Der Stern auf Jim Kerrs schwarzem T-Shirt leuchtet auch auf dem Bildschirm. Dazu trägt er eine beige Jeansjacke, im Hintergrund Sizilien: Taormina, seit Jahren Wahlheimat des Simple-Minds-Sängers. Frank Schätzing sitzt in Köln, dunkelgrüner Sweater, Bücherregal. WELT AM SONNTAG hat Kerr, 66, und den Bestsellerautor Schätzing, 68, anlässlich des zehnten Todestages von David Bowie erstmals in einem Zoom-Gespräch zusammengebracht. Persönlich kannten sie sich zuvor nicht. Doch schon nach zehn Minuten wirkt es, als würden sie sich seit Jahren austauschen. David Bowie ist das verbindende Element zwischen zwei Kennern, die sich mit Fachwissen, Erinnerungen und Anekdoten gegenseitig stimulieren.

Schätzing, dessen Romane wie „Der Schwarm“ oder „Limit“ Bestseller waren, hat dem Jahrhundertkünstler gerade ein sehr persönliches Buch gewidmet: „Spaceboy. Über David Bowie. Über mich“ (Kiepenheuer & Witsch). Darin spiegelt er seine eigene Vita an Bowies Leben und Werk. Am 9. Januar würdigt Schätzing Bowie zudem gemeinsam mit Ina Müller bei einem Talk-Event im Meistersaal der Hansa Studios in Berlin – jenem Ort, an dem Bowie Ende der 1970er-Jahre einen seiner legendärsten Songs aufnahm. Die Veranstaltung ist bereits ausverkauft.

Kerr wiederum blickt in dem bisher nur auf Englisch erschienenen Buch „Our Secrets Are The Same. Friendship & Fame At The Heart Of Simple Minds“ (Constable) mit Gitarrist Charlie Burchill auf eine Bandgeschichte zurück, in der Bowie immer wieder auftaucht – nicht zuletzt, weil eine Songzeile von ihm den Namen Simple Minds inspirierte. Die deutsche Ausgabe erscheint am 30. April unter dem Titel „Unsere Musik, unsere Geheimnisse“ im Hannibal Verlag. Die Band, die mit Alben wie „New Gold Dream“ (1982), „Sparkle In The Rain“ (1984) oder „Once Upon A Time“ (1985) und Hits wie „Don’t You (Forget About Me)“ oder „Alive And Kicking“ Popgeschichte schrieb, erlebt seit einigen Jahren ein eindrucksvolles Comeback – mit ausverkauften Arenen in Europa und den USA.

WELT: Wissen Sie noch, wo Sie waren, als Sie vom Tod Bowies am 10. Januar 2016 erfuhren?

Jim Kerr: Ich war hier in Taormina auf Sizilien, meiner Wahlheimat. Ich weiß noch, dass es ein wunderschöner Morgen war, als ich die Nachricht von seinem Tod hörte. Das kam einerseits wie aus heiterem Himmel, obwohl ich seit längerer Zeit eine Ahnung hatte, dass es ihm nicht gut ging. Bowie und ich, wir hatten denselben Tournee-Agenten für Europa. Als ich ihm gegenüber mal erwähnt hatte, Bowie werde doch sicher wieder Konzerte in Europa geben, antwortete er mir daraufhin sehr deutlich: „Bowie wird nie wieder auf Tour gehen.“ Der Tag, an dem ich dann von seinem Tod erfuhr, war trotzdem ein Schock. Der erste, mit dem ich darüber sprach, war Charlie Burchill, mein Freund aus Kindheitstagen und der Gitarrist der Simple Minds. Als wir alt genug waren, unsere eigenen Alben zu kaufen, hatten wir diese oft getauscht: Er gab mir sein Bowie-Album „The Man Who Sold The World“, ich gab ihm mein „The Rise And Fall Of Ziggy Stardust“. Charlie hatte viele Bowie-Songs auf der Akustik-Gitarre gespielt. Die Nachricht von seinem Tod hatte uns beide sehr mitgenommen.

