Peter ZimmermannPeter Zimmermann09.01.202607:14

Androids Quellcode erscheint ab 2026 seltener in AOSP. Google will nur noch zweimal jährlich neue Source-Drops für das Betriebssystem veröffentlichen.

Ab 2026 veröffentlicht Google den Quellcode für das Android Open Source Project (AOSP) nicht mehr viermal, sondern nur noch zweimal pro Jahr öffentlich. Dadurch erscheinen größere Android-Updates künftig seltener, wie „Android Authority“ berichtet.

Neue Source-Drops sind demnach für das zweite und vierte Quartal geplant, parallel zu einem großen und einem kleineren Android-Update mit Entwickler-Fokus. Google begründet den Schritt mit dem „trunk‑stable2“-Modell und dem Ziel, die Plattform für das gesamte Ökosystem stabiler zu machen. 

Weniger AOSP-Drops: Stabilität für Google, Druck für Entwickler

Bisher stellte Google zu jedem der vier Quarterly Platform Releases den passenden Quellcode bereit, jetzt wird der Aufwand auf zwei zentrale Releases gebündelt. Ein Sprecher erklärt, man wolle die Zahl der parallel gepflegten Branches reduzieren, Entwicklungsprozesse vereinfachen und so stabileren, sichereren Code an Plattform-Entwickler liefern. 

ANZEIGE

Am grundsätzlichen Bekenntnis zum Android Open Source Project ändere sich nichts. Wichtig für Hersteller und die Community: Die monatlichen Sicherheitspatches bleiben unangetastet und werden weiterhin auf eigenen Security-Branches veröffentlicht.

Google bündelt AOSP-Releases auf Q2 und Q4, verspricht mehr Stabilität – monatliche Sicherheitspatches soll es weiterhin geben. Google bündelt AOSP-Releases auf Q2 und Q4, verspricht mehr Stabilität – monatliche Sicherheitspatches soll es weiterhin geben. Imago Images Folgen für Hersteller und Custom-ROM-Community

Android Police“ ordnet ein, dass die Änderung vor allem für Custom-ROM-Projekte zum Problem werden kann. Projekte wie LineageOS können ihre Builds künftig nur noch auf den großen Q2‑Release und das Q4‑Update stützen. Da Google keine separaten AOSP-Drops mehr für Q1 und Q3 veröffentlicht, lassen sich neue Plattformfeatures damit langsamer integrieren, insbesondere für ältere oder nicht mehr offiziell unterstützte Geräte.

ANZEIGE

Meistgelesene Artikel der Woche

Für Nutzer von Pixel- und anderen Standard-Android-Geräten bleibt der gewohnte Update-Rhythmus weitgehend erhalten, berichtet „Android Authority“. Spürbarer ist der Schritt für Entwickler, die enger an Googles Zeitplan gebunden werden und Änderungen stärker bündeln müssen.

Fakten zu Custom ROMs

  • Definition: Custom ROMs sind modifizierte Versionen des Android-Betriebssystems, die von der Community entwickelt werden. Sie ersetzen die originale Hersteller-Firmware und bieten oft mehr Funktionen, bessere Performance oder ein reineres Android-Erlebnis.
  • Beliebte Custom ROMs 2026: LineageOS (Nachfolger von CyanogenMod, stabil und nah am Stock-Android), Pixel Experience (Google-Pixel-Look mit reinen Features), Evolution X, crDroid und Paranoid Android. Für Gaming populär: Havoc-OS oder Derpfest.
  • Vorteile: Längere Update-Unterstützung (oft Jahre länger als Hersteller), Entfernung von Bloatware, mehr Anpassungsmöglichkeiten (Themes, Gesten, Privacy-Features), höhere Performance durch Optimierungen und neuere Android-Versionen auf alten Geräten.

Google hat eine kritische Sicherheitslücke geschlossen. Nutzer sollten das aktuelle Android-Update möglichst schnell installieren.