Berlin – Die Sicherheitsbehörden in der Hauptstadt sind am Limit. Kaum ist das Blackout-Gebiet wieder am Stromnetz, sorgt die Ankündigung eines neuen Strom-Anschlags in Marzahn-Hellersdorf für einen neuen Großeinsatz der Polizei. Bis zum Mittag gab es laut eines Polizeisprechers aber keine Bestätigung für die Tat.
In der Nacht zu Donnerstag war auf der Linken-Plattform „Indymedia“ die Ankündigung der linksextremistischen „Vulkangruppe“ aufgetaucht, wonach Stromleitungen in den östlichen Bezirken mit einer Zeitschaltuhr angegriffen werden sollen, wie der „Tagesspiegel“ berichtet. Wenige Stunden später war das Schreiben dann wieder von der Plattform verschwunden.
Staatsschutz prüft Schreiben
Ein Polizeisprecher sagte BILD, dass der Staatsschutz das Schreiben jetzt auf seine Echtheit überprüfe. Denn normalerweise werde das „Indymedia“-Portal nur nach Anschlägen genutzt.
Parallel ist zur Stunde ein Großaufgebot der Polizei in dem beschriebenen Gebiet zusammen mit Experten von Stromnetz Berlin im Einsatz, um die Stromleitungen und die Verteileranlagen zu kontrollieren. Bislang wurde allerdings nichts Verdächtiges entdeckt.
„Gezieltes Einkalkulieren von Nachahmungs- und Trittbrettfahrern“
Der Berliner Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Stephan Weh, sagte BILD: „Extremisten wollen unsere demokratische Gesellschaft spalten. Dazu gehören neben Terroranschlägen auch der psychische Druck, jederzeit wieder zuschlagen zu können, und das gezielte Einkalkulieren von Nachahmungs- und Trittbrettfahrern.“
Für die Polizei bedeute das auch nach der immensen Einsatzlage der letzten Tage, so Weh, dass man derartige Ankündigungen selbstverständlich ernst nehmen und sämtliche Maßnahmen hochfahren müsse, um Gefahren für Leib und Leben abwenden zu können.
Weh: „Es wäre nach den Vorfällen wichtig, dass die Politik endlich Entscheidungen trifft, kritische Infrastruktur besser schützt und uns Mittel an die Hand gibt, damit wir als Rechtsstaat ins Handeln kommen.“