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Sie gilt als Effizienz-Booster im Winter – doch Tests und Praxis zeichnen ein anderes Bild. Warum die Wärmepumpe im Auto häufig keine Vorteile bringt und sich der Aufpreis selten lohnt.
Die Wärmepumpe wird im Zuge der elektrischen Mobilität beim Autokauf oft als cleveres Extra verkauft. Gerade bei Elektroautos soll sie im Winter Strom sparen und die Reichweite sichern. Viele Kaufberatungen empfehlen sie fast reflexartig. Doch je mehr Fahrzeuge im Alltag getestet werden, desto häufiger zeigt sich: Der versprochene Effekt bleibt aus. Die Frage, ob sich die Technik wirklich lohnt, stellen sich deshalb immer mehr Fahrer.
Ein Elektroauto im Wintereinsatz – bei niedrigen Temperaturen rückt der Stromverbrauch für Heizung und Innenraum stärker in den Fokus. © Michael Bihlmayer/Imago
Theoretisch klingt das Prinzip überzeugend. Statt Strom direkt in Wärme umzuwandeln, nutzt die Wärmepumpe Umwelt- und Abwärme. Unter Laborbedingungen funktioniert das gut. Im Alltag treffen diese Idealbedingungen jedoch kaum zu. Kälte, Kurzstrecken, häufiges Vorheizen und wechselnde Temperaturen sorgen dafür, dass der reale Nutzen stark schrumpft – oft bis zur Bedeutungslosigkeit.
Ist eine Wärmepumpe sinnvoll im Auto?
Der ADAC stellte in mehreren Wintervergleichen fest, dass der Verbrauchsunterschied zwischen Autos mit und ohne Wärmepumpe minimal ist. Teilweise lagen die Werte nahezu gleichauf. In der Praxis bedeutet das: Die Wärmepumpe spart kaum Strom und verlängert die Reichweite kaum spürbar. Anders ist die Lage bei Wärmepumpen im Haus: Wer seine Heizung erneuert, kann mit der Wärmepumpen-Förderung 2026 staatliche Zuschüsse von bis zu 21.000 Euro erhalten.
Hinzu kommt, dass moderne Elektroautos auch ohne Wärmepumpe effizient heizen. Sie nutzen Abwärme von Batterie, Motor und Leistungselektronik immer besser. Gleichzeitig erhöht die Wärmepumpe Gewicht und Komplexität. Dieser Nachteil frisst einen möglichen Effizienzgewinn oft wieder auf. Gerade bei typischen Alltagsfahrten fällt der Effekt daher praktisch nicht ins Gewicht.
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Auch wirtschaftlich überzeugt die Technik im Auto nicht. Der Aufpreis liegt häufig im vierstelligen Bereich. Um diese Kosten über geringeren Stromverbrauch auszugleichen, wären viele Jahre Winterbetrieb nötig. Im Gebäudebereich zeigt sich ein anderer Ansatz: Wärmepumpen von Ikea werden dort als eigenständige Heizlösung angeboten, wie HEIDELBERG24 berichtet. Die nüchterne Bilanz im Auto lautet jedoch: Die Wärmepumpe bringt im Alltag kaum Nutzen. (alm)