Frank Schätzing: Ich kam an dem Tag aus der Dusche, als meine Frau mich in den Arm nahm und sagte: „David Bowie ist gestorben.“ Was überhaupt keinen Sinn ergab. Zwei Tage zuvor hatte ich „Blackstar“ gekauft, sein neues Album, und es wie im Rausch ein Dutzend Mal gehört. Grandios düster, zugleich die supervitale Rückmeldung eines Mannes, der sich in 50 Jahren öfter neu erfunden hatte als jeder andere Popstar. „Blackstar“ war aufregend, avantgardistisch! Ich dachte: „Da kann was nicht stimmen. Man bringt doch kein solches Meisterwerk raus und stirbt zwei Tage später.“ Hinzu kam, dass ich in jenem Januar 2016 das Vergnügen hatte, mit Bowies legendärem Pianisten und engem Freund Mike Garson für mein eigenes Album „Taxi Galaxi“ zu arbeiten. Wir hatten uns zu Proben verabredet, unmittelbar nach Bowies Tod. Mike saß in Los Angeles am Flügel, ich rief ihn an: „Mike, wir können es verschieben oder bleiben lassen. Wenn ich schon unter Schock stehe, wie muss es dir erst gehen?“ Aber Mike war da rigoros: „Nein, wir ziehen das durch. So wie David es durchgezogen hätte. Jede Sekunde nutzen. Er hatte diese Lebensfreude, weißt du, diese Power.“ Wir redeten dann eine Weile, Mike erzählte, was für ein großartiger Produzent Bowie gewesen sei, der seinen Musikern alle Freiheiten gelassen habe, stets zugewandt und respektvoll – und dann haute er in die Tasten. Und das war die Situation: Bowie hatte ein Meisterwerk veröffentlicht, war gestorben, ich hatte Mike Garson auf meinem Album – alles binnen weniger Tage. Ich war einigermaßen überfordert. Zumal Bowie selbst dafür gesorgt hatte, dass sein Tod vollkommen irreal schien.

Kerr: Woran genau hast du das festgemacht?

Schätzing: An seinen Videos. Natürlich wollte der Mann leben, kein Mythos sein. Er litt, kämpfte an gegen die Krankheit, verlor. Gleichzeitig gelang es ihm, noch über sein Sterben die künstlerische Kontrolle zu wahren. Es gab ja keine Bilder seines Verfalls wie bei Freddie Mercury. Stattdessen Videos voller rätselhafter Andeutungen. Was sah man da? Einen diamantbesetzten Schädel. Ein Skelett, das einer schwarzen Sonne entgegentrieb. Bowie, der in einem Schrank verschwand. Geniales, unheilvolles Theater, aber nichts davon wirkte, als sei er wirklich gestorben. Eher wie Gandalf in eine andere Sphäre gewechselt, eine weitere seiner Selbstinszenierungen, ein fast augenzwinkerndes: Ich bin dann mal weg. Erst Monate später habe ich wirklich begriffen, dass er tot war.

Kerr: Interessant, dass du mit Mike Garson aus Bowies Band zusammengearbeitet hast. Robin Clark, die als Background-Sängerin auf Bowies Alben wie „Young Americans“ oder „Station To Station“ mitgewirkt hatte, hatte auch uns bei den Aufnahmen von „Once Upon A Time“ unterstützt. Über sie hatten wir auch ihren Ehemann Car-los Alomar kennengerlernt.

Schätzing: Bowies langjährigen Gitarristen und musikalischen Leiter.

Kerr: Ja. Als Bowie seinerzeit abgemagert und finanziell abgebrannt in New York auftauchte, kümmerten sich die beiden eine Zeit lang um ihn, Robin bekochte ihn ein paar Tage. Bob Clearmountain, der unser Album „Once Upon A Time“ mit produziert und auch als Toningenieur an Bowies „Let’s Dance“ mitgewirkt hatte, erzählte mir, dass Bowie dieses Album in nur zweieinhalb Wochen aufgenommen hatte. Er sagte uns auch, dass Bowie währenddessen eine besondere Inspiration brauchte.

Schätzing: Ah! Welche?

Kerr: Er ließ sich VHS-Cassetten der legendären britischen TV-Seifenoper „Coronation Street“ in die USA schicken. Als ich das hörte, war ich fassungslos, denn jeder, der sich öffentlich als Fan dieser Serie outete, galt als das Uncoolste überhaupt – mal abgesehen von meiner Mutter, die „Coronation Street“ liebte. Vielleicht hat Bowie darin ja irgendeine intellektuelle Ebene entdeckt, die mir selbst entgangen ist. Ich jedenfalls war über seine Vorliebe derart irritiert, dass ich eine Zeitlang dachte: „Ich weiß nicht, ob ich weiterhin Bowie hören kann, nachdem ich jetzt weiß, dass er Fan der ,Coronation Street‘ ist“. (lacht)

WELT: Sie hatten beide als Zwölfjährige Initiations-Momente mit Bowie. Sie, Jim, sahen ihn erstmals 1973 im „Green’s Playhouse“ in Glasgow. Und Ihnen, Frank, wurde im Musikunterricht auf dem Gymnasium erstmals „Space Oddity“ vorgespielt. Was machte diese Erlebnisse so nachhaltig für Sie, dass sie Ihrer beider Leben derart geprägt haben?

