Als Romario Rösch (26) mit dem VfL Bochum am vergangenen Sonntag in Belek ankam, hatte er viele vertraute Gesichter um sich herum. Das lag nicht nur daran, dass er seine eigenen Teamkollegen bestens kennt. Sondern auch der SSV Ulm 1846 im selben Hotel einquartiert ist. Bei den Spatzen kickte Rösch drei Jahre, ehe er im Sommer zum Pottklub wechselte. Rösch zu BILD: „Das sind nicht nur ehemalige Mitspieler, sondern Freundschaften, die sich in meiner Zeit bei Ulm gebildet haben. Ich habe mich riesig gefreut, als wir uns das erste Mal gesehen haben. Wir tauschen uns auch vor und nach dem Abendessen viel aus.“
Dabei dürfte es in den Gesprächen auch um die schwierige Lage in Ulm gehen. Aktuell kämpfen die Spatzen um den Klassenerhalt in der 3. Liga. Dazu kam auch eine interne Schlammschlacht, bei der u. a. Ex-Boss Markus Thiele (44) gehen musste. Rösch, der in Neu-Ulm geboren wurde: „Ich verfolge die Spieler, wenn es die Zeit zulässt, und bekomme mit, was da aktuell passiert. Mir tut das leid, denn ich habe an die Zeit eine sehr positive Erinnerung. Ich bin aber zuversichtlich, dass die Jungs aus dieser Lage herauskommen werden.“
Auch seine Situation in Bochum ist nicht gerade leicht. Auf dem Zettel stehen zwei Startelf- und drei Kurzeinsätze. Nach dem 6. Spieltag kam jedoch keine einzige Einsatzminute hinzu. „Das bisherige halbe Jahr war schwer für mich. Ich habe 5 Spiele für den VfL machen dürfen. Du willst als Sportler in jedem Spiel auf dem Rasen stehen. Da hadert man auch mit sich selbst, aber der Schlüssel liegt darin, nicht aufzugeben und weiter hart zu arbeiten. Ich versuche, immer 100 Prozent zu geben im Training“, erklärt Rösch, dessen Vertrag im Sommer ausläuft.
Der Ex-Ulmer: „Ich bin Spieler des VfL, Verträge haben für mich einen hohen Stellenwert. Wie es danach weitergeht, ist offen. Natürlich ist Spielpraxis entscheidend. Ich werde weiterhin meine 100 Prozent geben. Ich bin auch davon überzeugt, dass ich hier noch meine Chance bekommen werde.“ Dafür müsste er sich allerdings gegen Leandro Morgalla (21) und Felix Passlack (27) durchsetzen. Die Chancen stehen unter Uwe Rösler (57), unter dem er noch keine Minute gespielt hat, nicht gerade hoch.