Angriff auf Westukraine
Russland schoss mit Mittelstreckenrakete Oreschnik
Aktualisiert am 09.01.2026 – 08:52 UhrLesedauer: 2 Min.
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Video: Die Oreschnik gilt als eine der neuesten Waffenentwicklungen Russlands. (Quelle: t-online)
Berichte legten nahe, dass Russland eine Oreschnik-Mittelstreckenrakete auf die Oblast Lwiw im Westen der Ukraine abgeschossen hat. Jetzt reagiert der Kreml.
Nach Angaben aus Moskau hat Russland bei dem Angriff auf die Westukraine die gefürchtete neue Mittelstreckenrakete Oreschnik eingesetzt. Das teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Es war der zweite Angriff mit einer Rakete dieses Typs auf die Ukraine.
Zuvor hatte Kiew gemeldet, Russland habe eine schwere ballistische Rakete auf die Westukraine an der Grenze zu EU- und Nato-Gebiet abgefeuert. Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, für das gesamte Land sei am Donnerstag gegen 23.30 Uhr Ortszeit (22.30 Uhr MEZ) Luftalarm ausgelöst worden. Es habe die Gefahr des Starts einer ballistischen Waffe vom russischen Testgelände Kapustin Jar bestanden. Wenig später seien Einschläge im Gebiet Lwiw verzeichnet worden.
Ein Objekt der kritischen Infrastruktur sei angegriffen worden, schrieb Gebietsgouverneur Maksym Kosyzkyj auf Telegram. Ukrainische Militärblogs veröffentlichten angebliche Videos aus der Region, die sechs Einschläge hintereinander zeigen. Dies ähnelt dem Trefferbild von sechs Gefechtsköpfen der neuen russischen Mittelstreckenrakete Oreschnik. Anschließend hatten auch vorläufige, unbestätigte Berichte nach Angaben des amerikanischen Instituts für Kriegsstudien (ISW) darauf hingedeutet, dass es sich bei der abgeschossenen Rakete um eine des Typs Oreschnik handeln könnte. Diese Berichte bestätigte Moskau jetzt.
Erstmals war Oreschnik im November 2024 auf die südukrainische Großstadt Dnipro abgefeuert worden. Dieser Start erfolgte ebenfalls aus Kapustin Jar bei Astrachan in Südrussland. Die sechs Gefechtsköpfe enthielten damals nach ukrainischen Angaben keinen Sprengstoff. Kremlchef Wladimir Putin sprach von einem Test und drohte an, dass weitere folgen sollten.
Westliche Militärs sehen die Oreschnik als Weiterentwicklung der russischen Interkontinentalrakete RS-26 Rubesch. Die Reichweite wird auf 2.000 bis 5.000 Kilometer geschätzt. Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko sagt, Russland habe die Oreschnik mittlerweile auch in seinem Land stationiert.