Kerr: Zu dem Konzert kam ich nur, weil der Bruder meines Klassenkameraden Kenny Campbell Manager des Konzertclubs war. Es war das erste Mal, dass ich eine Discokugel sah. Noch bevor Bowie erschien, spielten sie als Intro Beethovens Musik aus „Clockwork Orange“. Und dann kam Bowie selbst zu den Klängen von „The Spiders From Mars“ auf die Bühne. Ich hatte in dem Augenblick wirklich den Eindruck: Der Typ ist von einem anderen Planeten hier gelandet. Wenn Sie zwölf Jahre alt sind, bis dahin nur das triste Glasgow kannten, wären allein Lautstärke, Licht und Rock ’n’ Roll schon überwältigend genug gewesen. Bei Bowie kamen noch all die anderen Zutaten hinzu, deren Hintergründe ich erst viel später verstanden habe: der Einfluss des japanischen Kabuki-Theaters auf seine Performance, Beethoven, Rock ’n’ Roll, Androgynität, Sexualität oder auch Jacques Brel …

Schätzing: Oder sein Sinn fürs Obskure, für Okkultisten wie Aleister Crowley. Was ist Ihnen von dem frühen Bowie-Konzert sonst noch in Erinnerung geblieben?

Kerr: Kennys Bruder nahm uns dann noch mit in einen Gang unter der Bühne, noch bevor das Konzert zu Ende war. Dort sah ich das erste Mal überhaupt einen Schwarzen, das war Bowies Bodyguard. Und der rief uns zu: „Alle Platz machen, und stellt euch an die Seite.“ Dann rauschten Bowie und seine Band an uns vorbei, in all diesen verrückten, schweißdurchtränkten Kostümen. Ich hätte den Saum berühren können. Wie hätte ich so einen Moment je vergessen können? (lacht)

Schätzing: Klingt, als hättest du dein Erweckungserlebnis gehabt.

Kerr: Der Moment bedeutete einfach alles, Frank. Ich habe in dem Moment entschieden: Ich weiß nicht von welchem Planeten Bowie kam, aber ich will auch auf diesem Planeten leben. Wie war‘s bei dir?

Schätzing: Ich war ja wie du zwölf, als unser neuer Musiklehrer raunte: „Ich spiele euch jetzt die Zukunft der Popmusik vor“ – und dann legte er Bowies „Space Oddity“ auf, ohne Näheres über Bowie zu verraten. Dieser Lehrer war das einsame Licht an unserem finsteren Gymnasium, wo sie alles daransetzten, uns das Träumen auszutreiben. Die Platte drehte sich, ich sah Raumschiffe und Universen und dachte: Wow! Dieser Bowie ist der König aller Träumer! Es war nicht allein die Musik. Der Song wirkte wie ein Film auf mich, mit Bowie in mehreren Rollen. Er war der Astronaut, er war Ground Control. Ich hörte Klänge, wie ich sie nie gehört hatte, und in allem die Message: Entwickle deine Kreativität. Lass die vielen Persönlichkeiten raus, die in dir leben. Du musst dich nicht entscheiden, nur eine Person zu sein. Sei einfach alle. Plötzlich wusste ich: Wenn der damit Erfolg hat, kann sogar aus mir noch was werden.

Kerr: Kann ich gut nachvollziehen. Aber nicht jedem in deiner Klasse – und nicht jedem im Publikum beim Bowie-Konzert in Glasgow – ging es so wie dir und mir, also, dass sie verrückt danach wurden und ständig daran dachten. Bowie war ein Portal, durch das man selbst in andere Welten gehen konnte, um dort Einflüsse aufzusaugen, die wir von anderen Rock-’n’-Roll-Leuten nicht bekommen haben. Kabuki und all das hatten wir schon erwähnt, aber Bowie sprach ja auch über Warhol, als er noch nicht Mainstream war, über William Burroughs, oder Ikonen der Minimal Music wie Steve Reich. Und in jedem Interview, das er dem „New Musical Express“ gab, erwähnte er irgendein Buch, das er gerade las. „The Tibetan Book Of The Dead“ beispielsweise – das hatte ich mir dann sofort gekauft.

Schätzing: Er war ein Entdecker. Einer, der Universen erkundete und uns einlud, ihm dorthin zu folgen. Ohne zu verhehlen, wen er alles belieh. 1972 in der Russell-Harty-Show erklärte er, er sei ein Sammler, sammle Persönlichkeiten und Stile. Aus denen er faszinierend Neues erschuf! Er hat sein Zukunftsgespür in ein Motto gefasst: Tomorrow belongs to those who can hear it coming. Wobei ihn tatsächlich mehr als die Musik Bücher und Filme beeinflussten: Stanley Kubrick, Science-Fiction-Autoren, die Beat-Poeten. Im Buch „Bowie’s Books“ sind 200 seiner Lieblingsbücher vorgestellt, ein rauschhafter Trip durch die Literaturgeschichte. Er las wie besessen. Wusstest du, Jim, dass er seine Bibliothek auf Reisen in Schrankkoffern mit sich führte aus Angst, sie könnte ihm zu Hause gestohlen wer-den?

Kerr: Ja, irre! Ich glaube, Bowie war der literarischste Mensch überhaupt.

