Die Ukraine rüstet sich für die härtesten Wintertage des Jahres – und für mögliche neue Angriffe aus Russland. Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt seine Bürger eindringlich, dass Kreml-Chef Wladimir Putin die Frostperiode strategisch nutzen könnte, um die schwer geschädigte Energieversorgung des Landes noch weiter zu attackieren. Ein massiver Luftangriff sei bereits für die Nacht möglich.
Selenskyj rief in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew zur Wachsamkeit auf. „Es gibt Informationen, dass es heute Nacht einen neuen massiven russischen Angriff geben könnte“, warnte er. Die Bevölkerung solle Luftalarme ernst nehmen und Schutzräume aufsuchen, um sich vor dem Grauen zu schützen. Damit richtet sich die Ukraine auf eine noch unbarmherzigere Phase des Krieges ein.
Putin nutzt den Winter als Waffe
In den kommenden Tagen wird das Land von eisigen Temperaturen getroffen. Der Frost soll vielerorts unter die Minusgrenze fallen, mit bis zu zehn Grad Kälte in Kiew. Diese Extrembedingungen gefährden eine ohnehin fragile Energieversorgung, die durch monatelange russische Angriffe erheblich geschwächt wurde. Wärme, Wasser und Strom bleiben für Millionen Menschen Mangelware.
Putin setze den Winter gezielt ein, um der Ukraine zu schaden, erklärte der ukrainische Präsident: „Russland setzt derzeit mehr auf den Winter als auf Diplomatie, auf ballistische Raketen gegen unsere Energieversorgung.“ Für den Kreml scheint dies Teil einer perfiden Strategie zu sein – Gewalt statt Verhandlungen. Mit schweren Raketenangriffen soll Kiew gezielt unter Druck gesetzt werden.
Lage dramatisch verschärft
Regional verschärft sich die Lage dramatisch: Im Gebiet Dnipropetrowsk wurde ein nächtlicher Angriff zum Auslöser eines Blackouts, der als der schlimmste seit vier Jahren Krieg gilt. Ohne Strom und Heizung kämpfen die Menschen in der Ukraine jetzt doppelt – gegen die eisige Kälte und gegen die Folgen der russischen Bombardements.
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Selenskyj warnte, dass Schulen, Büros und alle nicht überlebenswichtigen Einrichtungen in den kommenden zwei Wochen schließen könnten, um den Energieverbrauch zu senken. Es brauche große Disziplin und Zusammenhalt, damit die Menschen sicher durch den frostigen Winter kommen. Gleichzeitig richtet sich der Blick nach Europa: Schaut die Welt zu, während Putin systematisch aus der Kälte Kapital schlägt?
(mit dpa)