Grünen-Chef kontert TrumpBanaszak: „In Grönland haben die USA nichts verloren“
09.01.2026, 10:36 Uhr
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Was macht Trump als Nächstes? Der US-Präsident hat Grönland im Visier. Grünen-Chef Banaszak schlägt bei ntv verbal die Hände über dem Kopf zusammen – und findet deutliche Worte.
Felix Banaszak, der Co-Parteivorsitzende der Grünen, fordert von Deutschland und Europa deutlichere Reaktionen gegenüber den USA. „Mein Eindruck ist, dass die deutsche Bundesregierung, genauso wie viele andere europäische Nachbarstaaten, auf die Aggression gegenüber Venezuela so windelweich reagiert hat, dass es kein Wunder ist, dass die nächsten Drohungen folgen“, sagte Banaszak im RTL/ntv Frühstart.
Mit Blick auf Äußerungen aus Washington über Grönland fügte er hinzu: „Die Bedrohung gegenüber Grönland – und damit ja Dänemark, damit unserem Nachbarstaat – die ist natürlich besonders bedrohlich. Und diese Spiele, na ja, vielleicht kaufen, vielleicht angreifen, brauchen eine klare Antwort“, so Banaszak weiter.
„Grönland ist europäisches Territorium. Da haben die USA erst mal nichts verloren. Und wenn Dänemark auch darum bittet, dass die europäischen Partner sich da klar positionieren, dann sollten wir das gemeinsam tun. Denn es kann nicht in unserem Interesse sein, dass ein NATO-Staat einen anderen NATO-Staat, mit dem wir aber als Europäer natürlich in besonderer Verbindung stehen, mit dem Angriff auf das Territorium droht.“
Beim Thema Iran erwartet der Grünen-Chef mehr von Friedrich Merz. „Der Bundeskanzler hat zur Zeit, als er noch Oppositionsführer war, immer wieder behauptet, es sei so einfach, dafür zu sorgen, dass beispielsweise die Revolutionsgarden auf die Terrorliste der Europäischen Union kommen. So mir nichts, dir nichts. Bis heute ist nichts passiert. Also wenn es so einfach ist: Dann mal ran, würde ich sagen“, so Banaszak im RTL/ntv Frühstart.
Stromsteuer für alle senken
In der Haushalts- und Wirtschaftspolitik setze die Bundesregierung die falschen Prioritäten, wirft Banaszak der schwarz-roten Koalition vor. „Die Koalition zahlt jetzt die Rechnung für die falschen Prioritäten, die sie zu Beginn gesetzt hat. Wenn man erst mal sagt, wir gucken, dass die Wahlversprechen erfüllt werden für einzelne Klientelgruppen und dann macht man Mütterrente und Gastrosteuersenkung und Agrardiesel und so weiter, dann muss man sich nicht wundern, wenn am Ende das Geld knapp wird für die breite Entlastung“, so Banaszak.
Impulse müssten im Zweifel auch steuerpolitisch gesetzt werden. „Ich fände zum Beispiel eine Senkung der Stromsteuer nicht nur für einzelne, sondern für alle, wie es lange versprochen war, dringend notwendig – gerade fürs Handwerk, gerade für den Mittelstand.“ Das Haushaltsloch, vor dem die Regierung stehe, sei groß und durch die falschen Prioritäten noch künstlich vergrößert worden, so der Grünen-Chef weiter. „Obwohl so viele Schulden gemacht werden wie noch nie, obwohl wir aus der Opposition heraus das mit ermöglicht haben, wissen die nicht, wie sie das Geld vernünftig zusammenbekommen.“