WELT: Reden wir über Bowie als Visionär: 1999 sagte er in einem Interview mit der BBC, die Kraft des Subversiven, Rebellischen, Chaotischen und Nihilistischen, gehe heute vom Internet, nicht mehr von der Musik aus. Als der Journalist skeptisch entgegnete: „Es ist doch nur ein Werkzeug, oder?“, antwortete Bowie entrüstet: „Das Internet ist wie eine außerirdische Lebensform, die gerade hier gelandet ist. Sie wird unsere Vorstellungen von Medien zerschlagen. Es wird jede Form unseres Lebens durchdringen. Und wir, wir haben absolut keine Vorstellung davon, was auf uns zukommt.“ Diese Vorhersage war so präzise, das ist fast schon beängstigend wirkt, oder?

Schätzing: Bowie dachte nicht in zaghaften Prognosen. Er dachte in Szenarien, und er dachte sie zu Ende. Wo andere den nächsten Schritt sahen, sah er das ganze Potenzial. Ich schätze, dafür musste er sich nicht mal anstrengen, er hatte einfach diese Gabe. Er verstand, dass das Internet die Beziehung zwischen Künstlern, Musikindustrie und Publikum, die komplette Popkultur radikal verändern würde. Dass es völlig neue Räume und Ausdrucksformen eröffnen, Fans und Idole einander näherbringen, sie zugleich aber verkünstlichen und jede Grenze zwischen Realität und Illusion aufheben würde.

Kerr: All das sah er schon damals.

Schätzing: Und zwar tiefenscharf. Social Media und Apps, damit erschaffen wir uns heute unsere Alter Egos im virtuellen Space, unsere Avatare. Bowie hatte sich schon in der prävirtuellen Welt seine Avatare zugelegt: Ziggy Stardust, Aladin Sane, Thin White Duke. Das Spannende war, dass er diese Figuren auch abseits der Bühne verkörperte. Einerseits, um seine Unsicherheit zu kaschieren, er war ja zu Anfang sehr schüchtern. Andererseits wusste er sehr genau um die manipulative Kraft seiner Figuren. Ziggy hatte er nicht von ungefähr als Messias angelegt. Die Vorstellung, welche Macht seine Schöpfungen im Internet entfesseln würden, das endgültige Verfließen von Wahrheit und Illusion, muss ihm mit nuklearer Wucht vor Augen gestanden haben.

Kerr: Ja, Bowie hatte die Wirkmacht des Internets vorausgesehen. Die interessante Frage, auf die es keine befriedigende Antwort gibt, ist: Woher hatte er diese überaus scharfsichtigen Visionen? Wir hatten auf unserem zweiten Album einen Song namens „Veldt“, der Begriff stammt aus einer Science-Fiction-Kurzgeschichte von Ray Bradbury. Darin lebt eine Figur in einem Raum mit Bildschirmen, irgendwann vermischen sich Realität und die Figuren auf den Bild-schirmen – und dann passiert ein Gemetzel. Als 20-Jähriger dachte ich: Das könnte uns in Zukunft erwarten.

WELT: Heute gibt es KI-Bands und -Schauspieler und auch KI-generierte Songs und Texte. Viele Künstler wie Paul McCartney protestieren dagegen, fordern Gesetze und Regulierungen, um die Rechte von Künstlern zu schützen. Was glauben Sie, wie würde Bowie darauf reagieren?

Kerr: Ich bin mir sicher, Bowie würde sich vollends in die KI-Welt stürzen. KI wäre für ihn ein wichtiges Werkzeug. Die aktuellen Debatten darüber sind vermint wegen all der berechtigten politischen und finanziellen Fragen wie: „Wem gehören die Inhalte, die KI aus von Menschen erschaffenen Inhalten generiert?“ Das ist alles beängstigend, aber das ist eine andere Debatte.

Schätzing: KI ist ein gewaltiges Thema. Voller Verheißungen und Abgründe. Ich bin deiner Meinung: Bowie würde KI mit Begeisterung nutzen, er wäre ganz versessen darauf. Fasziniert von der Beschleunigungszunahme der technologischen Entwicklung. Er würde pausenlos darüber nachdenken, wie die Welt 2030, 2050 aussieht. Vor allem aber würde er am Gestaltungsprozess teilhaben wollen. In Michael Apteds ’97er-Dokumentation „Inspirations“ präsentiert er ein Computer-Programm namens „Verbasizer“, das er zusammen mit Brian Eno entwickelt hatte. Man gibt Sätze ein, die das Programm in Fragmente zerschneidet. Durch Drücken des Verbasize-Buttons werden die Fragmente neu sortiert. Es entstehen Zufallskombinationen, neue Bedeutungen. Das Ganze war im Grunde eine frühe KI, eine digitale Weiterentwicklung der Cut-up-Technik, die Bowie gern anwandte.

