DruckenTeilen
2026 steigen die CO₂-Preise. Damit wird auch das Heizen mit fossilen Energieträgern teurer. Der Trend zur Wärmepumpe könnte Abhilfe leisten.
Berlin – Der CO₂-Preis steigt im Jahr 2026 deutlich an. Die Abgabe für Öl und Gas klettert von bislang 55 Cent, auf bis zu 65 Cent. Was als politisches Instrument zum Anschub des Heizungswechsels gedacht ist, könnte so für die Menschen in Deutschland einen empfindlichen Anstieg bei den Heizkosten bedeuten. Der ADAC schreibt unter Berufung auf die Verbraucherzentrale NRW, dass gerade in schlecht sanierten Häusern die Kosten um 263 bis 311 Euro im Jahr steigen könnten. Gut sanierte Häuser seien dagegen besser gestellt: Bei einem Verbrauch von 6500 Kilowattstunden dürfe die Kostensteigerung etwa 85 bis 101 Euro betragen.
2026 wird für Haushalte mit Gasheizungen teuer. Denn mit dem steigenden CO₂-Preis steigen auch die Kosten. © Daniel Vogl/dpaHeizkosten steigen – Diese Städte hängen beim Heizungsumbau hinterher
Dass fossile Heizsysteme überproportional von den Kostensteigerungen betroffen sind, ist wenig verwunderlich. Und trotzdem läuft der Umbau auf neue emissionsarme Heizsysteme nur schleppend. Zwar laufen Wärmepumpen den klassischen Öl- und Gasanlagen bei Neuanschaffungen den Rang ab – laut statistischem Bundesamt wird ein Großteil der bestehenden Gebäude mit Wohnraum aber weiter mit Gas (53,9 Prozent) oder Heizöl (24,7 Prozent) geheizt. Die Zahlen gehen auf eine Erhebung aus dem Jahr 2022 zurück.
Aroundhome, eine unabhängige Beratungsplattform für Hausprojekte, hat sich in diesem Zusammenhang die 150 größten Städte in Deutschland angeschaut und herausgefunden, wo der Einsatz von Gasheizungen am verbreitetsten ist. Der Großteil aller Gebäude in Deutschland wird demnach mit Gas beheizt (63,7 Prozent). Besonders ausgeprägt sei der fossile Energieträger in Wilhelmshaven. Dort würden 94,7 Prozent aller Gebäude über eine Gasheizung verfügen. Oldenburg liegt mit 93,1 Prozent der Analyse zufolge auf dem zweiten Platz, dicht gefolgt von Delmenhorst (89,5 Prozent) und Neuwied (87,1 Prozent).
Weitere Städte mit hohem Gasheizungs-Anteil sind laut Aroundhome:
- Witte (84,9 Prozent)
- Koblenz (84,5 Prozent)
- Osnabrück (82,7 Prozent)
- Castrop-Rauxel (82,5 Prozent)
- Rheine (82,3 Prozent)
- Mönchengladbach (81,9 Prozent)
„Nicht in Sicherheit wiegen“ – Trotz verschobener EU-Regel können die Kosten fürs Heizen steigen
Der Preis für den Verbrauch von CO₂ sollte eigentlich auch mit einer EU-Initiative steigen – dem sogenannten ETS-2. Damit sollte 2027 ein einheitliches Emissionshandelssystem in der EU eingeführt werden. Das wurde allerdings auf 2028 verschoben. Für Jannis Mischke, Experte für energieeffizientes Wohnen bei Aroundhome, ist das aber keine Entwarnung. „Der Start von ETS-2 wurde zwar verschoben, aber Hausbesitzer:innen sollten sich trotzdem nicht in Sicherheit wiegen, da für viele die Kosten bereits heute steigen“, erklärte Mischke in einer Pressemitteilung.
Zwar klinge die Preiserhöhung auf bis zu 65 Cent nicht nach viel. Die dabei entstehenden Kosten könnten für Haushalte aber schnell steigen. Wie auch der ADAC zeigte, hängt das laut Mischke von der Energieeffizienz der Wohnungen und Häuser ab. „Energetische Sanierungen sind daher kein optionales Zukunftsthema, sondern der einzige nachhaltige Weg, um Kosten dauerhaft zu senken – auch dann, wenn die Preise perspektivisch noch weiter steigen.“
Hoffnung auf sinkende Heizkosten – Deutschland offen für Wärmepumpen
In Deutschland zeigt sich mit Blick auf die steigenden Kosten für Heizungen Bewegung in Richtung Wärmepumpe. Eine Umfrage der Marktforschungsfirma Appinio ergab laut Spiegel, dass 34 Prozent der Befragten sich für eine Wärmepumpe entscheiden würden, wenn sie eine neue Heizung einbauen müssten. Dabei seien die am häufigsten angeführten Argumente, dass man sich so sinkende Heizkosten, mehr Umweltschutz, eine sichere Energieversorgung und eine Wertsteigerung der Immobilie erhoffe.
Wie der Bundesverband der deutschen Heizungsindustrie (BDH) im November des vergangenen Jahres mitteilte, schlägt sich das auch in den Verkaufszahlen nieder. Bis Oktober 2025 seien über alle Wärmepumpen-Technologien hinweg rund 255.000 Geräte verkauft worden, hieß es in einer Pressemitteilung. Mit einem geschätzten Absatz von 284.000 Wärmepumpen im Jahr 2025 sei das eine Steigerung um 47 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. (Quellen: ADAC, Statistisches Bundesamt, Aroundhome, Spiegel, BDH) (nhi)