Belek. Der letzte Härtetest in Belek vor dem Rückrundenstart von Hannover 96 endete nicht so locker wie das 3:0 gegen Borussia Mönchengladbach. Der Zweitligist gewann 2:0 gegen Drittligist MSV Duisburg. Benjamin Pichler traf (73.) nach Klasse-Steckpass des Talents Alexander Vogel, der sein Debüt bei den Profis mit der Torvorlage schmückte. Kolja Oudenne legte mit einem hübschen Solo das 2:0 nach (87.). 96-Geschäftsführer Jörg Schmadtke beobachtete vom Hügel des hoteleigenen Spielplatzes genau, wie 96 sich ansonsten schwertat. Besonders schwer wiegt der Ausfall von Boris Tomiak. Der Abwehrchef verletzte sich kurz vor der Pause am Fuß und konnte nicht weitermachen.
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Wie im ersten Test bekam 96 auch körperlich Stress mit dem Gegner. Kurz vor der Pause wurde es haarig. Der Ball war nicht in der Nähe, da geriet 96-Stürmer Pichler mit dem Duisburger Joshua Bitter aneinander. Bei dem Geschubse erwischte Pichler die langen Haare des Verteidigers. Fürs Haareziehen gibt‘s normalerweise Rot. Aber der türkische Schiedsrichter bewertete die Aktion als harmloses Runterdrücken und beruhigte die Situation. Pichler kam ohne Karte davon.
Abgesehen von der Szene wirkte 96 nachlässig gegen den Drittligisten. Noel Aseko tankte sich in der sechsten Minute durch und stand mit Daisuke Yokota allein vor Torwart Max Braune. Aseko schloss aber selbst ab und Braune parierte. Das war es auch schon an Chancen für den hochfavorisierten Zweitligisten vor der Pause.
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Damit hatte MSV-Sportchef Michael Preetz vorher nicht gerechnet. „Ich denke nicht, dass wir das dominieren werden“, sagte Preetz vorher ironisch. Aber die Duisburger machten erst, überließen 96 die Kugel und schalteten schnell um. Genau das hatte 96-Trainer Christian Titz nicht sehen wollen. In der 40. Minute verpasste Leon Müller knapp die Führung, der Ball rauschte wenige Zentimeter am Tor vorbei.
Kurz vor der Szene blieb Boris Tomiak angeschlagen sitzen. Tags zuvor hatte der Abwehrchef bereits einen Tritt auf den Fuß abbekommen. Nach drei Minuten und kurzer Behandlung kehrte Tomiak zwar zurück, blieb aber in der Pause draußen. Aseko ersetzte Tomiak im Abwehrzentrum. Der Leihspieler der Bayern musste gegen den einen Kopf größeren Tyger Lobinger ran. Das ist die Not in der Dreierkette schon groß.

Tomiak sollte am 18. Januar bei seinem Ex-Club Kaiserslautern schon wieder fitter sein, sonst wird es eng in der 96-Hintermannschaft. Ime Okon war knapp zwei Wochen krank, Hendry Blank konnte Titz im Trainingslager nicht überzeugen.
Talent Alexander Vogel (19) übernahm für Aseko im Mittelfeld und feierte sein Debüt im Mittelfeldzentrum. 96 machte nach der Pause etwas mehr Druck, scheiterte aber durch Bastian Allgeier (Kopfball, 52.) und den Schuss von Yokota (62.). Hinten hatte Torwart Nahuel Noll Glück bei einem Pressschlag im eigenen Fünfmeterraum gegen Lobinger (68.).
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Hannover 96: Noll – Allgeier, Tomiak (46. Vogel), Ghita – Leopold – Neubauer, Aseko, Oudenne – Yokota, Pichler, Kokolo.
NP