Kerr: Zu der ihn William Burroughs inspiriert hatte. Interessant. Ich bin mir nicht sicher, ob ich je vom „Verbasizer“ gehört habe.

WELT: Ich habe mal Chat GPT gepromptet, es möge einen Song-Text im Stile David Bowies schreiben und Motive aus seinen bekanntesten Songs berücksichtigen – also Cat People, den Bahnhof Zoo in Berlin und dem Leben auf dem Mars. Hier das Ergebnis: „The cat people prowl through neon haze around the Zoo, eyes like quiet sirens in the U-Bahn, burning blue. A girl is counting stardust blooming faintly on the ground, whispers, somewhere out there, a new heart will be found.“

Kerr: Klingt, als hätte es ein Zehnjähriger geschrieben.

Schätzing: Das ist richtig mies. Obwohl – schon beeindruckend, dass eine Maschine so was überhaupt kann. Andererseits zeigt es, dass KI keine Seele und keine Bedürfnisse, der Welt nichts mitzuteilen hat. Wenn Du, Jim, einen Song schreibst, tust Du das vielleicht aus Euphorie oder Verzweiflung oder einfach aus guter Laune. Wir Künstler erschaffen Fiktionen im Spannungsfeld von Gefühl und Verstand – bewusste Akte, uns die Welt zu erklären. KI ist sehr gut darin, das zu imitieren. Sie wird jeden Tag besser, aus dem Vorhandenen neue kreative Inhalte zu synthetisieren, und manches ist echt großartig! Medienkünstler wie Refik Anadol, Musiker wie Arca und Grimes nutzen KI als Partnertechnologie, mit beeindruckenden Ergebnissen. Ich selbst drehe meine Instagram-Videos mit KI und liebe es. Die Systeme sind irre schnell, ihre Möglichkeiten praktisch unbegrenzt, sie lernen in atemberaubender Geschwindigkeit. Nur: KI hat keine Emotionen. Sie leidet nicht, entbrennt für nichts, weiß nicht mal, dass sie existiert. Und solange sich das nicht ändert, werden Jim und ich wohl immer noch die authentischeren Popsongs und Romane schreiben.

Kerr: Ich befinde mich in einer Art Zwischenzustand. Ich habe KI noch nie benutzt, um Songtexte zu schreiben. Nie. Ich schreibe allerdings jeden Morgen – das kann so eine Art Prosa sein. Manchmal denke ich: „Okay, ich jage den Text jetzt nochmal durch die KI und bitte sie um eine Alternative.“ In ungefähr der Hälfte der Fälle ist die alternative Version besser als meine – oder sie beinhaltet bessere Passagen, so dass ich eine Hybrid-Version aus beiden Texten erstelle. Anlässlich von Jim Morrisons 80. Geburtstag hatte ich für die BBC eine Podcast-Dokumentation gemacht. Ich stellte mir dafür unter anderem die Frage, ob, wenn Jim Morrison noch lebte, ich ihn an seinem Geburtstag nach Sizilien einladen könnte – und was ich dann mit ihm unternehmen würde. Ich fragte die KI nach Vorschlägen. Sie spuckte sofort mehrere aus, bezog sich auf Morrisons Interesse an griechischer und römischer Geschichte. Die Bucht beispielsweise, auf die ich jetzt während unseres Interviews gerade aus meinem Fenster schaue, ist der Ort, wo die ersten Griechen nach Sizilien kamen. Jim würde dort hingehen wollen. Die KI erwähnte auch einen Ort auf Sizilien, den ich immer schon besuchen wollte, was ich aber noch nie geschafft hatte. Das ist eine Höhle, in der die Akustik überwältigend gut ist. Morrison würde ganz sicher in dieser Höhle singen wollen. Und: Morrison trank bekanntermaßen auch gern. Ganz sicher würde er die sizilianischen Weine mögen, um seinen Geburtstag zu feiern. Wenn ich mir dieselben Fragen um acht Uhr morgens gestellt hätte, hätte ich bis 14 Uhr am Nachmittag sicher auch ein paar ähnliche Antworten gefunden. Die KI kam in 15 Sekunden darauf. Und das ist jetzt schon wieder zwei Jahre her.

WELT: Jim, Sie haben Bowie mehrere Male getroffen. Haben Sie ihm je erzählt, dass Sie die Idee zu Ihrem Bandnamen aus seinem Song „The Jean Genet“ und der Zeile „He’s so simple minded“ entnommen hatten?

Kerr: Nein. Ich kam mir viel zu cool vor, als dass ich mir die Blöße gegeben hätte, ihm das zu beichten: „Hey, weißt du eigentlich, dass wir unseren Bandnamen aus deinem Song geklaut haben?“ Er wird es vermutlich gewusst haben, denn die Geschichte über unsere Namensfindung ist ja ziemlich gut dokumentiert.

WELT: Mussten Sie wegen Ihres Namens – die schlichen Gemüter – anfangs sehr viel Häme aushalten?

