Ein Mensch sitzt im Winter auf einer Straße auf einem Pappkarton

AUDIO: Nachrichten 16:00 Uhr – 08.01.2026 (4 Min)

Stand: 08.01.2026 20:21 Uhr

Laut Wetter-Prognose könnte es am Wochenende in SH bis zu -13 Grad geben. Für Wohnungslose könnte die Lage kritisch werden. So verhalten Sie sich, wenn sie obdachlose Menschen in Not sehen.

von Christian Oechsle

„Behalten Sie die Menschen auf der Straße im Blick“, lautet der dringende Appell der Diakonie Schleswig-Holstein. Wer den Eindruck hat, dass es einer Person nicht gut gehe, soll die 112 wählen, erklärt Sprecher Friedrich Keller. Oft helfe es schon, die Menschen freundlich anzusprechen und ihnen eine heiße Tasse Tee oder einen Teller Suppe anzubieten, so Keller weiter.

Um steigendem Hilfsbedarf am Wochenende gerecht zu werden, haben viele Treffpunkte und Beratungsstellen der Diakonie im Land ihre Öffnungszeiten erweitert. Laut Diakonie können sich Betroffene dort aufwärmen, duschen, etwas zu Essen und heiße Getränke bekommen – oder auch ins Internet gehen.

Eine S-Bahn der Linie S1 steht im verschneiten Bahnhof von Wedel.

Sturmtief „Elli“ ist im Anmarsch – im NDR Liveticker berichten wir über die Auswirkungen auf das nördlichste Bundesland.

Notunterkünfte: „Jeder bekommt einen Schlafplatz“

In zahlreichen Städten gebe es außerdem Notunterkünfte, wo Betroffene übernachten können, so die Diakonie. Die seien zwar das ganze Jahr über ausgelastet. Doch man werde jedem, der um Obhut bittet, einen Schlafplatz zur Verfügung stellen, versichert Sprecher Keller. Neben den regulären Notunterkünften werden laut Diakonie zusätzliche Notschlafplätze angeboten, zum Beispiel in Elmshorn (Kreis Pinneberg), Lübeck und Husum (Kreis Nordfriesland). Auch die Bahnhofsmissionen unterstützen obdachlose Menschen mit Räumen zum Aufwärmen und heißen Getränken.

„Es gibt aber auch Menschen, die das schlichtweg nicht wollen – aus unterschiedlichen Gründen.“ Für diese Menschen stelle die Diakonie Schlafsäcke, Isomatten und Kleidung bereit, um zu verhindern, dass sie erfrieren. Die Bahnhofsmission Elmshorn will außerdem „Sheltersuits“, also Schlafsack-Jacken verteilen, die sie seit wenigen Wochen vorrätig haben.

Kältebusse fahren zusätzliche Touren bei Bedarf

Der Kältebus in Flensburg

Am Sonnabend wird der Kältebus in Flensburg so lange unterwegs sein, wie es die Lage erfordert, kündigt Sprecher Denninghoff an.

Auch die Kältebusse im Land bereiten sich auf den Schneesturm und die kalten Temperaturen vor: In Lübeck etwa stockt die Obdachlosenhilfe Schlafsäcke und Isomatten auf. Man stehe rund um die Uhr zur Verfügung, kündigt Sprecher Jan Rümling an. Bei Bedarf werde man auch Extra-Touren fahren.

Gleiches gilt für den Kältebus in Flensburg. Der wird hier vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) organisiert. Sprecher Andre Denninghoff sagt: Man habe aufgerüstet mit Tee, Kaffee und Kakao. Außerdem gebe es warmen Bauerntopf mit Gemüse und Fleisch.

In Kiel fahren die Malteser regelmäßig Touren mit dem Kältebus und verteilen warme Mahlzeiten, heiße Getränke, Schlafsäcke, Isomatten und Kleidung.

Ein Schlafplatz auf der Straße, mit Schlafsäcken und einem Einkaufswagen.

Wenn die Temperaturen sinken, finden Betroffene wärmenden Schutz in den Einrichtungen der Diakonie Schleswig-Holstein.

Ein Obdachloser mit einem Schlafsack

Die Johanniter Hilfsgemeinschaften verteilen 30 sogenannte Sheltersuits an Menschen in Pinneberg, Elmshorn und Norderstedt.

Auf einer Tafel in eine leeren Schulklasse steht "Der Unterricht fällt aus".

Wegen des angekündigten Sturmtiefs findet in vielen Kreisen im Land heute kein Unterricht statt. Welche Regionen betroffen sind.

Zwei Kinder mit einem Schlitten laufen über einen mit Schnee bedeckten Gehweg.

Wegen Schnee und Glätte fällt der Unterricht in neun Kreisen Schleswig-Holsteins am Freitag aus. Dies teilte das Bildungsministerium mit.

Ein verschneites Ortseingangsschild.

In der Nacht zu Freitag erreicht Schleswig-Holstein ein markantes Wettertief. Der Schneesturm kann blizzard-ähnliche Verhältnisse auslösen.

Ein Zug steht am Bahnhof Bordesholm.

Zugefrorene Gleise, glatte Straßen und kräftige Windböen: Der angekündigte Schneesturm „Elli“ wirkt sich auf Züge, Busse und Fähren aus.

Ein Mensch sitzt im Winter auf einer Straße auf einem Pappkarton

Die Diakonie erweitert die Öffnungszeiten der Treffpunkte und Beratungsstellen. Kältebusse fahren bei Bedarf zusätzliche Touren.