Im ersten Moment könnte man Wagner mit ihm verwechseln: Star-Sänger Ed Sheeran

Foto: Kylie Cooper/REUTERS

Wagner: „Ich gehe gern hart in die Zweikämpfe, das hat vielleicht auch etwas gefehlt in der Hinrunde. Damit will ich dem Ganzen meinen Stempel aufdrücken.“

Sein Transfer war dabei durchaus ein verrücktes Ding. Zum zweiten Mal wurde er diese Saison von Bundesligist SC Freiburg verliehen, erst an Holstein Kiel, jetzt an die SGD.

Bei den Störchen passte es für ihn nicht, er wollte die Zelte deshalb vorzeitig abbrechen. „Ich hatte das Gefühl, in Kiel wurde sich viel auf den Gegner fokussiert und personell gewechselt zu dem, was für das Spiel gut sein könnte. Da wurde oft die Aufstellung gegen mich gewählt“, erklärt Wagner.

Robert Wagner vorm Dynamo-Hotel im Wintercamp in der Türkei.

Robert Wagner vorm Dynamo-Hotel im Wintercamp in der Türkei

Foto: BILD/Franz

Gut, dass Dresden und sein Ex-Freiburg-Coach Thomas Stamm (42) bereits im Sommer an ihm dran waren. Der Rotschopf bestätigt: „Ja, ein bisschen Kontakt gab es. Die Gespräche mit Kiel waren aber bereits so weit fortgeschritten. Deshalb war die Entscheidung früh klar und die Situation mit Dynamo nicht so konkret, wie es dann im Winter war.“

Dresden brauchte neben Niklas Hauptmann (29) endlich weitere Unterschiedsspieler auf dem Feld. Wagner soll so einer sein. Mit seiner Einsatzzeit von 646 Minuten bei Holstein konnte er bei seinen Ambitionen nicht zufrieden sein.

Der Rotschopf: „Bei St. Pauli war ich in der Saison zuvor viel verletzt. Mir war wichtig, dieses Jahr in den Rhythmus zu kommen und viele Spiele am Stück zu haben. Die Bundesliga ist schließlich mein Ziel.“

Brisantes Abschiedsspiel in Kiel

Dann wurde es richtig kurios: In der letzten Hinrundenpartie ging’s ausgerechnet gegen Dynamo – eine brisante Konstellation, weil die 1:2-Pleite dort Dresden ins absolute Hintertreffen im Abstiegskampf brachte und Wagner 88 Minuten mitwirkte.

Der 1,81-Meter-Kerl: „Mein Wechsel war zu dem Zeitpunkt, wo wir gegeneinander gespielt haben, tatsächlich schon sehr konkret. Das war eine neue Situation für mich, die ich so davor nicht kannte.“ Jetzt muss er seine eigene Leistung mit ausbaden, bereut er das?

Als Robert Wagner (re.) mit Kiel auf Dresden traf, wusste er bereits, dass er zu Dynamo wechseln wird.

Als Robert Wagner (re.) mit Kiel auf Dresden traf, wusste er bereits, dass er zu Dynamo wechseln wird

Foto: dpa

„Damals war ich halt noch Kiel-Spieler und da kann ich ja auch kein Eigentor schießen. Also habe ich versucht, einfach meinen Stiefel herunterzukicken und das hat, glaube ich, ganz gut geklappt.“ An einem Treffer für die Norddeutschen war er an diesem Tag nicht beteiligt.

Aber welche Rolle spielte der Ex-Trainer für seine Leihe zu Dynamo Dresden? „Eine wichtige. Thomas Stamm hat mir einen Plan aufgezeigt, kennt meine Stärken. Ich weiß, wie er tickt und umgekehrt. Das hat mir das beste Gefühl gegeben. Er kann Spieler entwickeln, besser machen, was eine seiner großen Stärken ist.“

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