Kerr: Zunächst einmal mochten wir einfach den Song, „The Jean Genet“, aus dem wir die Zeile entnommen hatten. Gleichzeitig muss ich damals wohl auch an mein erstes buddhistisches Buch gedacht haben, in dem sinngemäß stand, dass Schlichtheit die Antwort auf fast alles sei. Aber klar: Wenn man jemandem sagt, er sei „simple minded“, also: ein schlichtes Gemüt, bedeutet das nichts anderes, als dass er ein Idiot ist. Aber auch in diesem Kontext befanden wir uns in guter Gesellschaft: Iggy Pop hatte eines seiner Alben „The Idiot“ genannt, von Dostojewskis gleichnamigem Roman ganz zu schweigen.

Schätzing: Auf den Iggy ja anspielte. Das Ganze war so wunderbar typisch dafür, wie er und Bowie die Kunstformen zusammenwürfelten: Pop, Literatur, Malerei. Die Cover-Ideen für Iggys „Idiot“ und Bowies „Heroes“ holten sie sich im Berliner Brücke-Museum bei Erich Heckels Gemälde „Roquairol“.

Kerr: Die waren ihrer Zeit voraus. Ein Gespräch über unseren Namen hat sich bei meinen Begegnungen mit Bowie allerdings nie ergeben. Er hatte mich mal angerufen und gefragt, ob er unser damaliges am schottischen Loch Earn gelegenes Studio mieten könne. Und, da er wusste, dass ich in Italien lebte, wollte er von mir einen Rat hinsichtlich seiner in Italien geplanten Tournee. Er machte sich Sorgen wegen der Mafia, dass er nicht bezahlt werden würde. Ich konnte ihn dahingehend aber beruhigen: „Du wirst dein Geld bekommen.“ Jetzt würde ich dich gern etwas zu Bowie fragen, Frank.

Schätzing: Nur zu.

Kerr: Ich habe mich immer gefragt, ob die Deutschen stolz darauf sind, dass Bowies zwischen 1977 und 1979 erschienene drei Alben „Low“, „Heroes“ und „Lodger“ heute als Berlin-Trilogie gelten, weil er einen Teil davon in der damaligen Mauerstadt aufgenommen hatte. Er hätte ja in jede andere Stadt gehen können. Bist du stolz darauf, dass er Berlin wählte, Frank?

Schätzing: Klar! Die Berlin-Trilogie ist unser heiliger Pop-Mythos. Wobei ja nur „Heroes“ komplett in den Hansa Studios eingespielt wurde, „Low“ in Frankreich, „Lodger“ in der Schweiz und in New York. Aber der Song „Heroes“ entstand in Berlin. Und: Bowie singt Deutsch! Über die Mauer! Für uns wurde er damit ein bisschen ein Deutscher.

Kerr: Aber wegen ihrer Ästhetik und konzeptionellen Nähe gelten alle drei Alben als zusammengehörig. Es ist interessant, dass diese Trilogie heute als Klassiker gilt, aber beim Erscheinen war „Heroes“ damals kein Hit. Damals war Punk angesagt, und Bowie war out, experimentierte mit Kraut-Rock. Heute dagegen wird „Heroes“ bei allen möglichen Sport-Events als Hymne gespielt, das Lied hat eine ähnliche Strahlkraft wie sonst vielleicht nur „We are the champions“. Bemerkenswert finde ich auch, dass Bowie Ende der 70er-Jahre seinen Freund Iggy Pop mitnahm nach Berlin, der war damals wie eine Art Sancho Panza für ihn. Iggy war wie eine Art Schatten für Bowie, der nach vorn sprang und für ihn schon mal die Tür eintrat, wenn sie in die Nacht- und Travestie-Clubs gingen.

Schätzing: The Odd Couple! Bowies und Iggys Drogenkonsum war in L.A. aus dem Ruder gelaufen. Es war wohl Bowies Vertraute Coco Schwab, die vorschlug, nach Berlin umzusiedeln. Schon kurios: In die Heroin-Hauptstadt Europas zu gehen, um clean zu werden. Aber Bowie war pleite, Englands Fiskus saß ihm im Nacken. Berlin war ein Trümmerhaufen, dafür billig und reich an Subkultur. Der perfekte Ort, um unterzutauchen und sich neu zu erfinden. Außerdem musste Gras über jenes unheilvolle Interview wachsen, das Bowie dem „Playboy“ in den USA gegeben hatte und worin er behauptete, Hitler sei der erste Rockstar gewesen…

WELT: In jener Zeit trat Bowie im Gestapo-Look auf. Später hat er sich von der Hitler-Aussage distanziert, sie als Fehler bezeichnet. Wie haben Sie damals als Fan auf diese Provokation reagiert?

