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Mehr als 3000 Schließfächer wurden kürzlich in einer Bank in Gelsenkirchen aufgebrochen. Wir haben mit regionalen Banken über ihre Sicherheitsvorkehrungen gesprochen.

Gelsenkirchen/Kassel – Der spektakuläre Bankraub in Gelsenkirchen, bei dem unbekannte Täter kürzlich mehr als 3000 Schließfächer aufbrachen und Beute in unbekannter Höhe machten, wird in diesen Tagen überall im Land intensiv diskutiert. Wir haben mit Geldinstituten aus der Region über das Thema Schließfächer und deren Sicherheit gesprochen.

So steht es um die Sicherheit von Bankschließfächern in NordhessenStadtsparkasse

„Wir hoffen natürlich, dass so etwas niemals bei uns passiert“, sagt Vorstandsvorsitzender Christoph Ernst. Durch die Fusion von Borken und Schwalmstadt habe die Stadtsparkasse insgesamt 700 Schließfächer – 350 in Treysa und 350 in Borken. „Die Räume, in denen sich die Fächer befinden, sind doppelt abgesichert“, erklärt Ernst.

30.12.2025, Nordrhein-Westfalen, Gelsenkirchen: Nach dem Einbruch in den Tresorraum einer Bank stehen am Morgen Kunden vor der Sparkassenfiliale Buer und warten auf die Öffnung. Im Tresorraum der Sparkassenfiliale sind laut Polizei sehr viele Schließfächer von dem Täter oder den Tätern aufgebrochen worden. Betroffene sollen nun erste Informationen bekommen können, sagte ein Sparkassen-Sprecher. Foto: Christoph Reichwein/dpa +++ dpa-Bildfunk +++Nach dem Coup im Tresorraum einer Bank standen einige Kunden vor der Sparkassenfiliale Buer und warteten auf die Öffnung. Im Tresorraum der Sparkassenfiliale sind laut Polizei sehr viele Schließfächer von dem Täter oder den Tätern aufgebrochen worden. © Christoph Reichwein/dpa

Zum einen gibt es einen Bewegungsmelder, zum anderen ist ein Erschütterungsmelder installiert, der auf sensible Bewegungen reagiert und so die Alarmanlage auslöst. „Unsere Kunden sind zum Glück nicht zu ängstlich nach dem Vorfall in Gelsenkirchen. Das müssen sie auch nicht sein“, so Ernst. Die Schließfächer der Stadtsparkasse Borken-Schwalmstadt variieren in der Größe – in ein kleines Fach passe lediglich ein Buch. Die Miete variiert je nach Größe, sie kostet von einem niedrigen zweistelligen Bereich bis zu rund 200 Euro im Jahr. Vor der Fusion waren in Borken die Fächer über die Bank versichert, am Standort Schwalmstadt nicht. „Nach der Fusion haben wir uns auf eine einheitliche Lösung verständigt. Es gibt keine zentrale Versicherung der Sparkasse mehr, unsere Kunden müssen selbst eine Versicherung abschließen“, sagt Ernst.

VR-Partnerbank

Wer ein Schließfach bei der VR-Partnerbank Chattengau-Schwalm-Eder hat, müsse sich nicht um sein Hab und Gut sorgen, sagt Oliver Woschek, Ressortleiter der Infrastrukturwelt bei der VR-Partnerbank. „Unsere Sicherheitsvorkehrungen sind auf einem sehr hohen Standard.“ Aus Sicherheitsgründen nennt der Ressortleiter keine genauen Details dazu. Nur so viel: „In den Zugangsbereichen und den Innenräumen gibt es Videoüberwachung und Alarmsysteme.“ Es sei unwahrscheinlich, dass Einbrechern in den Filialen der VR-Partnerbank ein solcher Coup gelingen würde wie in Gelsenkirchen.

