8.01.2026 16:14

(Akt. 8.01.2026 18:08)

Das schützt Österreichs Stromnetz vor Angriffen.

Das schützt Österreichs Stromnetz vor Angriffen.
©APA/HARALD SCHNEIDER

Nach dem Stromausfall durch Sabotage in Berlin rückt die Frage in den Fokus: Wie sicher ist das österreichische Stromnetz? Laut Oesterreichs Energie, die Interessenvertretung der heimischen E- Wirtschaft, ist das System gut geschützt – aber nicht unverwundbar.

Das österreichische Stromnetz mit einer Systemlänge von mehr als 270.000 Kilometer gilt als eines der sichersten weltweit. Ein zentrales Prinzip ist die sogenannte n-1-Redundanz: Fällt eine Komponente aus, übernehmen andere deren Funktion. So bleibt die Versorgung auch bei Störungen aufrecht.

Ziel ist es, dass jeder Verbraucher möglichst über mehrere Einspeisepunkte versorgt werden kann. Auch im Zuge von Naturereignissen oder Wartungsarbeiten kann es zu Ausfällen kommen, schon allein deshalb legen Netzbetreiber Wert auf eine möglichst ausfallssichere Netzstruktur.

Sabotageschutz durch Kontrollen und Videoüberwachung

Laut Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie, ist vollständige Sicherheit nicht möglich – aber die Hürden für großflächige Angriffe sind hoch. Umspannwerke und andere kritische Punkte werden rund um die Uhr überwacht. Zutritt für Unbefugte wird durch Barrieren, Videoüberwachung und Alarmanlagen verhindert. Sabotageaktionen erfordern in der Regel hohes technisches Know-how.

Über das Programm zum Schutz kritischer Infrastruktur (APCIP) sowie das RKEG-Gesetz stimmen sich Netzbetreiber laufend mit Behörden ab. Es werden regelmäßig Szenarien durchgespielt, Konzepte angepasst und Sicherheitslücken geschlossen.

Investitionen in die Netzsicherheit

Die E-Wirtschaft investiert jährlich Milliarden in Netze, darunter auch in Schutzmaßnahmen gegen physische Angriffe und Cyberattacken. Schmidt warnt jedoch: „Sicherheit ist kein statischer Zustand.“ Auch gezielte, professionelle Angriffe könnten nie vollständig ausgeschlossen werden.

Ein Aspekt sei auch der Umgang mit Daten: „Transparenz ist wichtig, darf aber keine Einladung für Saboteure sein“, so Schmidt. Der richtige Ausgleich zwischen Information und Schutz sei entscheidend.

Oesterreichs Energie fordert, dass steigende Sicherheitsanforderungen im regulatorischen Rahmen Berücksichtigung finden. Schmidt: „Versorgungssicherheit ist kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis täglicher Arbeit und gezielter Investitionen.“