Schätzing: Naja, sein Hirn schwamm in Drogen, als er das Interview gab. Alle um ihn herum waren high wie Big Lebowski. In LA hatte er sich mit John Lennon angefreundet, der soff wie ein Loch, Kumpel Iggy hing am Heroin. In so einer Gesellschaft fasst du keinen klaren Gedanken. Bowie hatte sich in seinen Alter Egos verloren, vor allem in jenem bösartigen Thin White Duke, diesem Mr. Hyde, den er sich zugelegt hatte. Wie alle seine Kunstfiguren nahm er auch den Duke von der Bühne mit ins reale Leben und ließ ihn Dinge über Hitler und den Faschismus sagen, den Bowie bei Verstand nie gesagt hätte. Er bildete sich ein, die Leute würden das Konzept dahinter verstehen: dass da eben nicht David Bowie, sondern der Duke sprach. Und im Grundsatz hatte er sogar recht. Klar gibt es Parallelen zwischen Popstars und Autokraten, allein wie eine distanzlose Menge sie in Machtpositionen hievt, siehe Trump.

Kerr: Nur schwadronierst du darüber nicht beim „Playboy“ mit dem Kopf voller Amphetamine.

Schätzing: So ist es. Plötzlich schrieb die Weltpresse, Bowie sei ein Faschist. Wie er sich davon distanzierte, fand ich allerdings absolut glaubwürdig. Und auch dabei hat ihm Berlin geholfen. Den Thin White Dukes hat er in Schöneberg sang- und klanglos beerdigt.

WELT: Jim, 1979 haben Sie bei den Aufnahmen von „Real To Real Cacophony“ David Bowie und Iggy Pop getroffen, die im selben Studio arbeiteten. Gemeinsam nahmen Sie dann die Backing Vocals für Iggy Pops Song „Play It Safe“ von dessen Album „Soldier“ auf, das auch noch von der Berlin-Phase geprägt war. Welche Erinnerungen haben Sie an diese Session?

Kerr: Manchmal frage ich mich, ob das wirklich passiert ist. Unsere Plattenfirma hatte uns dieses Studio auf dem Land in Wales empfohlen – es war Teil eines Bauernhofes, der noch in Betrieb war. Es gab dort zwei Studios, ein großes und ein kleines, in dem wir waren. Iggy Pop nahm im großen Studio auf, auch er war einer unserer Helden. Wir fragten uns, ob wir ihn je zu Gesicht bekommen würden. Nun waren wir zwar nicht gerade eine verrückte, exzessive Heavy-Metal-Band, aber wir waren mit Drogen und ein paar Frauen aus Glasgow angereist. Iggy kam dann jeden Abend zu uns ins kleine Studio, weil wir Hasch und Speed hatten und weil bei uns Frauen abhingen. Was soll ich sagen, er war wie ein liebestoller Kater. Eher beiläufig erzählte er dann, dass am nächsten Tag David Bowie kommen würde, um ihn bei Aufnahmen zu unterstützen. Wir dachten nur: „Verdammt. Echt jetzt? Bowie kommt hierher? Auf diesen Bauernhof?“ Am nächsten Abend fuhr er tatsächlich in einer Limousine vor – direkt auf den Bauernhof. Er war ganz in Schwarz gekleidet, in der einen Hand ein Heineken-Bier, in der anderen ein großes Stück Käse.

Schätzing: Wäre das nicht ein guter Zeitpunkt gewesen, um dich bei ihm zu bedanken, dass er mit einem seiner Songzeilen Taufpate der Simple Minds war?

Kerr: (lacht) Nein, ich habe ihm auch in diesem Moment nicht gesagt, dass uns einer seiner Songs zu unserem Namen inspiriert hatte. Stattdessen fragte ich ihn: „Warum hast du ein so großes Stück Käse in der Hand?“ Er sagte, er habe starken Heißhunger, weil er zu viel geraucht habe. Dann gingen sie in ihr Studio. Eine Stunde später meinte ihr Produzent, wir sollten mal rüberkommen, um als Backup-Sänger einen neuen Song namens „Play It Safe“ einzusingen. Wir waren zu sechst oder siebt, standen vor dem Mikro. Bowie war der Chef, er sagte uns exakt, wo wir stehen sollten. Nach der ersten Aufnahme meinte er jedoch: „Das müssen wir nochmal machen. Und, könnten bitte alle, die nicht beruflich singen, von dem Mikro zurücktreten?“

Schätzing: Ha! Wie cool.

Kerr: Dann waren wir nur noch zu Dritt: Iggy Pop, David Bowie und ich. Wenn ich nicht in den Credits auf dem Album-Cover erwähnt wäre, könnte ich bis heute nicht glauben, dass das wirklich passiert ist.

WELT: Wenn David Bowie noch lebte und Sie ihn treffen könnten – welche Frage würden Sie ihm gern stellen?

Kerr: Ich würde ihn gern fragen, ob es ihm bewusst war, was für ein unglaubliches Glück er doch in seinem Leben gehabt hatte. Dass er die Fähigkeit hatte, auf diese unnachahmliche Weise zu singen.

