Die Partie gegen Aufsteiger Köln wird am Samstag (10.01.2026, ab 15:30 Uhr im sportschau.de-Livecenter) mutmaßlich unter rauen Ostalb-Wetterbedingungen auf dem Heidenheimer Schlossberg stattfinden. Vor dem Anpfiff blickt SWR Sport anhand von fünf Thesen auf den möglichen Verlauf des FCH-Fußballjahres 2026 – fünf Behauptungen, deren Überprüfung in den kommenden Wochen und Monaten freilich noch aussteht.

Heidenheim steht besser da, als viele denken

Die schlechteste Defensive (34 Gegentreffer), die mitunter schlechteste Offensive (13 eigene Tore), dazu nur drei Siege aus den ersten 15 Saisonspielen: Die wichtigsten Kennzahlen der Bundesliga-Tabelle sprechen eine klare Sprache: Heidenheim steckt als 17. voll im Abstiegskampf. Die bislang beste Platzierung in dieser Saison war Rang 15 nach dem ersten Spieltag. Alles aussichtslos also? Nicht unbedingt.

Die aus FCH-Sicht wichtigste Zahl lautet: elf. Elf Punkte hat die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt bis heute geholt – und damit immerhin einen mehr als an den ersten 15 Spieltagen der vergangenen Runde. Damals retteten sich die Schwaben in der Relegation gegen Elversberg zum Klassenerhalt. Heidenheim kennt sich also aus im Tabellenkeller der Liga. Abschreiben? Sollte man den Club von der Brenz besser noch nicht.

Elversberg, Heidenheim

Leo Scienza bejubelt den entscheidenden Treffer


Sportmomente 2025
Last-Minute-Rettung: Heidenheim schafft Klassenerhalt in der Relegation

Der 1. FC Heidenheim hat es in der vergangenen Saison lange spannend gemacht – in der Relegation dann aber spät gejubelt. Ann-Kathrin Rose über den Last-Minute-Klassenerhalt.

Sa.27.12.2025
14:00 Uhr

Stadion

SWR1

Das Köln-Spiel setzt den Ton für die nächsten Wochen

Apropos Tabelle: Schon vor dem ersten Kick des neuen Jahres ist der Blick aufs Tableau hochinteressant. Köln ist zwar als Elfter sechs Positionen besser platziert, hat gegenüber den Heidenheimern allerdings einen Vorsprung von gerade einmal fünf Punkten. Heißt: Mit einem Heimsieg kann die Schmidt-Elf ihren Rückstand auf den Aufsteiger auf zwei Zähler verkürzen. Es wäre ein Traumstart in eine Phase, die man auf der Ostalb getrost als Wochen der Wahrheit bezeichnen darf.

Erst Köln, dann in Mainz (13.01.), in Wolfsburg (17.01.), später gegen Hamburg (07.02.) und in Augsburg (15.02.): Innerhalb von rund fünf Wochen trifft der FCH auf fünf Gegner, die allesamt ebenfalls in der unteren Tabellenhälfte verharren. Verlieren verboten, gewinnen dringend empfohlen. Gegen die Kölner, die zuletzt sechs Liga-Spiele in Folge nicht gewonnen und in dieser Zeit nur zwei Punkte gesammelt haben, kann Heidenheim den Grundstein für das neue Jahr legen.

Schmidt wird wieder eine „FSK-18-Ansprache“ halten müssen

Es war einer der prägendsten Momente der ersten Heidenheimer Bundesliga-Saison 2023/24: Gegen Rekordmeister Bayern München gab es einen 3:2-Heimsieg – und während der Halbzeitpause eine Kabinenansprache, über die Schmidt hinterher nicht mehr sagen wollte, als dass sie mit „FSK 18“ ein Fall für den Jugendschutz gewesen sei. Offenbar ein Motivations-Coup des Trainers, der genau weiß: Wenn es auf dem Schlossberg mal deutlich oder gar laut wird, ist das alles andere als schädlich.

In derselben Saison nämlich hatte es beim FCH schon einmal eine Aussprache innerhalb der Mannschaft geben müssen, nach der 2:5-Heimniederlage gegen Augsburg – mit Erfolg. Etwa ein Jahr später rumpelte es nach einem 0:3 gegen Mönchengladbach – mit Erfolg. „Geradeaus und ehrlich“, so etwas wie das Vereinsmotto des Ostalb-Clubs, war in den ersten zwei Bundesliga-Jahren immer wieder für einen gewinnbringenden Impuls gut. Eine neuerliche FSK-18-Ansprache bringt vielleicht kein zweites Mal einen Sieg gegen den FC Bayern, womöglich aber anderweitig einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt.

Heidenheim

Frank Schmidt


Fußball | Bundesliga
Ein Spiel für den Jugendschutz: Als Heidenheim den FC Bayern bezwang

Der 1. FC Heidenheim trifft am 30. Bundesliga-Spieltag auf den FC Bayern aus München. Wiederholt der FCH seinen Coup aus dem vergangenen Jahr?

Sa.19.4.2025
14:00 Uhr

Stadion

SWR1 Baden-Württemberg

Auch Dauerbrenner Mainka könnte mal eine Pause benötigen

Keine Frage: Was FCH-Kapitän Patrick Mainka seit dem Aufstieg im Oberhaus abspult, ist Vorbild für eine ganze Generation an Profi- und Hobby-Sportlern. Der 31-Jährige steht mittlerweile bei einem Rekord von 83 Bundesliga-Spielen in Serie, die er ohne eine einzige Fehlminute durchgespielt hat. „Viel Disziplin“ in „Vorbereitung und Nachbereitung“ gehöre dazu, wie Mainka kürzlich im SWR-Interview verriet. Wann diese Serie endet und die Belastung möglicherweise doch mal gesteuert wird, entscheidet der Abwehrchef in Absprache mit dem Trainer-Team freilich selbst.

Fakt ist allerdings auch: In den vergangenen Jahren hat auch Mainka ab und an mal Pausen vom Pflichtspiel-Betrieb bekommen. In anderen Wettbewerben zwar, aber es gab sie: In der Saison 2024/25 etwa, als er in der Conference League die Reise nach Istanbul gar nicht erst antrat oder im DFB-Pokal beim Zweitrunden-Aus in Berlin 90 Minuten lang auf der Bank saß. Der Kapitän ist aus der Startelf seines Teams überhaupt nicht wegzudenken – ausgeschlossen ist dieses Szenario während der Restrunde der laufenden Saison aber eben auch nicht.

Der Klassenerhalt ist möglich, aber …

… die Frage dabei lautet: Soll es wirklich wieder so laufen wie in der vergangenen Spielzeit? Der 1. FC Heidenheim verfügt über eine große Expertise auf dem Gebiet der Last-Minute-Erfolge, doch die Relegation gegen Elversberg hat neben Nerven und vor allem Kraft gekostet. Ein Klassenerhalt, der nicht erst in der Nachspielzeit eingetütet wird, wäre da schon ressourcenschonender – und ist alles andere als komplett unrealistisch.

Denn: Trotz der Niederlagen zum Ende des Jahres 2025 hat sich der Club nach dem schwachen Saisonstart zumindest in Teilen stabilisiert und gefangen. Nach den vier Niederlagen zum Start folgten elf Spiele, in denen es elf Punkte gab. Nimmt man die Tabelle für diesen Zeitraum, steht Heidenheim gar auf Rang 14. Für einen Flow mag das noch nicht herhalten – für die Annahme, dass der FCH im Abstiegskampf noch voll mitmischen kann, aber allemal.