Für ein Wochenende verwandelt sich die Messehalle im Landschaftspark wieder zum Mekka für Angler: Vom 9. bis zum 11. Januar lockt die jährlich stattfindende Angelmesse zwischen 9000 und 10.000 Besucher in den Duisburger Norden.

Während Gäste sich auf ein buntes Programm freuen, erntet die Messe Kritik von Tierschützern. Ganz vorn mit dabei: Peta. Im vergangenen Jahr rief die Tierrechtsorganisation etwa zum Boykott der „Angelwelt Berlin“, „Jagd und Angeln“ in Leipzig und der „Norddeutschen Angelbörse“ in Rendsburg auf. Jetzt folgt Duisburg. Angelmessen-Veranstalter Georg Rosen kontert die Kritik.

Tierschutz: Peta ruft zum Boykott der Duisburger Angelmesse auf

Worum geht es genau? „Angelmessen verharmlosen nicht nur den grausamen Umgang mit den sensiblen Tieren, sondern machen sogar Werbung für das tödliche Hobby“, kritisiert Peta in einem Statement. Die Duisburger Angelmesse sei „unethisch und gewaltverherrlichend“, unter dem Deckmantel von Tradition und Freizeitspaß würden grausamste Tierquälereien verharmlost und beworben. „Besucher sollen der Tierqualmesse fernbleiben.“

„Angeln bedeutet, Fische in eine Falle zu locken, sie minuten- bis stundenlang Angst und Atemnot sowie einem oft qualvollen Todeskampf auszusetzen, bevor sie schließlich erschlagen oder oft noch lebendig aufgeschnitten werden“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin sowie Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei Peta. „Heute wissen wir, dass ein Fisch ein Jemand ist und kein Etwas und da ist es ein Armutszeugnis, das Angeln zu bewerben. Wir appellieren an die Duisburger und Duisburgerinnen und an alle auswärtigen Tierfreunde, die Angelmesse nicht zu besuchen.“

Die Expertin sieht vor allem die Praxis „Catch and Release“ (also Fische fangen, um sie dann wieder freizulassen) kritisch. „Dabei wird meist Jagd auf große Fische wie Welse oder Störe gemacht, mit denen anschließend vor der Kamera posiert wird.“ Die verletzten Tiere werden danach wieder ausgesetzt, sterben langsam an den Verletzungen oder fallen anderen Fischen zum Opfer. Auch der Deutsche Tierschutzbund bezeichnet Angeln als Tierquälerei.

Wegweiser zur Fischhalle und rote Ampel

„Angler sind Naturschützer“

Rosen hält dagegen: „Angler sind Naturschützer, das ist erwiesen.“ So sind sie beispielsweise über Vereine und Verbände zur Hege und Pflege von Gewässern und Fischbeständen verpflichtet. Ob und inwiefern Fische beim Angeln leiden, sei aber nicht genau geklärt.

Rosen kritisiert Peta außerdem scharf: In seinen Augen ist die Organisation „zwielichtig“. Zum Vorwurf der Tierquälerei sagt er: „Ich angle nicht, weil ich Freude daran habe, Tiere zu quälen.“ Im besten Fall werde der Fisch schließlich fachgerecht aus dem Wasser genommen und dann gegessen. Altmodische „Catch and Release“-Methoden, bei denen Menschen mit verletzten Tieren posen, findet auch Rosen „für den Eimer“.

Duisburger Angelmesse 2026: Das erwartet Besucher

Wer sich von der Kritik nicht beeindrucken lässt, den erwarten auf der Angelmesse Vorträge und Vorführungen sowie 70 Stände von Händlern und Vereinen. Zu den Vortragenden gehören unter anderem die Experten Horst Hennings und Heinz Galling aus der Fernsehsendung „Rute raus – der Spaß beginnt“, die ein „Best-of“ ihrer Serie präsentieren.

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Ein Team der Firma Eisele informiert über erfolgreiches Meeresangeln, Raubfischangler Veit Wilde erklärt, wie man große Raubfische vom Ufer aus fängt. An allen drei Tagen finden die gleichen Vorträge zu jeweils unterschiedlichen Zeiten statt.

Duisburger Angelmesse 2026

Wurfpool zum Fliegenfischen auf der Duisburger Angelmesse. (Archivbild)
© FUNKE Foto Services | Lars Heidrich

Auch Bootsaussteller und Reiseanbieter sind vor Ort und informieren über Angeltrips. An einem großen Wurfpool gibt es außerdem Darbietungen aus dem Bereich Fliegenfischen. Das vollständige Programm finden Interessierte auf angelmesse-duisburg.de

Duisburger Angelmesse: Eintrittspreise und Öffnungszeiten

Die Angelmesse im Landschaftspark Duisburg-Nord ist vom 9. bis zum 11. Januar jeweils 9.30 bis 17 Uhr geöffnet. Karten sind im Eingangsbereich der Veranstaltungshalle an der Tageskasse erhältlich. Der Eintritt für Erwachsene kostet zehn Euro, Jugendliche bis einschließlich 14 Jahre und Rentner zahlen fünf Euro. Kinder bis einschließlich sechs Jahre haben freien Eintritt.