Schätzing: Dabei mochte er seine Stimme gar nicht besonders.

Kerr: Das ist bei Sängern ja oft der Fall. Was ich meine ist: Bowie konnte alles singen, er hätte auch das Telefonbuch singen können und es hätte großartig geklungen. Ich würde ihm also diese eine, einfache Frage stellen: „David, wissen Sie eigentlich, wie viel Glück Sie hatten – ja oder nein?“ Nun könnte man einwenden, dass er, da er relativ jung gestorben ist, nicht wirklich Glück hatte. Er war ja ein starker Raucher. Wenn ich mich an Fotos mit ihm erinnere, hatte er darauf jedes Mal eine Zigarette in der Hand. Ich habe das Rauchen immer gehasst, fand das alles andere als cool. Ob es einen Zusammenhang gibt, zwischen seinem Tod und dem Rauchen? Man kann annehmen, dass es nicht hilfreich war. Ich würde ihn trotzdem gerne nach den Glücksmomenten in seinem Leben befragen. Das ist ein Thema, über das auch ich in letzter Zeit viel nachdenke.

Schätzing: Geht mir ähnlich. Ich schätze, mit seiner zweiten Frau Iman und der Geburt ihrer gemeinsamen Tochter Lexi begann Bowies wirklich glückliche Zeit. Früher hatte er sich davor gefürchtet, in seine Gedanken einzutauchen. Nietzsches Abgrund: Schaust du lange genug hinein, schaut der Abgrund auch in dich hinein. Iman und Lexi schenkten ihm Frieden, er schien wie neugeboren. Und rang umso mehr mit der großen Kränkung der Natur.

Kerr: Die Natur kränkt uns?

Schätzing: Und wie! Weil sie uns all diese Intelligenz, Tatkraft und Leidenschaft schenkt, so viel Ehrgeiz – und uns zugleich um unsere Endlichkeit wissen lässt. Was also ist der Sinn des Lebens, wenn am Ende aller Ambitionen die Auslöschung steht? Warum Zukunft erstreben, wenn man keine hat? Soweit mir bekannt ist, hat keine andere Spezies eine solche Vorstellung ihres eigenen Endes. Wir Menschen haben es ständig vor Augen.

Kerr: Darüber denke ich, je älter ich werde, auch sehr oft nach.

Schätzing: Ich ebenso. Und ich glaube, das Ende wertet unser Schaffen nicht ab, sondern im Gegenteil auf! Es macht unsere Zeit, unser Werk nur kostbarer. Auch Bowie klammerte sich daran. Mag sein, er sagte sich: Okay, ich muss wie jeder andere sterben, aber die Zeit, die mir bleibt, werde ich bis zur letzten Sekunde nutzen, um Neues zu erschaffen. Dieser Haltung fühle ich mich immer verbundener.

Kerr: Wenn ich mir Bowie vor seinem Tod als glücklichen Menschen vorstelle, stimmt mich das versöhnlicher, als mir beispielsweise das Ende von Prince zu vergegenwärtigen. Er starb ja, wie man weiß, allein in einem Fahrstuhl in seinem Studio-Komplex in Minnesota. Ich fühle mich immer elend, wenn ich daran denke. Aber Frank, du hast noch nicht verraten, welche Frage du Bowie stellen würdest.

Schätzing: Ganz einfach: „Was möchtest du trinken?“

Zu den Personen:

Frank Schätzing

Nach dem Studium der Kommunikationswissenschaften machte sich Frank Schätzing zunächst als Mitgründer und Geschäftsführer der Werbeagentur Intevi einen Namen. Sein literarisches Debüt gab er 1995 mit dem historischen Krimi „Tod und Teufel“. Der internationale Durchbruch gelang dem am 28. Mai 1957 in Köln geborenen Autor 2004 mit dem Ökothriller „Der Schwarm“, der in 27 Sprachen übersetzt wurde und sich weltweit rund 4,5 Millionen Mal verkaufte. Zuletzt erschien sein autobiografisches Buch „Spaceboy. Über David Bowie. Über mich“ (Kiepenheuer & Witsch).

Jim Kerr

Seit der Gründung von Simple Minds im Jahr 1978 prägt Jim Kerr als Sänger und Songwriter eine der erfolgreichsten britischen Bands der 80er Jahre. Geboren am 9. Juli 1959 in Glasgow, feierte er mit der Gruppe internationale Erfolge, darunter Hits wie „Don’t You (Forget About Me)“ und „Alive and Kicking“. Zuletzt erschien der Konzertmitschnitt „Live in the City of Diamonds“ (2025). Ende April folgt die deutsche Ausgabe der gemeinsamen Autobiografie mit Charlie Burchill „Unsere Musik. Unsere Geheimnisse“ im Hannibal Verlag.