Ideelle Werte im Bankschließfach

Dennoch könne eine Bank nicht alles verhindern. Die Hürden lägen für Diebe aber doch deutlich höher als in einem Einfamilienhaus. „Ein Schließfach bei der Bank ist immer sicherer, als Wertsachen im Haus zu haben“, sagt Woschek. Die meisten Kunden lagerten Dinge mit ideellem Wert ein. Woschek zählt Urkunden und Testamente dazu. Er rät Kunden, ihre Wertsachen im Schließfach über die Hausratversicherung abzusichern. Besonders bei Goldbarren sei das sinnvoll. Immerhin stieg der Goldpreis im vergangenen Jahr immens an. Ein Kilogramm Gold habe inzwischen einen Wert von 120.000 Euro. „Wenn das bei uns lagert, sollten Kunden diesen Wert zusätzlich versichern.“ Woscheks Tipp: Einmal im Jahr den Wert des Schließfach-Inhalts für die Versicherung prüfen lassen. Ferner sollten Kunden Quittungen und Kaufbelege aufbewahren, um nachweisen zu können, was sich im Falle eines Diebstahls im Schließfach befand.

Die Miete für Schließfächer ist bei der VR-Partnerbank gestaffelt – sie liegt je nach Größe des Fachs zwischen 43 und 130 Euro im Jahr. Die Nachfrage sei konstant – auch nach dem Einbruch in die Sparkasse in Gelsenkirchen habe es wenig Unsicherheit seitens der Kunden gegeben.

Kreissparkasse

Die Kreissparkasse Schwalm-Eder (KSK) bietet Schließfächer an unterschiedlichen Standorten im Landkreis an. Einige sind ausgebucht: „Die Nachfrage ist ungebrochen hoch“, sagt KSK-Sprecher Ulrich Siebald. Dabei gehe es keinesfalls immer ums Verwahren von Goldbarren, sondern oft auch schlicht um Dinge von hohem emotionalem Wert. „Viele Menschen haben das Bedürfnis, Dinge, die ihnen am Herzen liegen, sicher aufzubewahren.“

Das kostet ein Schließfach bei der KSK

Der Preis für ein Schließfach bei der Kreissparkasse Schwalm-Eder richtet sich nach dessen Größe. Die Sparkasse des Landkreises bietet je nach Standort bis zu fünf unterschiedliche Fachgrößen im Preis von 100 Euro pro Jahr bis 270 Euro pro Jahr. Eine Schließfachversicherung in Höhe von beispielsweise 30.000 Euro kostet laut Angaben der Bank 35,70 Euro pro Jahr.

Der Preis für ein Schließfach richtet sich nach dessen Größe. Der Preis reicht von 100 Euro bis 270 Euro pro Jahr. Eine Schließfachversicherung in Höhe von beispielsweise 30.000 Euro koste 35,70 Euro pro Jahr.

Allein das Anmieten eines Schließfachs zeige den hohen Anspruch, Dinge mit ideellem oder auch materiellem Wert gut aufbewahrt zu wissen. Sollte man denn eine eigene Versicherung dafür abschließen? „Wer überlegt, seinen Hausrat zu versichern, der sollte auch darüber nachdenken, ob und wie er den Familienschmuck im Schließfach versichert“, sagt Siebald. Zur Sicherheit der Fächer sagt Siebald aus Sicherheitsgründen nichts, aber er verweist auf die hohen Standards, die die Tresore aufweisen müssen. 

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VR-Bank

Die VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden bietet an folgenden Standorten Schließfächer für ihre Kunden an: Borken (176 Schließfächer), Bad Zwesten (262 Schließfächer) und Jesberg (75 Schließfächer).

Die Kosten für ein Schließfach richten sich nach der jeweiligen Größe, berichtet Julia Schmidt von der Pressestelle der VR-Bank. Die jährliche Schließfachmiete bewege sich zwischen 46 Euro und 120 Euro. „Damit bieten wir für unterschiedliche Bedürfnisse und Wertgegenstände passende Lösungen an“, teilt sie mit.

Individuelle Bankschließfachversicherung

Für den Inhalt der Schließfächer könnten Kunden eine individuelle Bankschließfachversicherung abschließen. „Diese wird über unseren genossenschaftlichen Versicherungspartner angeboten.“ Der Beitrag sei abhängig von der gewählten Versicherungssumme und beginne bereits ab 6,99 Euro pro Jahr.

„Grundsätzlich gilt, dass unsere Sicherheitsstandards regelmäßig überprüft und an aktuelle Anforderungen angepasst werden.“ Aus Gründen der Sicherheit könne sie keine näheren Angaben zur Überwachung oder zu Alarmsystemen machen.